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Miriam Staudte

30.11.2022 2:38 min Tagungsabschnitte 19/2

Tierhaltung im Transformationsprozess: Was tut die Niedersächsische Landesregierung für die Landwirtschaft und gegen Versorgungsengpässe?

Miriam Staudte, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrter Herr Mohrmann, vielen Dank für die Frage. Wir haben ja die Geflügelpest, und wir haben die Schweinepest. Wir mussten leider erleben, dass gerade bei der Geflügelpest Millionen von Tieren gekeult werden mussten. Das betraf insbesondere Puten, und in bestimmten Gemeinden war das sehr verstärkt der Fall. Das lässt den Schluss zu, dass Puten sehr anfällig sind. Ich glaube, dass da nicht nur die Haltung eine Rolle spielt, sondern auch die Robustheit der Arten. Von wissenschaftlicher Seite ist auch thematisiert worden, dass diese hohe Dichte bei offenen Ställen ein großes Problem darstellt, weil über die Luft Übertragungen stattfinden können. Deswegen müssen wir uns ganz genau anschauen, wo eine zu große Dichte da ist, sodass das Risiko einer großen Ausbreitung zu hoch ist. Da gibt es ja auch Ansätze, z. B. das über eine stärker risikobasierte Bemessung der Beiträge zur Tierseuchenkasse oder zu Versicherungen zu steuern. Ich glaube, es ist richtig, da einen regionalen Ansatz zu fahren. Ganz grundsätzlich muss man natürlich auch die Größe der Ställe infrage stellen. Denn wenn ein Eintrag stattfindet, wird immer der gesamte Bestand gekeult, egal ob die einzelnen Tiere nun infiziert waren oder nicht. Große Einheiten bergen insofern, aber auch bei Stallbränden etc. ein größeres Risiko. Das ist auf jeden Fall etwas, was wir mitdenken müssen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass dies das einzige große Kriterium sein wird. Bei der Bekämpfung der Schweinepest geht es natürlich auch darum, dass wir die Biosicherheitsmaßnahmen wirklich korrekt umsetzen und auch kontrollieren. Im Moment glaubt keiner, dass das Virus im Emsland durch ein Wildschwein quasi in den Stall getragen wurde. Vielmehr ist ziemlich sicher, dass der Mensch das Virus eingetragen hat, mit den Futtermitteln oder etwas anderem, was er in den Stall transportiert. Deswegen müssen da auf jeden Fall ganz genau hinschauen.

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