Nico Bloem
Das Wattenmeer im Würgegriff: Klimakrise, Gasbohrungen und Plastikmüll gefährden das Weltnaturerbe. Wie weiter nach der UN-Konferenz zum Schutz der Meere?
Vielen Dank. - Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, nach dem Beitrag der AfD müssen wir mal wieder zur Realität und ins Hier und Jetzt kommen. Der Titel der Aktuellen Stunde gibt vieles her. Ich will dazu sagen, dass viele aus Niedersachsen das Wattenmeer als Urlaubs-, als Erholungsort sehen, aber für uns, für diejenigen, die aus den Küstenregionen stammen, ist es mehr: Es ist die Identität der norddeutschen Küstenregion, es ist Heimat, und wir wissen sehr wohl, dass das Gebiet nicht nur ein Naturschutzraum ist, sondern eben auch mit hoher Wirtschaftskraft verbunden ist - ein sehr gutes Engagement und eine sehr gute Mischung aus Ebbe, Engagement und Wirtschaftskraft. Wir alle wollen dieses Weltnaturerbe natürlich weiterhin bestehen lassen. Aber ich sage auch deutlich: Es geht nicht nur um Naturschutz, es geht eben auch um die Wirtschaftskraft, und dafür stehen wir auch weiterhin ein. Natürlich wissen wir, dass das Wattenmeer selbstverständlich auch Herausforderungen hat. Wir wissen, dass es große Punkte gibt, die wir gemeinsam angehen müssen. Die Klimakrise ist nicht von der Hand zu weisen. Wir wissen sehr wohl: Der Meeresspiegelanstieg, die Sturmfluten und alles, was dazu gehört, das ist nicht irgendeine Geschichte, die wir erzählen, sondern es ist Realität, und es geschieht im Hier und Jetzt. Wir wissen natürlich auch das ist gerade schon einmal gefallen, dass es auch Bedrohungen gibt, die oftmals vielleicht nicht im ersten Moment sichtbar sind. Ich rede über Plastik im Meer. Jeder von uns sieht, wenn er an der Küste ist, dass Mülltüten an den Strand gespült werden, dass Plastikdeckel im Wattenmeer vorzufinden sind. Wir haben ja, das gehört zur Wahrheit dazu ein erhebliches Problem mit Plastik im Meer und auch mit Mikroplastik, und wir wissen sehr wohl, dass wir hier auch ran müssen - mit Recycling, aber auch mit Aufklärung, mit allem, was dazugehört. Man darf in diesem Zuge sagen: Lassen Sie nicht die Welle der Probleme über uns ergehen, sondern lassen Sie uns dieser als Wellenbrecher entgegenstehen! Dafür stehen wir klar ein. Jetzt komme ich zu einem Punkt, der auch im Titel der Aktuellen Stunde mitbenannt ist. Ich rede hier als örtlicher Wahlkreisabgeordneter der Insel Borkum nicht nur theoretisch, sondern auch über ein Thema und über einen Ort, die mich sehr bewegen. Ich glaube, das ist für jeden nachvollziehbar. Ich will an dieser Stelle auch deutlich sagen: Ich bin viel auf der Insel unterwegs, und wir nehmen sehr wohl die Ängste, die Sorgen, die Nöte der Insulanerinnen und Insulaner sehr, sehr ernst. Wir als SPD-Fraktion haben auch immer wieder betont: Für uns ist klar, es darf keine negativen Auswirkungen für die Insel geben. Daran hat sich nichts geändert. Das ist eine klare Botschaft auch auf die Insel. Wir werden das natürlich sehr deutlich im Auge haben. Wir machen uns hier keinen schlanken Fuß. Aber alles infrage zu stellen, bringt uns in dieser Angelegenheit auch nicht weiter. Ich will noch mal deutlich hervorheben das haben wir vorhin schon gehört, weil mir das, ehrlich gesagt, auch in dieser Debatte hier heute ein bisschen zu kurz gekommen ist: Wir reden beim Wattenmeer über eine wahnsinnige Wirtschaftskraft, über Tourismus, über Restaurants, über Arbeitsplätze, über gute und sichere Arbeitsplätze, und wir wissen auch, dass die Übernachtungszahlen entlang des Wattenmeers, entlang der Nordseeküste noch weiterhin steigend sind. Deswegen ist für uns völlig klar, dass wir auch hier ranmüssen. Wir sehen nicht nur das Hier und Jetzt, sondern wir wissen, dass wir diesen Sektor natürlich auch zukünftig vollkommen schützen müssen. Wir müssen hier auch den Tourismus stärken, und wir müssen den Leuten draußen auch weiterhin zeigen, wie schön unsere Landschaft ist. Dafür stehen wir als Fraktion klar ein. Genauso spielt der Sektor der Gesundheitsversorgung eine große Rolle. Auch das weiß ich von mir im Wahlkreis, aber auch von vielen Kolleginnen und Kollegen. Wir haben entlang des Wattenmeers viele Reha- und Kurkliniken. Viele Menschen, die krank sind, kommen zur Erholung hierher: Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen, Erholung. Auch hier gilt, dass wir darauf stolz sein können. Natürlich wissen wir sehr wohl, dass wir unsere Gesundheitsversorgung auch hier stärken müssen, damit die Bürgerinnen und Bürger, damit die Menschen weiterhin eine gute Gesundheitsversorgung entlang der Nordseeküste haben. Abschließend sei gesagt: Die Herausforderungen sind groß, aber den Kopf ins Watt zu stecken, bringt auch nichts. In diesem Sinne: Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin daran arbeiten, dass wir unsere Region stärken! Lassen Sie uns weiterhin dafür sorgen, dass wir Sicherheit haben! Lassen Sie uns aber auch weiterhin dafür sorgen, dass wir auch die Wirtschaftskraft hier vor Ort stärken! Herzlichen Dank.
