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Jonas Pohlmann

CDU 27.09.2024 4:34 min Tagungsabschnitte 19/19

Grüner-Wasserstoff-Standort Niedersachsen - wie entwickelt sich die Infrastruktur?

Bitteschön, Herr Pohlmann! Danke schön. - Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was haben Robert Habeck und ich gemeinsam? Georgsmarienhütte ist mein Lieblingsstahlwerk in Deutschland. Das hat er gesagt, als er in der letzten Woche das Stahlwerk bei uns besucht hat. Ich sage es auch. Warum ist es unser Lieblingsstahlwerk? Weil die Verantwortlichen es dort schon vor 30 Jahren geschafft haben, vom klassischen Hochofen auf Elektrostahl umzustellen ohne Förderung übrigens, weil sie dort schon lange als First Mover auf dem Weg zum green Steel sind und weil sie jetzt auch Wasserstoff als Energieträger einsetzen möchten. Sie haben dafür Kooperationen und Forschungsprojekte aufgebaut, als einen Bestandteil, um ab 2039 dann Stahl komplett klimaneutral herstellen zu können. Das war der Werbeblock, aber ich habe mir gedacht, wenn die Kollegen der Grünen dem Umweltminister den Werbeblock mit dieser Fragestunde gönnen so wie die Kollegen der SPD gestern dem Wirtschaftsminister beim Aktionsplan Stahl, dann ziehe ich das jetzt auch durch. Liebe Kolleginnen und Kollegen der Grünen, Sie haben recht, Niedersachsens Chancen beim Wasserstoff sind gewaltig - wenn wir es schlau angehen, wenn wir es pragmatisch angehen. Dass die Grünen in ihrer Anfrage und auch der Minister nur von grünem Wasserstoff, der mit erneuerbarem Strom hergestellt wird, sprechen, klingt erst einmal logisch. Dass sie nur von staatlichen Investitionszuschüssen sprechen, um unsere Industrie beim Hochlaufen der Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen, habe ich mir auch fast gedacht, das ist ja quasi grüne DNA. Aber die Wasserstoffwirtschaft schlau und pragmatisch hochlaufen zu lassen und nicht wieder herunter, bedeutet aus meiner Sicht noch eine Ecke mehr. Das bedeutet erstens, zu erkennen, dass die Ziele unserer Wasserstoffstrategie bis 2030 sportlich sind, wir bei der Umsetzung noch ganz am Anfang stehen und nicht alles, was technologisch machbar ist, auch wirtschaftlich funktioniert. Deshalb müssen wir zweitens Maßnahmen breit anlegen. Dazu gehört natürlich, dass die IPCEI-Projekte der EU Geld in Netze und Elektrolyseure fließen lassen. Das ist aber nicht alles. Wir müssen zusehen, dass wir kleine und mittelständische Unternehmen bei Förderungen, bei Klimaschutzverträgen, bei internationalen Wasserstoffpartnerschaften nicht hinten herunterfallen lassen. Aber wir brauchen dringend auch regulatorische Maßnahmen: Netzentgelte runter, steuerliche Entlastung, ganz entscheidende Punkte. Denn Wasserstoffproduktion wettbewerbsfähiger zu machen, heißt sicher, einerseits Geld zuzuschießen, heißt aber vor allem auch: entlasten, handlungsfähig machen, wieder investitionsfähig machen. Es heißt ebenfalls, dass wir bestehende Infrastrukturen sinnvoll weiternutzen, weiterentwickeln und jetzt nicht den Fehler machen, unsere Gasnetze überstürzt zurückzubauen oder umzubauen. Auch Sie wissen, dass wir enorme Mengen an Wasserstoff brauchen werden, dass wir große Mengen auch importieren müssen, dass wir noch gewaltige Kapazitäten an erneuerbaren Energien drauflegen müssen, um genug grünen Wasserstoff zu produzieren. Deshalb ist es für den Übergang vernünftig, jetzt auch auf blauen Wasserstoff zu setzen, zwar mit fossilem Erdgas als Grundlage, aber mit CO2-neutraler Bilanz, weil das CO2 gebunden werden kann, wenn wir zumindest das Abscheiden und das Verfrachten erlauben. Das gehört dazu. Norwegen hat uns dazu auch schon Angebote zum Einlagern gemacht, die wir nutzen sollten. Denn dann hätten wir die Chance, die Infrastruktur, die wir schon haben LNG-Schiffe, Terminals, Speicher, Gasnetz, weiterzunutzen und das Gas darin schrittweise durch grünen Wasserstoff zu ersetzen. Dafür kann sich die Landesregierung konkret einsetzen, genauso wie für Investitionen in unsere Häfen als Energiedrehscheiben. Dazu kennen Sie auch nicht erst seit gestern einen sehr konkreten Vorschlag von uns. Sie sehen also, konkrete Ansätze gibt's. Ich bin auf Ihre weiteren Ansätze gespannt. Ich habe gehört, es gibt für die Energiewende sogar eine Taskforce. Man tau; denn Niedersachsen - Wasserstoffland Nummer eins, das klingt bestens und ist auch, aber nicht nur, grün. Danke schön.

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