Christian Meyer
Wann ist mit einem aktiven Wolfsmanagement in Niedersachsen zu rechnen?
Der Umweltminister Meyer antwortet. Bitte schön! Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Wir sind jetzt acht oder neun Monate im Amt. Wir haben diesen Dialog unverzüglich eingerichtet. Im Bund war er auch vorgesehen. Der im Bund vorgesehene Dialog ist erst jetzt im Juli gestartet. Wir können jetzt lange erinnern, wie das 16 Jahre war und wer wann wie was gemacht hat oder was Sie damals erreicht haben, auch in der EU. Lassen Sie uns parteiübergreifend einen neuen Konsens finden! Wie ich gesagt habe, ist es doch sehr spannend, wenn sich die Landwirtschaftsverbände auch von Extremen distanzieren. Das haben sie auch gemacht. Als von radikalen Wolfsschützern gefordert worden ist, dass wir der Landesjägerschaft das Monitoring entziehen sollen, weil die Landesjägerschaft angeblich mit der Auricher Erklärung für die Ausrottung des Wolfes ist, haben das Landvolk und alle anderen, die in dem Bündnis sind, klar erklärt: Nein, wir wollen keine Ausrottung. Wir wollen ein besseres Handeln haben, und wir wollen auch Abschüsse haben, aber der Wolf wird hier sein. - Diesen Ausgleich müssen wir hinkriegen. Wenn Umweltverbände wie der NABU ‑ gestern per Pressemitteilung ‑ und der WWF, der ein Papier dazu vorgelegt hat, beide sagen, dass sie über den Abschuss von Problemwölfen, den sie auch schon akzeptiert haben, hinausgehen und das von der Landesregierung vorgestellte Bestandsmanagement mittragen, dann ist das doch ein greifbarer Konsens, den man unterstützen sollte. Wenn wir in Niedersachsen uns zwischen Landwirtschaft und Umweltverbänden einig sind, dann haben wir eine große Chance, über den Niedersächsischen Weg beim Bund vorzugehen. ‑ Als wir zur Bundesumweltministerin gefahren sind, hätte auch herauskommen können, dass sie uns das sagt, was lange gesagt worden ist: Es reicht alles aus; ihr müsst nur eure Möglichkeiten stärker nutzen. - Das haben wir jahrelang gehört, scheitern aber immer in der Praxis, wie geschildert, an Gerichten und an den Punkten. Deshalb war ich sehr froh, dass sie auch öffentlich gesagt hat: Die bisherige Praxis und die bisherigen Leitfäden und die bisherigen Regeln sind nicht ausreichend; ihr Ziel ist es, schneller und unbürokratischer zu Entnahmen zu kommen. Diesen Worten müssen jetzt Taten folgen. Diese werden wir uns Ende September anschauen. Man wird dann sehen, ob sie insgesamt ausreichend sein werden. Wir werden uns dazu mit eigenen Vorschlägen einbringen. Aber Sie können darauf setzen, dass diese Landesregierung ‑ auch für den Konsens in diesem Land ‑ dafür sorgen wird, dass wir den Ausgleich zwischen den Interessen der Weidetierhaltung und des Wolfsschutzes hinbekommen. Wir wollen es erreichen, dass der Staat da, wo er handeln muss, auch handelt. Ich verstehe den Ärger, der auch mein eigener ist: Da ist ein Riss, ein Schaden, jemand ist betroffen, und momentan können wir aufgrund der Rechtslage im Bund nicht so handeln, wie es vernünftig wäre. Deshalb sollten Sie sagen: Das, was die Landesregierung tut, entspricht einem großen Konsens. Ich lade die CDU gerne dazu ein. Die AfD ‑ das haben Sie ja verkündet ‑ will ja alle Wölfe ausrotten. Aber wenigstens sagen die Demokraten: Wir bleiben beim Artenschutz. Wir rotten den Wolf nicht wieder aus. Aber wir werden in betroffenen Regionen auch handeln. Wir müssen, weil der Wolf hier bleibt, weiterhin die wichtige Weidetierhaltung, die tierschutzkonform ist, die den Naturschutz und die Heide prägt, erhalten. Dafür müssen wir auch bereit sein, an der Seite der Weidetierhalter zu stehen, denn sie sind die Geschädigten der Wolfspolitik. Sie sind diejenigen, die die Risse haben. Deshalb muss die Gesellschaft auch bereit sein, das weiterhin finanziell und politisch zu unterstützen. Deshalb stehen wir an der Seite der Schäferinnen und Schäfer, der Pferdehalter und der Rinderhalter! Das ist die Aussage, die wir treffen. Wir stehen nicht an der Seite von denjenigen, die den Wolf verharmlosen, oder denjenigen, die sagen: Es gibt kein Problem, wir leugnen das! Vielen Dank, Herr Minister Meyer. -
