Julia Willie Hamburg
Schulfrieden nicht gefährden: für eine zukunftsfeste Bildung unserer Kinder mit individueller Förderung statt Einheitsschule und Einheitslehrern
Die Kommunen haben als Schulträger breite Entscheidungsmöglichkeiten, wie sie ihr Schulsystem aufstellen, und das ist auch gut so. Denn am Ende sind wir uns auch, glaube ich, einig, dass eine gute Schule sich nicht an der Schulform und an dem Schild draußen bemisst, sondern daran, wie sie pädagogisch arbeitet. Da erleben wir auch innerhalb der einzelnen Schulformen in Niedersachsen eine große Vielfalt, und das ist auch gut so. Ich würde gerne auch richtigstellen, Herr Fühner: Im Heidekreis gibt es zwei IGS-Gründungen. Weil die CDU das wollte! Auch die CDU hat diesen Gründungen zugestimmt, Herr Fühner. Insofern finde ich es absurd, das als Beleg für eine ideologische Landespolitik und Landesregierung herbeizureden. Das möchte ich zurückweisen. Ich frage mich auch, was Sie mit „Einheitsschule“ meinen: die IGSen, die Schulpreise gewonnen haben, die Alemannenschule, die Sie hier immer wieder anführen, weil sie so innovative Lernkonzepte hat, oder vielleicht die Grundschulen in Niedersachsen, die alle Kinder individuell fördern? Es ist mir schlichtweg nicht klar, vor welcher Schule Sie hier eigentlich warnen. Auch zum Thema Einheitslehrkraft finde ich Ihre Vorhaltungen tatsächlich absurd. Wir streben an, die Lehrkräftebildung zu modernisieren. In der Vergangenheit haben sich diverse Verbände bei uns gemeldet und zum Beispiel gesagt: „Frau Hamburg, wir brauchen eine hohe Praxis, einen hohen Praxisanteil!“ Wir reden gerade mit den Universitäten darüber, wie wir von GHR 300 für alle Lehrämter lernen können. Oder auch: „Wir brauchen eine hohe Fachlichkeit!“ Diese wollen wir steigern. Wir wollen alle Lehrkräfte im Sek‑I-Bereich künftig nach dem gymnasialen Niveau ausbilden. Das heißt, auch hier steigern wir am Ende die Fachlichkeit der Gymnasien bei der Lehrerausbildung deutlich. Und ehrlich gesagt, Herr Fühner: Am Ende schauen wir uns auch reale Gegebenheiten an. Denn wir haben Studiengänge für Schulformen, die hier in Niedersachsen schlichtweg nicht mehr angewählt werden. Wir haben hier einen erheblichen Fachkräftemangel. Natürlich ist es auch unsere Verantwortung, auch auf diese Entwicklungen zu reagieren und das an dieser Stelle zu beheben. Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen versichern, dass die Landesregierung die Vielfalt der Schulen in Niedersachsen schätzt und unterstützt und auch an jeder Stelle befördert. Lassen Sie mich als letzten Satz nur sagen: Wir haben im ersten Jahr A 13 auf den Weg gebracht, einen Sozialindex auf den Weg gebracht, Schulsozialarbeit verstetigt, zusätzliche pädagogische Mitarbeitende auf den Weg gebracht, „Startklar“-Stellen verlängert, Arbeits- und Gesundheitsschutz gestärkt, Schulpsychologie gestärkt, Basiskompetenzen gestärkt. Ich könnte noch unzählige weitere Beispiele nennen. Aber ich finde, für anderthalb Jahre lässt sich das sehen. Vielen Dank.
