landtag-niedersachsen.de ↗

Alfred Dannenberg

AfD 13.03.2024 3:45 min Tagungsabschnitte 19/14

Niedersachsens Wälder zukunftssicher umbauen - klimaresilienten Waldumbau gestalten

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Niedersachsens Wälder zukunftssicher umbauen - klimaresilienten Waldbau gestalten“. Das fachkundige Auge erkennt die rot-grüne Handschrift dieses Antrages recht bald. Woran? - Erst einmal: Ersatzreligion Klima ‑ fortwährend ‑, und dann so manche wirklichkeitsferne und widersprüchliche Details. Zum Beispiel: Einerseits wollen Sie den Anteil von Laubbäumen signifikant erhöhen, andererseits wollen Sie eine Holzbauoffensive für Niedersachsen starten. Unsere heimischen Wälder sollen den Rohstoff Holz für die Bauindustrie liefern. Wissen Sie eigentlich, aus welchen Baumarten Konstruktionsvollholz, Dachstühle, Dachstühle, Dachlatten, OSB-Platten und auch Paletten hergestellt werden? Aus Nadelholz, weil es gerade gewachsen ist, leicht ist, passende Faserigkeit aufweist, somit gut zu transportieren und zu verarbeiten ist. Laubholz hat diese Eigenschaften meist nicht. Deshalb will es die Bauindustrie auch kaum. Da können selbst die Grünen nicht gegenansubventionieren. Versuchen Sie es gar nicht erst! Und bitte kommen Sie auch nicht mit dem anderen Klassiker links-grünen Denkens: Dazu haben wir noch Forschungsbedarf, aber wir legen einfach mal los, und dann werden wir schon sehen. - Das ist unverantwortlich, genau wie Ihre verkorkste Energiewende. Nächster Juckepunkt: Für Sie scheint das Wild ein Feindbild zu sein. Sie wollen Verbissgutachten verstärkt als Grundlage für Abschusspläne heranziehen und die Abschlussplanerfüllung stärker in den Fokus nehmen. Trotz aller sonstigen Beteuerungen, die wir auch gerade gehört haben: Das ist „Wald vor Wild“, was Sie wollen, und Sie wollen diejenigen an die Kandare nehmen, die da nicht mitgehen wollen. Wir von der AfD stehen aber für Wald und Wild. Sie wollen die Hürden für Kahlschläge weiter heraufsetzen ‑ Moment! ‑, es sei denn, es geht um Kahlschläge für Windkraftanlagen. Dann ist alles gut. Welch ein Widerspruch! Sie beklagen den Käferfraß im Wald, wollen aber Biozide und Pflanzenschutzmittel im Wald stärker begrenzen. Ganz schön riskant! Sie wollen „die Entwässerung von Wäldern mit Gräben“, so wörtlich, „beenden“. Dabei müsste aber gerade nach diesem niederschlagsreichen Jahr das Wasser vielerorts raus aus dem Wald. Statt „beenden“ müsste es heißen „regulieren“; denn wir brauchen intelligente Lösungen, keine ideologischen Einbahnstraßen. Und dann noch Ihr Klassiker, die Klimakrise. In diesem Antrag war es im vierten Satz so weit, dass sich die Unfachlichkeit in Form dieses Modewortes Bahn brechen durfte. Gern noch mal zum Mitschreiben: Klimakrise ist kein Fachterminus, sondern ein politischer Kampfbegriff, mehr nicht - hatten wir schon mal. Der ideologiegetriebene Malus vieler Ihrer Anträge - leider. Wir von der AfD gehen da nicht mit. Unsere Lösungen: wie immer die Freiheit, meine Damen und Herren. Der einzelne Waldbesitzer weiß am besten, wo er Laubholz einstreuen kann, wenn er bislang bloße Nadelholzbestände hatte, und inwieweit und ob es für ihn überhaupt sinnvoll ist. Er weiß selbst am besten, ob und wann sein Wald Be‑ oder Entwässerung braucht. Waldbesitzer haben seit Generationen ein gutes Gespür für die Balance zwischen Wald und Wild. Für sie gibt es keine Klimakrise, aber sie kennen die Launen der Natur und leben mit ihnen, wie mein jetzt 80-jähriger Vater. Als 1972 der Orkan Quimburga weite Teile Niedersachsens verwüstete, war auch der Wald meiner Familie schwer getroffen. Damals hat keiner „Klimakrise!“ geschrien. Mein Vater hat seinen Forst wieder in Gang gebracht ‑ marktfähig ‑, und ich zolle ihm und seiner Generation Dank und Respekt für ihren unaufgeregten Pragmatismus. Waldbesitzer denken gottlob in Generationen und nicht in Legislaturperioden und erst recht nicht in den Kategorien rot-grüner Narrative und rot-grünen Wunschdenkens. Danke dafür.

Alle Reden von Alfred Dannenberg Rede ansehen ↗