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Sophie Ramdor

CDU 27.05.2026 3:13 min Tagungsabschnitte 19/34

Von der Praxis ins Herz der Region: Kinderärzte vor Ort stärken

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einige Probleme sind schon lange ausreichend beschrieben, Lösungen aus der Fachpraxis wurden vorgeschlagen und an die Politik adressiert, und trotzdem ist nichts passiert. Heute geht es um solch ein Thema. Es geht um die medizinische Versorgung der Jüngsten in diesem Land, um Eltern, die bereits vor der Geburt händeringend eine Arztpraxis suchen und dafür weite Wege auf sich nehmen, weil sie vor Ort keine Praxis mehr finden. Heute geht es darum, wie wir uns den Start unserer Kinder in ihr Leben vorstellen, wie wir sie begleiten und was wir ihnen in Niedersachsen ermöglichen wollen. Wir als CDU-Fraktion wollen, dass unsere Kleinsten gut und verlässlich medizinisch versorgt werden, damit sie bestmöglich aufwachsen und gesundheitlich stark heranwachsen können. Genau deshalb braucht es jetzt diesen Antrag. Seit über acht Jahren wird darauf hingewiesen, dass die kinder- und jugendärztliche Versorgung unter Druck steht. Wenn Vorsorgeuntersuchungen ausfallen, Diagnosen verzögert gestellt oder Therapien verspätet begonnen werden, dann kann das zu Krankheiten führen, die chronisch werden und langfristige gesundheitliche Schäden hervorrufen. Und dabei hätten wir sie vermeiden können. Eine schwache ambulante Versorgung führt zudem dazu, dass andere Systeme, zum Beispiel die Notaufnahme, überlastet sind, weil sich Eltern in ihrer Verzweiflung nicht anders zu helfen wissen, als zu anderen Stellen zu gehen. Diese Problematik bleibt bestehen, obwohl die Anzahl der niedergelassenen Ärzte leicht gestiegen ist. Woran liegt das? Es liegt daran, dass die Aufgaben eines Kinder- und Jugendarztes immer umfangreicher geworden sind. Der medizinische Fortschritt hat zu mehr Versorgung und mehr Impfungen geführt, vor allem auch zu mehr Vorsorgeuntersuchungen. Kinder- und Jugendärzte behandeln zudem immer komplexere Erkrankungen und haben eine steigende Zahl von Patientenkontakten, zum Beispiel weil psychische Erkrankungen bei Kindern zugenommen haben. Diese Aspekte werden in der aktuellen Bedarfsplanung nicht mehr berücksichtigt, weshalb auf dem Papier eine gute Versorgung in den Regionen steht, was aber nichts mit der Praxis und der Realität zu tun hat. Denn die Realität sind überfüllte Wartezimmer und Aufnahmestopps in vielen Praxen. Wir müssen uns deshalb dafür einsetzen, dass im Rahmen der Bedarfsplanung der tatsächliche Versorgungsbedarf abgebildet wird und dementsprechend eine ausreichende Anzahl von Kinderarztsitzen ausgewiesen wird. Um das System zu stabilisieren, benötigen wir zudem mehr Ärzte, und das vor allem im ländlichen Raum und in unterversorgten Regionen. Auch damit erzähle ich nichts Neues. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Hinweise und warme Worte nicht helfen, sondern dass wir gezielt Anreize und Angebote schaffen müssen, damit junge Menschen sich entscheiden, in diese Regionen zu gehen. Das Land muss dafür sorgen, mehr jungen Menschen den Traum vom Arztberuf zu ermöglichen, und zugleich mit ihnen vereinbaren, dass sie sich in bestimmten Regionen in diesem Bundesland niederlassen mögen. Frau Ramdor, lassen Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Gäde zu? Ja. Vielen Dank, Frau Ramdor, für das Zulassen der Zwischenfrage. Vor dem Hintergrund Ihrer eben getätigten Aussagen frage ich:

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