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Christian Schroeder

GRÜNE 07.11.2024 5:41 min Tagungsabschnitte 19/20

Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen stärken - DGE-Standards verbindlich umsetzen

Schroeder. Bitteschön, Herr Schroeder! Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Sie alle haben in den Medien sicherlich schon einmal von den Menschen auf Okinawa gehört. Auf der japanischen Insel werden die Menschen oft besonders alt, häufig sogar über 100 Jahre. Wenn die Menschen befragt werden, woran das liegen mag, erhält man oftmals die gleiche Antwort: erstens eine positive Einstellung zur Zukunft, zweitens viele soziale Kontakte und drittens vor allem eine gesunde Ernährung: viel frisches Obst und Gemüse, wenig, aber gutes Fleisch und zugegeben weniger Alkohol als bei uns. In Japan, aber auch in Frankreich wird gesunde Ernährung bereits in der Grundschule gelebt: frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln und sogar Milchprodukte aus der Region, ja sogar verschiedenste Weichkäse als Dessert in aller Vielfalt. So entwickelt sich eine gesunde und vernünftige Esskultur! Ernährung ist nicht nur Nahrung - sie soll Spaß machen, sie soll schmecken, sie soll vielfältig sein. Das wollen wir auf den Weg bringen, meine Damen und Herren. Mit der Einbringung dieses Antrags beginnen wir einen entscheidenden Prozess hin zu einer besseren Ernährung, vor allem für die jüngsten und ältesten Mitmenschen unter uns - gesund, weil gemäß Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), lecker, weil hochwertig, frisch und vor Ort zubereitet sowie nachhaltig, weil regional produziert und dadurch mit nur kurzen Lieferwegen. Die Umsetzung der wissenschaftlich fundierten Qualitätsstandards der DGE ist dabei der zentrale Bestandteil unseres Antrags und der Ernährungsstrategie, die wir vorhalten müssen. Über 15 % aller Kinder in Deutschland Karin Logemann hat es gesagt sind übergewichtig. Die damit verbundenen Gesundheitsrisiken wie Typ‑2-Diabetes und später Herz- Kreislauf-Erkrankungen stellen ein ernsthaftes Risiko für die Kinder dar. Schlechte Ernährung kann nicht nur zu physischen, sondern auch zu psychischen Erkrankungen führen. Schlechte Ernährung, gerade in jungen Jahren, beeinträchtigt die körperliche und geistige Entwicklung. In der Folge gibt es Menschen, die häufiger krank und weniger belastbar sind, höhere Kosten für unser Gesundheitssystem und eine insgesamt niedrigere Lebenserwartung in der Bevölkerung. Deshalb müssen wir alles daransetzen, den Zugang zu gesunden, vollwertigen und vor allem schmackhaften Mahlzeiten zu gewährleisten. Die Gemeinschaftsverpflegung durch Mensen hat das Potenzial, eine echte Schlüsselrolle auch in der Ernährungsbildung einzunehmen. Frau Bode, wir brauchten da keine Erinnerung. Zum einen: Einen Termin mit den ganzen Verbänden organisieren wir nicht mal eben so von einer Woche auf die andere; das ist schon sehr viel früher passiert. Zum anderen arbeite ich seit 26 Jahren als Koch. In dieser Zeit habe ich mich sehr ausgiebig auch mit den Ernährungsgewohnheiten der Kleinen beschäftigt. Von daher haben wir die Nachhilfe gar nicht gebraucht. Danke schön trotzdem. Kitas und Schulen sind nicht nur Orte des Lernens, sie sind Lebensräume. Hier entwickeln und verinnerlichen die Kinder auch ihre Essgewohnheiten. Denn zu Hause ist das nicht mehr immer so möglich. Sie verbringen immer mehr Zeit in den Schulen. Dort haben wir eine Verantwortung zu tragen. Wichtig hierbei ist auch, die Standards für die Vergabeverfahren anzupassen natürlich. Es ist nicht möglich, nötig und vor allem auch nicht zielführend, immer dem günstigsten Anbieter den Zuschlag zu erteilen, sondern wir müssen uns das Preis-Leistungs-Verhältnis angucken: Wie ist die Qualität dahinter? Woher kommt das Produkt, und wie kriegen wir es an die Kinder? Mit einem klaren Stufenplan und der Einbeziehung aller Akteure, die genannt wurden, wollen wir diese Maßnahmen umsetzen. Natürlich gehören die HauswirtschaftlerInnen dazu. Das ist doch ganz klar! Wir haben doch ansonsten gar keinen, der es besser weiß als sie. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir die Vernetzungsstelle Seniorenernährung weiter stärken. Eine gesunde Ernährung ist nicht nur für die Kleinen von Vorteil und wichtig, sondern für alle Menschen, gleich welchen Alters. Eine gesunde Ernährung ist auch eine soziale Frage und trägt dazu bei, die Lebensqualität, Aktivität und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Meine Damen und Herren, die Menschen verdienen eine Chance auf gesunde Ernährung, und das unabhängig vom eigenen Geldbeutel, so wie es uns im Januar 2024 durch den BürgerInnenrat als klarer Arbeitsauftrag mitgegeben wurde. Entwickeln wir also die Mensen in Niedersachsen zu Lernorten der Ernährungsbildung! Stärken wir die Vernetzungsstellen! Halten wir uns an die wissenschaftlich fundierten Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung! Warum auch nicht? Warum geben wir sie sonst in Auftrag, wenn wir am Ende nichts davon wissen wollen? Natürlich müssen wir uns daran orientieren. Ich freue mich trotzdem auf die anstehenden Beratungen im Ausschuss und auch auf die Anmerkungen der CDU. Ich bin mir sicher, dass wir Punkte davon übernehmen werden. Das ist doch gar keine Frage, dass wir uns angucken, wie wir diesen Antrag noch unterfüttern und ausweiten können. Wir werden die Verbände anhören und auch dabei genau zuhören. Wenn von ihnen Anmerkungen kommen, werden wir diese natürlich auch prüfen. Wir werden ganz sicher interministeriell zusammenarbeiten und das auch müssen. Der Kultusbereich spielt natürlich eine Rolle; ihm werden wir zuhören. Wir werden zuhören, was die SozialpolitikerInnen zu sagen haben. Ich freue mich auf diese Zusammenarbeit und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Danke schön. Vielen Dank, Herr Schroeder. - Die nächste Wortmeldung:

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