Pascal Leddin
Agrarsektor in Niedersachsen stärken: für eine auskömmliche und zukunftsfähige Landwirtschaft in bäuerlicher Hand!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Landwirtschaft braucht Land. Dieser Satz klingt erst einmal simpel. Aber er bringt die Herausforderung unserer Zeit auf den Punkt. In Niedersachsen wird Boden immer knapper und immer teurer. Was früher von bäuerlichen Familien bewirtschaftet wurde, landet heute immer häufiger bei Investoren, die mit Landwirtschaft rein gar nichts zu tun haben. Das hat Folgen. Junge Landwirtinnen und Landwirte haben kaum noch die Chance, Flächen zu pachten oder gar zu kaufen. Familienbetriebe geben auf, weil sie mit den Preisen einfach nicht mehr mithalten können. Wenn wir so weitermachen, ist die Landwirtschaft am Ende in der Hand einiger weniger Großbetriebe und anonymer Fonds, aber nicht mehr in der Hand derer, die dort wirklich wirtschaften. Landwirtschaft ist kein Monopoly. Es geht hier doch nicht um ein Spiel, bei dem der gewinnt, der die meisten Flächen aufkauft! Es geht um Existenzen, um Familien, um unsere Ernährungssicherheit. Genau deshalb sagen wir: Bauernland gehört in Bauernhand. Dabei geht es nicht nur um die Betriebe selbst. Es geht um uns alle. Denn wenn Investoren den Markt bestimmen, dann spüren das auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. Dann geht Regionalität verloren, dann werden Preise gedrückt, aber nicht im Supermarktregal, sondern bei den Erzeugern. Am Ende leiden die, die unsere Lebensmittel produzieren, während die Gewinne in andere Taschen fließen. Wo bäuerliche Betriebe verschwinden, verlieren auch unsere Dörfer. Da fehlt die Familie, die den Verein stützt; da fehlen die Nachbarn, die alle in der freiwilligen Feuerwehr sind; da fehlt die Stimme, die das Dorf lebendig hält. Landwirtschaft ist mehr als Nahrungsmittelproduktion. Sie ist Teil unseres ländlichen Zusammenhalts. Genau diesen Zusammenhalt müssen wir verteidigen. Deshalb will ich klar sagen: Wer sich grundsätzlich gegen dieses Gesetz stellt, stellt sich nicht auf die Seite der bäuerlichen Familien. Wer hier Nein sagt, nimmt in Kauf, dass Betriebe verschwinden und unsere Dörfer immer leerer werden, dass unsere Höfe verdrängt werden und unsere Ernährungssicherheit geschwächt wird. Machen Sie bitte nicht diesen Fehler, sondern stellen Sie sich hinter die niedersächsischen Landwirtinnen und Landwirte! Mit diesem Gesetz setzen wir ein klares Zeichen. Wir schützen die, die morgens auf dem Acker stehen und abends im Stall arbeiten. Wir geben jungen Menschen eine echte Perspektive, in die Landwirtschaft einzusteigen. Und wir machen deutlich: Wer in Niedersachsen nur die Rendite sucht, hat hier nichts zu suchen. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Boden ist nicht vermehrbar. Jeder Hektar, der in die falschen Hände gerät, fehlt morgen einer bäuerlichen Familie. Wer jetzt behauptet, wir bräuchten keine Regeln, der nimmt in Kauf, dass die Landwirtschaft in Niedersachsen Stück für Stück verkauft wird. Das dürfen wir nicht zulassen! Deswegen lade ich Sie ein, diese Chance nicht zu verspielen. Herr Leddin, lassen Sie eine Zwischenfrage von Herrn Dr. Mo hrmann zu? Im Ausschuss gerne. Leider nicht. - Bitte, dann fahren Sie fort! Dieses Gesetz ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Lassen Sie uns gemeinsam Verantwortung übernehmen für eine Landwirtschaft, die fair ist, die nachhaltig ist und die in den Händen derer bleibt, die dort wirklich wirtschaften. Vielen Dank.
