Pascal Leddin
Agri-Photovoltaik in Niedersachsen voranbringen - Chancen für die Landwirtschaft nutzen!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Niedersachsen ist Agrarland. Seit Jahrhunderten ernähren unsere Böden die Menschen, und noch heute hängt unser Leben davon ab. Doch eines ist klar: Zukunftsfähig werden wir nur dann sein, wenn unsere Felder nicht nur Lebensmittel hervorbringen, sondern auch saubere Energie. Die Frage ist also nicht: Landwirtschaft oder Energie? Die Frage ist: Wie schaffen wir beides im Einklang und nicht im Widerspruch? Natürlich nutzen wir zuerst Dächer und bereits versiegelte Flächen. Aber das allein reicht nicht aus. Im Klimagesetz haben wir verbindlich festgelegt: 0,5 % unserer Landesfläche brauchen wir für Photovoltaik. Zum Vergleich: Allein für Energiemais setzen wir heute schon deutlich mehr ein. Aber jede Fläche, die wir zusätzlich belegen, fehlt der Landwirtschaft. Jeder Hektar, der für Straßen, Industrie oder Wohnbebauung verloren geht, erhöht den Druck auf die Betriebe und auch auf unsere Umwelt. Die Lösung heißt Agri-PV. Photovoltaik nicht statt Landwirtschaft, sondern mitten in ihr. Versuche zeigen, wie groß die Chancen sind: Schutz vor Hagel, vor Hitze, vor Verdunstung, Schatten für Hühner und Schafe, und vor allem: die Bäuerin bleibt Bäuerin und der Bauer bleibt Bauer. Sie produzieren weiter wertvolle Lebensmittel, und zusätzlich erzeugen sie Energie. Damit sichern sie sich ein verlässliches Einkommen unabhängig von schwankenden Agrarpreisen. Agri-PV bricht mit dem alten Entweder-oder. Es ist ein klares Sowohl-als-auch. Genau deswegen handeln wir. Wir haben bereits per Erlass Freilandgeflügelhaltung und Agri-PV vereinfacht. Ich danke unserer Landwirtschaftsministerin ausdrücklich dafür, dass das möglich ist. Wir wollen weiter forschen. Wir wollen Genehmigungen erleichtern, und wir wollen Beratungen ermöglichen, damit Landwirtinnen und Landwirte diesen Weg gehen können. Leider haben noch nicht alle das Prinzip mit der Sonneneinstrahlung verstanden. Wir haben es hier gerade gehört. Das ist schade, weil es eigentlich relativ simpel wäre. Im Ausschuss, Herr Dannenberg Sie haben es gerade hier noch mal wiederholt haben Sie gesagt, eine Energieeinheit könne man nur einmal nutzen, entweder für eine Pflanze oder für ein Solarmodul. Das klingt fast so, als würde unter einem Solarmodul die Natur den Dienst quittieren: Pflanzen stellen das Wachstum ein, Hühner legen keine Eier mehr und der Boden denkt sich: Na gut, dann habe ich heute eben Feierabend. Die Realität ist doch aber genau andersrum: Pflanzen wachsen auch unter Solarmodulen und oft sogar besser, weil sie vor Hitze, Hagel und Trockenstress geschützt sind. Deswegen sage ich es noch einmal: Die Sonnennutzung ist kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Die Aussagen von der AfD waren in sich absolut nicht schlüssig wir haben es gerade alle miterlebt und waren in sich total widersprüchlich. Sie haben im Bereich Landwirtschaft und Erdkunde noch sehr, sehr viel Nachholbedarf, Herr Dannenberg. Vielen Dank.
