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Jessica Miriam Schülke

AfD 11.09.2025 3:21 min Tagungsabschnitte 19/27

Denkmalschutz oder Denkmalschwund? Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung aus dem "Schwarzbuch der Denkmalpflege"?

Vielen Dank. - Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Herren und Damen! Ich verlese die Dringliche Anfrage der AfD-Fraktion mit dem Titel: „Denkmalschutz oder Denkmalschwund? Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung aus dem,Schwarzbuch der Denkmalpflege'?" Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz veröffentlichte jüngst zum ersten Mal ein „Schwarzbuch der Denkmalpflege", das bundesweit Denkmalverluste aus den Jahren 2023 und 2024 dokumentiert. Dieses Dokument berichtet vom fortschreitenden Verfall und unwiederbringlichen Abriss historischer Baudenkmale, die unsere kulturelle Landschaft geprägt haben. Die Stiftung resümiert, dass in Deutschland im genannten Zeitraum mindestens 900 Denkmale verloren gegangen seien, man müsse aber von einem größeren Umfang ausgehen. Neben dem kulturgeschichtlichen Verlust für die Allgemeinheit ist die Zerstörung solcher Kulturdenkmale gerade für die örtlichen Bürger eine Erfahrung von Heimatverlust. Das Schwarzbuch nennt auch für Niedersachsen zehn erfolgte oder zu befürchtende Verluste an Bauten. Ausdrücklich hingewiesen wird auf den Abriss der „Kohlenkirche" bei der Zeche Georgschacht in Stadthagen (Landkreis Schaumburg), ein Zeugnis des niedersächsischen Steinkohlebergbaus und monumentales Jugendstilgebäude, über das die Stiftung Denkmalschutz sagt: „Als höchst ungewöhnlicher Industriebau hätte die Kohlenkirche mit den richtigen Impulsen zu einem regionalen Hotspot werden können ‑ ähnlich wie die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet oder die Völklinger Hütte im Saarland." In Göttingen steht ein denkmalgeschütztes, vor 1590 im Renaissancestil errichtetes Fachwerkhaus vor dem Verfall. Als gefährdet gilt auch das Conti-Gebäude in Hannover-Limmer. Oft lassen Eigentümer aus Kostengründen die Objekte verfallen oder erreichen behördlich oder vor Gerichten eine Aufhebung des Denkmalschutzes mit nachfolgenden Abrissen der Gebäude. Eine landeseigene Erfassung der Denkmale ist mit dem Denkmalatlas Niedersachsen gegeben. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung: 1. Wie vielen Gebäuden ist in der vergangenen und aktuellen Legislaturperiode der Denkmalschutz aberkannt worden, welche davon waren kulturhistorisch von besonderer Bedeutung, und bei wie vielen kam es hernach zum Abriss? 2. Welche Verbesserungen der Denkmalschutzförderungen sind für Niedersachsen wünschenswert, gegebenenfalls auch durch eine Überarbeitung der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen? 3. Welche Kommunikationsmaßnahmen sind gegebenenfalls geplant, um die Öffentlichkeit besser über den Denkmalatlas und den Zustand und die Gefährdungen von Denkmalen zu informieren? Vielen Dank. Vielen Dank. - Für die Landesregierung antwortet der Minister für Wissenschaft

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