Pascal Mennen
Klare Regeln für KI an Schulen und Studienseminaren - Rechtssicherheit schaffen und Kompetenzen nutzen
Als Nächstes hat sich zu Wort gemeldet: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Herr Kollege Mennen. Bitteschön! Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Herr Reinken, ich möchte zu Ihrem Zitat vorwegschicken: Ich bezweifle, dass die KI das Wort „endlich" genutzt hat. Ansonsten fände ich das schon sehr interessant. Aber es hilft ja, mitzudenken, wenn man ein KI-Zitat bekommt. Sehr geehrte Abgeordnete! „Der Antrag der CDU Niedersachsen fordert klarere rechtliche Rahmenbedingungen und eine systematische Integration von KI-Kompetenzen in Schulen und Studienseminaren. Die verfügbaren Quellen zeigen, dass die CDU bereits ähnliche Initiativen im Hochschulbereich verfolgt, jedoch liegt zum spezifischen Antrag,Klare Regeln für KI an Schulen und Studienseminaren' kein vollständiger Text öffentlich vor. Die Bewertung kann sich daher nur auf inhaltlich verwandte CDU-Positionen stützen." Hier endet das Zitat der von mir benutzten KI, und es wäre ein Blindflug, wenn das die Grundlage meiner Rede zu Ihrem Antrag wäre. Diese Probleme ergeben sich zunehmend auch an Schulen. SchülerInnen erstellen Präsentationen und Referate zu Büchern, die sie nie gelesen haben, und zwar in ca. 15 Minuten so gut, dass im Rahmen eines normalen Referats nichts bemerkt wird. Facharbeiten werden kaum überprüfbar und klug gemacht von SchülerInnen im Prinzip gefälscht, und während des Unterrichts wählen sich SchülerInnen kurz über den eigenen Hotspot am eigenen Handy ein, um beim Schummeln mit der KI dem digitalen Blick der Lehrkraft zu entgehen. Dass all das Veränderungen nach sich ziehen muss, ist offensichtlich. Darin sind wir uns einig. Sie, liebe KollegInnen der CDU, waren schlau. Sie haben für Ihren Antrag nicht die künstliche Intelligenz befragt, sondern haben sich der natürlichen Intelligenz bedient, und zwar der des Kultusministeriums. Sie haben sich in einer Unterrichtung im Kultusausschuss umfassend sagen lassen, was im Kultusministerium getan und geplant wird, welche Notwendigkeiten erkannt wurden, und haben daraus einen Antrag gebastelt. Böse gesagt, verkaufen Sie die Ideen des Kultusministeriums als Ihre eigenen. Verboten ist das nicht. Und es gilt der alte Satz: Besser gut ausgeliehen als schlecht selbstgemacht! Sehr geehrte KollegInnen, KI allein darf es nie sein, aber sie kann umfängliche Vergleiche vorentlasten. Ich habe darum die Ausführungen des Ministeriums aus dem Protokoll des Kultusausschusses und Ihren Antrag nebeneinandergelegt, von der KI vergleichen lassen und dann Punkt für Punkt selbst verglichen. Resultat: etwa 90 % Übereinstimmung. Deshalb an diese Stelle ein großes Lob für die weitsichtigen und weitreichenden Initiativen des Ministeriums im Bereich KI. Vieles, das hier im CDU-Antrag steht, ist bereits auf dem Weg oder wird von den Mitarbeitenden im Ministerium erarbeitet. Noch ein Gedanke: Bei der ganzen Auseinandersetzung zum Thema darf uns eines nicht passieren: Wir dürfen die KollegInnen in den Schulen und Studienseminaren nicht unterschätzen. Ich bin fest überzeugt: Die überwältigende Mehrheit weiß um die Möglichkeiten und die Gefahren der KI. Sie weiß über die Bedeutung der KI, über einen behutsamen, aber mutigen Umgang mit diesem Werkzeug. KI ist ein Werkzeug - so schlicht das klingt, so richtig ist es auch. Darum muss und wird ein wesentlicher Schwerpunkt bei diesem Thema immer in der Aus- und Fortbildung liegen. Auch darin sind wir uns einig. Und am Ende das ist meine persönliche Auffassung sollte jede KI-generierte Information, jedes Ergebnis hinterfragt und überprüft werden. Denn, um zum Anfang meiner Rede zurückzukehren, natürlich steht der komplette Antrag im Internet und ist öffentlich zugänglich. Ich bin gespannt auf die Beratungen im Ausschuss und freue mich drauf. Vielen Dank.
