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Christoph Willeke

SPD 27.05.2026 4:08 min Tagungsabschnitte 19/34

Dem Auftreten von klimabedingten Pflanzenkrankheiten angemessen begegnen - Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade entwickeln

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kartoffelanbau und Zuckerrübenanbau sind zwei ganz maßgebliche Wertschöpfungsketten in Niedersachsen. Wie groß der Einfluss dieser beiden Früchte auf Niedersachsen ist, möchte ich gerne einmal darstellen. Jährlich werden in Niedersachsen rund 6,6 Millionen t Kartoffeln angebaut. Das sind pro Kopf für Niedersachsen 825 kg. 2,2 kg Kartoffeln für jeden Niedersachsen am Tag! Das ist eine ganze Ecke, davon wird man ganz gut satt. Das ist nur die Kartoffel, und sie wird auf nur 5 % nur 5% ! der ackerbaulichen Fläche ganz Niedersachsens angebaut. Mit 5 % der ackerbaulichen Fläche kriegen wir vom Kilokalorienbedarf her Niedersachsen also erst einmal satt; das ist natürlich eine theoretische Rechnung. Ich finde es trotzdem beeindruckend, wie leistungsstark unsere Landwirtschaft in diesen Bereichen ist, wie leistungsstark auch die Kartoffel ist, und ganz nebenbei hat sie im Hinblick auf CO2 auch noch den besten Klima-Fußabdruck von allen Früchten. Diese große Wertschöpfungskette, die sich auch dadurch auszeichnet, dass es keine große Weiterverarbeitung braucht es gibt eine hervorragende Direktvermarktung bei der Kartoffel, ist zu einem großen Teil in Gefahr, und zwar durch die sogenannte Schilf-Glasflügelzikade. Noch ist das Thema kein flächendeckendes Problem, aber wir sehen es an anderen, südlicher gelegenen Bundesländern, dass dort die Verbreitung schon wesentlich ausgeprägter ist und die Erträge und gleichzeitig die Qualität massiv reduziert sind. Es gilt daher, oberste Vorsicht walten zu lassen und vorausschauend und klug zu handeln. Das müssen wir beweisen. Noch, wie gesagt, ist die Schilf-Glasflügelzikade kein flächendeckendes Problem. Dabei soll es aber bleiben. Und zur ehrlichen Darstellung gehört eines dazu: Wir haben ackerbaulich noch nicht das perfekte Mittel dagegen gefunden, sonst wäre man in den südlichen Bundesländern schon weiter. Das ist aber nicht der Fall. Das müssen wir einfach ehrlich anerkennen. Ich glaube, Politik darf nicht den Anspruch haben, Lösungen zu versprechen, die es noch nicht gibt. Nein, wir müssen ehrlich sein, dass wir noch keine perfekte Lösung haben. Wir haben kein Patentrezept dafür; das gibt es noch nicht. Aber es gilt jetzt, den Dreiklang aus Pflanzenzucht, Ackerbau und Pflanzenschutztechnik zu leben. Und dieser Dreiklang hat schon so einige Krisen und Krankheiten überwinden können. Wir wollen also mit diesem Antrag Forschung bündeln und aus den Erfahrungen im Süden lernen. Und ja, wir dürfen auch mal von den Bayern lernen, damit wir zumindest nicht die gleichen Fehler machen. Die Landwirtschaftskammern sind natürlich angehalten, noch enger zusammenzuarbeiten, und Gleiches muss für die Beratungsringe in der Anbaustrategie bei den betroffenen Hackfrüchten gelten. Wir wollen die Aufklärung in Schwerpunktgebieten des Anbaus natürlich besonders unterstützen. Mit diesem Antrag zeigen wir, dass wir am Ball bleiben. Ist deswegen aber dieses Problem gelöst? Nein! Das möchte ich hier ganz klar sagen. Wir müssen dranbleiben. Tun wir das Machbare für unsere Landwirte! Bleiben wir innovativ! Ganz wichtig: Forschen wir weiter! Erkennen wir die Ausbreitungswege, und bereiten wir uns vor! Das Problem der Gummirübe, wie sie genannt wird, ist sehr real und wandert mit der Schilf-Glasflügelzikade bei uns ein. Schauen wir uns das ganz genau an! Dieser Antrag stellt die richtigen Weichen. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Herr Kollege Willeke. - Als Nächstes hat

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