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Kirsikka Lansmann

SPD 16.05.2024 6:11 min Tagungsabschnitte 19/16

Den Bund nicht aus der Verantwortung entlassen: Digitalpakt 2 jetzt auf den Weg bringen

- Ich bitte um Ruhe und Aufmerksamkeit im Hause. Für die Fraktion der SPD hat sich zu Wort gemeldet: die Abgeordnete Kirsikka Lansmann. Bitte schön, Frau Lansmann! Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir an unsere Schulzeit zurückdenken, dann erinnern wir uns daran, dass es Fächer gab, in denen man gut war, und auch Fächer, in denen man nicht so gut war. Bestimmt gibt es auch hier die einen oder anderen Überflieger, die in allem gut waren. Dazu habe ich leider nicht gehört. Mein ‑ ich nenne es mal ‑ nicht so gutes Fach war Mathe. Ich habe mich da durchgequält. Aber das muss heute ja nicht mehr sein; denn es gibt mittlerweile ‑ ‑ ‑ Frau Lansmann, einen Moment, bitte! - Ich freue mich ja, dass die CDU eine so vitale Freude an dieser Aktuellen Stunde hat. Ja, sie denken gerade alle an ihre guten und schlechten Fächer. Das ist doch schön! Herr Vizepräsident Nacke! Jetzt sammeln wir uns alle wieder ein bisschen und schenken Frau Lansmann die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Frau Lansmann, fahren Sie fort. Vielen Dank, Frau Präsidentin. Jetzt haben wir ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt. Heute muss es aber nicht mehr sein, dass man in allen Fächern schlecht ist. Zum Beispiel auch für Mathe gibt es mittlerweile tolle digitale Tools wie bettermarks. Das ist ein adaptives Lernsystem für Mathe. Damit können unter anderem Brüche einfacher visualisiert werden, als Tortenstücke und in Dezimalzahlen dargestellt werden. In diesem Programm kann man sozusagen hin und her spielen, sodass man ein Gefühl für die Verhältnisse bekommt und sich selbstständig ausprobieren kann. So lernen die Schülerinnen und Schüler auf spielerische und vor allem verständliche Art und Weise intuitiv, und sie entwickeln ein besseres Verständnis für die jeweilige Thematik. Einen Moment, bitte, Frau Lansmann! - In der CDU-Fraktion ist es mittlerweile so laut, dass ich die Rednerin fast nicht mehr verstehen kann. Ich bitte doch um etwas Aufmerksamkeit. - Fahren Sie fort, Frau Lansmann! Auch an die CDU-Kollegen: Sie kennen bestimmt diesen Aufklappwürfel. Den kann man mit diesem Programm hin und her schieben und sehen, ob er wirklich passt. Das alles sind tolle Tools. Damit wäre ich bestimmt besser in Mathe gewesen. Von einer gelungenen und fairen Digitalisierung in der Schule profitieren allerdings nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrkräfte. Sie können digitale Endgeräte gezielt und effektiv einsetzen, die Klasse einfacher organisieren und so entlastet werden. Die Lehrkräfte können durch digitale Tools auch die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler besser monitoren und sie entsprechend individueller fordern und fördern. Aber um diese tollen Möglichkeiten auch wirklich nutzen zu können, braucht es die angesprochenen digitalen Endgeräte, und zwar für alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrem Elternhaus. Das gehört zu einer echten Bildungsgerechtigkeit dazu, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ein digitales Endgerät für jedes Kind bringt allerdings einen hohen Finanzierungsbedarf mit sich. Natürlich wollen wir als Land Niedersachsen unserer Verantwortung gerecht werden und unseren Beitrag leisten. Aber ohne die finanzielle Unterstützung des Bundes wird die Umsetzung nur sehr langsam vorangehen. Nur in Zusammenarbeit mit dem Bund wird es möglich sein, unsere Schülerinnen und Schüler vollumfänglich zu unterstützen. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Ministerin Hamburg bedanken, die sich auf der KMK-Ebene und in Gesprächen mit dem Bund stark für den Digitalpakt 2 einsetzt. Mir sind dabei zwei Dinge besonders wichtig. Zum einen muss gegenüber dem Bund weiter an jeder Stelle deutlich gemacht werden, wie wichtig der Digitalpakt 2 für unsere Schulen ist. Viele stecken mitten in einer umfassenden Digitalisierung und brauchen dringend die Zusicherung, dass sie den so wichtigen Weg der Digitalisierung auch weitergehen können. Zum anderen muss der kommende Digitalpakt noch unbürokratischer sein als sein Vorgänger. Insbesondere kleine Schulen können bei einer geringen Unterrichtsversorgung nicht noch zusätzlich Kapazitäten in eine intensive Konzeptentwicklung und Beantragung investieren. Mein persönlicher Wunsch wäre es natürlich, dass wir langfristig ohne verschiedene Pakete auskommen und gemeinsam eine nachhaltige und auskömmliche Finanzierung auf den Weg bringen, mit der unsere Schulen verlässlich planen können. Doch kurzfristig ist das oberste Ziel, eine bedarfsgerechte und vollständige Mittelbereitstellung des Bundes zu erreichen. Die im Digitalpakt 1 begonnenen Maßnahmen müssen weitergeführt und ausgebaut werden. Wichtig ist dabei nicht nur eine digitale Infrastruktur, sondern vor allem auch die Förderung digitaler Kompetenzen bei Lehrkräften. Dazu braucht es pädagogische Konzepte und die Einrichtung von Kompetenzzentren, die wir mit der finanziellen Unterstützung des Bundes auf den Weg bringen wollen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Niedersachsen ist bereit. Wir wollen und werden unseren Teil leisten und unsere Schulen bestmöglich unterstützen. Ich bin zuversichtlich, dass wir zusammen den Digitalpakt 2 auf den Weg bringen werden. Lassen Sie uns uns weiter und unermüdlich dafür einsetzen! Unsere Schulen und Kinder werden es uns danken. Vielen Dank.

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