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Karin Emken

SPD 28.04.2026 7:02 min Tagungsabschnitte 19/33

Mobilitätsinfrastruktur im Tourismus stärken - Masterplan Mobilität Ostfriesische Inseln unterstützen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meer, Wind und Freiheit - das ist Nordseeurlaub. „Zwischen Watt, Wellen und weiter Landschaft liegt eine Region voller Entdeckungen - vom Rauschen der Brandung bis zu den stillen Wegen im Binnenland. Hier findest du den Ort, an dem du durchatmen kannst, ob für einen Nordsee-Kurzurlaub, ein Wochenende voller Weite oder lange Nordsee-Ferien ... Die Nordsee ist so vielseitig wie ihre Gäste, und jeder findet hier seinen ganz eigenen Platz ... So unterschiedlich die Wünsche sind - das Meer verbindet sie alle." So heißt es auf der Website der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH, der TANO 53 Grad. Und es stimmt: Gelegen am einzigartigen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, zugleich UNESCO-Biosphärenreservat und UNESCO-Weltnaturerbe, ist die Nordseeküste unsere bedeutendste Tourismusregion in Niedersachsen. Touristisch gesehen, spielt dabei die Ostfriesische Halbinsel mit den Ostfriesischen Inseln eine herausragende Rolle, denn hier befinden sich fast alle der staatlich anerkannten hoch prädikatisierten Nordseebäder: Zwölf der 13 Nordseeheilbäder, davon drei der vier Nordsee- und Thalasso-Heilbäder, vier Nordseebäder, dazu vier Luftkurorte und 16 Erholungsorte. Das ist beeindruckend. Sie alle zusammen leisten einen bedeutenden Beitrag zur Erholung, Entspannung, Prävention und Regeneration der Gesundheit ihrer Gäste. Die IHK für Ostfriesland und Papenburg ermittelte für die Ostfriesische Halbinsel, also für die Inseln, die Küstenbadeorte und das Binnenland, für das Jahr 2024 über 18 Millionen Übernachtungen, davon allein auf den Ostfriesischen Inseln über 10 Millionen. Auf den Ostfriesischen Inseln und in den Küstenbädern ist der Tourismus der wichtigste und oftmals der einzige Wirtschaftsfaktor. Zur Erinnerung: Der Tourismus ist der viertgrößte Wirtschaftsbereich in Niedersachsen. Man könnte also erwarten, dass diese bedeutendste Tourismusdestination Niedersachsens problemlos, komfortabel, bequem und nachhaltig zu erreichen wäre - auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch besonders diese zeichnen sich durch viele Umstiege, Wartezeiten und wenig Verlässlichkeit aus. Dabei arbeiten und kämpfen alle Beteiligten vor Ort seit Jahren für Komfort, Bequemlichkeit, Verständlichkeit, Planbarkeit und Verlässlichkeit, um allen Gästen eine möglichst stressfreie Anreise zu ermöglichen. Aber regionalen Initiativen sind Grenzen gesetzt, wenn es um Bahnanbindungen und Pläne geht, die die touristischen Belange bisher nicht berücksichtigen. Nur Norderney kann als Traum aller Reisenden und Touristikmanager bezeichnet werden: Direkte Anbindung an den Fähranleger, der Zug fährt durch bis Norddeich Mole, direkt gegenüber sind Fahrkartenschalter und Fähre - perfekt und vorbildlich. Ein Traum würde in Erfüllung gehen, wäre es überall auf der Ostfriesischen Halbinsel so - ist es aber nicht, und es wird in absehbarer Zeit auch nicht realisierbar sein. Doch für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit einer touristischen Region wird genau das eine entscheidende Rolle spielen. Unsere Gäste fordern jetzt schon verlässliche und gute, nachhaltige Reiseverbindungen als Alternative zum individuellen Autoverkehr ein. Uns sollte bewusst sein, dass nachhaltige Mobilitätsangebote in Zukunft genauso bedeutend für die Wahl des Urlaubsortes sein werden wie eine intakte Natur sowie eine hohe Qualität der touristischen Infrastruktur und der Gastronomie. Es besteht dringender Optimierungsbedarf, um diesen Ansprüchen entsprechen zu können. Deshalb müssen wir jetzt realistische Lösungen finden sowohl für eine bessere An- und Abreise als auch für die Mobilität vor Ort, damit die Küste konkurrenz- und wettbewerbsfähig bleibt. Es gilt daher, ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für die Ostfriesischen Inseln mit dem angrenzenden Küstenraum zu entwickeln, welches die Bedürfnisse von Gästen und der einheimischen Bevölkerung einbezieht. Dies sollte alle Formen von Flugverkehr und Schifffahrt über ÖPNV und SPNV bis hin zu individueller Mobilität unter anderem Fahrräder, Fußverkehr und Pkw berücksichtigen und auf klimaneutrale Antriebsformen aufbauen. Das Ziel sollte ein attraktives, klimaneutrales, komfortables, praktikables, verlässliches, vernetztes, nachhaltiges und zeiteffizientes Mobilitätsangebot sein, das zudem wirtschaftlich betrieben werden kann. Vor diesem Hintergrund bitten wir die Landesregierung mit diesem Entschließungsantrag, die schon bestehende breit aufgestellte regionale Initiative von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, Tourismus, Wissenschaft und Politik zur Entwicklung eines Masterplans Mobilität Ostfriesische Inseln zu unterstützen. Ein erster Schritt sollte zunächst eine Machbarkeitsstudie sein. Diese sollte dann als Impulsgeber auch für andere touristische Regionen Niedersachsens fungieren. Ich freue mich sehr, dass die Landesregierung in der Unterrichtung im Ausschuss signalisiert hat, dieses Vorhaben zu begrüßen, begleiten und unterstützen zu wollen. Wir wollen die Ostfriesischen Inseln und die gesamte niedersächsische Nordseeregion weiterhin gemeinsam überregional als herausragende Tourismusdestination positionieren. Die Stärkung der Mobilitätsinfrastruktur ist dabei ein zwingend notwendiger Baustein zum Erreichen dieses Ziels. Diese Auffassung teilen anscheinend alle demokratischen Parlamentarierinnen und Parlamentarier, denn im Änderungsantrag der CDU konnte ich keine neuen Erkenntnisse und Ansätze entdecken. Wir werden Ihren Änderungsantrag ablehnen, denn unser Antrag ist umfassender, ganzheitlicher, zukunftsorientierter und konkreter. Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag. Danke schön. Herzlichen Dank, Frau Kollegin Emken. -

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