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Tamina Reinecke

GRÜNE 27.05.2026 3:16 min Tagungsabschnitte 19/34

Niedersachsen verbindet Europa - europäisches Austausch- und Partnerschaftsprogramm

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte KollegInnen! Europa ist nicht nur ein Kontinent - Europa ist ein Friedensprojekt. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir uns entschieden: Nie wieder Krieg untereinander! Dieses Versprechen ist die Grundlage unserer gemeinsamen Geschichte und unsere Verantwortung. Dabei war und ist Europas Stärke immer die Einsicht, dass wir wirtschaftlich und politisch nur relevant sind und in Frieden leben können, wenn wir zusammenarbeiten. Offene Grenzen öffnen nicht nur Märkte, sie verbinden Menschen. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Welt unklarer und die Herausforderungen komplexer werden, müssen wir uns wieder daran erinnern, was uns verbindet: Demokratie und Menschenrechte, die Bereitschaft zur Solidarität genauso wie die gemeinsamen kulturellen Vorlieben, sei es das Reisen oder das Genießen regionaler Küche. Es verbindet uns weitaus mehr, als uns trennt. Gleichzeitig erleben wir, dass sich in unübersichtlichen Zeiten viele Menschen zurückziehen. Misstrauen gegen das Fremde, gegen Andersdenkende wächst. Kriege, Desinformation, Hetze zielen genau darauf ab. Sie wollen uns spalten. Wir aber müssen gemeinsam eine Antwort geben: Mut und Zusammenhalt. Wir haben bereits heute unzählige Austauschprojekte in ganz Niedersachsen, die von engagierten Menschen vor Ort gestaltet werden. Unsere HaselünnerInnen zum Beispiel fahren nach Elburg in den Niederlanden. SchülerInnen aus meinem Wahlkreis Helmstedt trugen kürzlich in London mit Freunden aus Tschad ihre Gedichte vor. Und die BraunschweigerInnen begrüßten junge Frauen und KommunalpolitikerInnen aus Bila Zerkwa in der Ukraine. Diese Initiativen sind das Herz unseres Zusammenhalts. Diese wollen wir stärken. Genau diese Mikroförderungen, Herr Eilers, sind dafür entscheidend, ob der Austausch stattfindet oder nicht. Das ist nicht irrelevant. Deshalb haben wir über die politische Liste 1 Million Euro bereitgestellt, um Menschen zueinanderzubringen und das Unbekannte abzubauen. Dieses Geld fließt zweckgebunden und unbürokratisch über das NKomFöG. Ganz bewusst geht es uns hierbei nicht nur um den SchülerInnenaustausch, denn wir wollen Begegnungen für Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen Interessen ermöglichen. Wie wäre es mit dem gemeinsamen Fußball- oder Tennisduell, einer Debatte über Demokratie und die Zukunft Europas aus den lokalen Blickwinkeln oder einem Projekt, das Kunst und Kultur miteinander teilt? All das verbindet Geschichte und Zukunft, eröffnet neue Perspektiven und schafft Freundschaften über Grenzen hinweg. Kultureller Austausch ist mehr als Urlaub und Party. Er ist ein frischer Blick auf die eigene Heimat, ein Lernraum für Toleranz und das demokratische Miteinander. Wenn mehr BürgerInnen in den Genuss solcher Begegnungen kommen, stärken wir nicht nur das Europa der Institutionen, sondern das Europa der Menschen. Lassen Sie uns deshalb diesen Weg mutig weitergehen: für Zusammenhalt, für Verständigung und für ein Europa, das nicht trennt, sondern verbindet! Dann stimmen Sie dem Antrag zu! Vielen Dank.

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