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Jessica Miriam Schülke

AfD 27.03.2025 5:09 min Tagungsabschnitte 19/24

Errichtung einer zentralen Schlösserverwaltung für Niedersachsen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Herren und Damen! Das Land fördert den Erhalt und die Pflege des materiellen und immateriellen kulturellen Erbes. So steht es unter anderem in unserem Niedersächsischen Kulturfördergesetz kurz: NKultFöG, das 2022 in Kraft getreten ist und über das heute bereits gesprochen wurde. Denkmalpflege und Kulturgüterschutz sind Staatsziel und die Aufgabe der einzelnen Bundesländer. Aus einer Anfrage unserer Fraktion an die Landesregierung ging hervor, dass es in Niedersachsen mehr als 111 Schlösser und 33 Burgen mit einigen herrlichen Garten- und Parkanlagen gibt. Davon sind etwas mehr als ein Dutzend in Landesbesitz. Somit ist die Landesregierung, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, für diese verantwortlich. Herr Minister Mohrs, lassen Sie uns unser kulturelles Erbe gemeinsam bewahren und zukunftsfähig machen! Unser Antrag zielt auf die Einrichtung einer zentralen Schlösserverwaltung in Niedersachsen. Wir wollen die Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren in den Bereichen Denkmalpflege, Denkmalschutz, Kulturförderung und Finanzierung auf eine neue Stufe heben. Wir wollen das Fachwissen unserer Experten bündeln und spürbare Synergieeffekte erzeugen. Und wir wollen insbesondere ein Sonderprogramm für Denkmalpflege auflegen. Dies würde nicht nur den Erhalt unseres historischen Kulturguts sichern, sondern könnte zusätzlich das traditionelle Handwerk fördern und die Wirtschaft ankurbeln. Um das umzusetzen, brauchen wir eine schlanke und effiziente Schlösserverwaltung. Diese sollte sich natürlich nicht nur um die Schlösser und Burgen kümmern, sondern insbesondere auch um die Bewahrung und Rückführung des Inventars sowie unserer verlorenen Kunstschätze. All das gehört zurück an seinen Ursprungsort, um die Authentizität der Objekte zu bewahren. Denn erst der ganzheitliche kultur- und kunstgeschichtliche Kontext repräsentiert den Gesamtwert der Anlagen. Wie wollen wir die Forderungen unseres Antrags umsetzen? - Werte Kollegen, die zukunftsfähigste Option wäre die Einrichtung eben dieser zentralen niedersächsischen Schlösserverwaltung. Dies zeigen die Erfolge anderer Bundesländer, die schon seit Jahrzehnten diese Organisationsstrukturen haben. Herausragende Beispiele hierfür sind die Schlösserverwaltung Schlösserland Sachsen mit rund 2 Millionen Gästen allein im Jahr 2023, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit 1,3 Millionen Besuchern und die Bayerische Schlösserverwaltung mit 4,5 Millionen Besuchern, ebenfalls allein im Jahr 2023. Beispielsweise durch die Umschichtung entsprechender Mittel aus bestehenden Haushaltstiteln oder personell durch entsprechende Stellenwechsel innerhalb des vorhandenen Personalbestandes der Landesbehörden wäre die Umsetzung dieser Schlösserverwaltung nicht nur kostenneutral, sondern auch ressourcensparend möglich. Werte Kollegen, es geht hier nicht nur um die Renovierung alter Gebäude, sondern darum, neue und innovative, gesamtheitliche Konzepte für die Bereiche Denkmalpflege und Kulturguterhalt zu entwickeln, die vor allem auch auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet sind. Denn es bedarf dringend eines strukturierten betriebswirtschaftlichen Qualitätsmanagements und moderner Marketingstrategien, um Einnahmen zu generieren, die nicht nur stabil sind, sondern auch den Landeshaushalt langfristig entlasten können. Chaosprojekte wie zum Beispiel die Causa Schloss Marienburg dürfen sich auf keinen Fall wiederholen. Hier gab es bereits einen Pächter, der ein sehr innovatives Nutzungskonzept inklusive modernem Museumsmarketing etabliert hatte. Dieses war äußerst erfolgreich und vorbildlich. Denn alle Bemühungen, unser kulturelles Erbe zu bewahren, zielen ja darauf ab, es für die Menschen zugänglich zu machen und deshalb für die Nachwelt zu sichern. Das ist der eigentliche kulturpolitische Auftrag, werte Kollegen. Mangelndes kulturpolitisches Engagement oder gar persönliche Interessen und Befindlichkeiten sind kontraproduktiv und stehen dem diametral entgegen. Werte Kollegen, sehr geehrter Herr Minister Mohrs, wenn Sie sich ernsthaft für die Bürger, für den Erhalt unserer heimischen Kultur und vor allem für die Reputation unseres wunderschönen Landes Niedersachsen interessieren, nehmen Sie diesen unseren Impuls auf! Denn es geht um unsere Geschichte, um das, was Niedersachsen bis heute prägt, um unsere gefährdete Identität, und vor allem geht es um unsere Zukunft. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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