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Uwe Dorendorf

CDU 08.02.2024 3:02 min Tagungsabschnitte 19/13

Eichenprozessionsspinner umweltfreundlich bekämpfen - Meisenbestand durch Nistkästen fördern!

Sehr verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der ersten Beratung zu diesem Antrag habe ich bereits über die Probleme, die der Eichenprozessionsspinner verursacht, gesprochen. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass der EPS ein wirklich ernstzunehmendes Problem sowohl für die Umwelt als auch für die Gesundheit der Menschen darstellt. Gerade bei mir in der Region sind viele Bäume vom EPS befallen, weshalb mich das Thema auch selbst beschäftigt. Der Eichenprozessionsspinner bedroht die Existenz unserer Eichenbestände und kann vor allem bei vorerkrankten Menschen zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Die Population dieses Schmetterlings befindet sich in Nordwestdeutschland bereits seit mehreren Jahren in einer andauernden Massenvermehrung, und die vorherrschenden Witterungsverhältnisse der letzten Jahre sorgen dabei für beste Lebensbedingungen für den EPS. Dieser zu erkennende Entwicklungstrend wird sich auch in Zukunft fortsetzen und damit die mit dem Eichenprozessionsspinner einhergehenden Probleme verstärken. Genau deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, reicht es eben nicht aus, Nistkästen für Meisen aufzuhängen; denn Nistkästen allein beheben das Problem nicht. Es bräuchte nicht nur flächendeckend Nistkästen, sondern auch in allen betroffenen Gebieten Meisen, und die Meisen, die den Eichenprozessionsspinner fressen sollen, brauchen an diesen Stellen einen geeigneten Lebensraum. Auch wenn Meisen und insbesondere die Kohlmeisen dabei helfen könnten, den Eichenprozessionsspinner einzudämmen, können sie allein das Problem nicht lösen. Was in dem Antrag gänzlich fehlt, ist die Antwort auf die Frage, wie mit den bereits vorhandenen Nestern umgegangen werden soll. Denn die Raupenhaare, die in den Nestern verbleiben, stellen ein ebenso großes gesundheitliches Risiko dar wie der EPS selbst. Diese Brennhaare werden weder von den Meisen noch von anderen Vögeln gefressen. Die Gespinste mit den Raupenhaaren können aber bis zu elf Jahren erhalten bleiben und stellen ebenso lange eine Gefahr für die Menschen dar; denn das Nesselgift bleibt in der Natur unter trockenen Bedingungen wirksam. Insbesondere an Wegen und Spielplätzen müssen daher, wie es schon in den betroffenen Kommunen geschieht, alle Nester restlos entfernt und vernichtet werden. Daran sieht man, dass der Antrag einfach nicht weit genug gedacht wurde und an den konkreten Problemen und einer praktikablen Umsetzung vorbeigeht. Es sind zusätzliche Maßnahmen nötig, um effektiv gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen und die flächendeckende Bekämpfung zu ermöglichen. Wie eine solche umfassende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners umgesetzt werden soll, geht aus dem Antrag leider ebenfalls nicht hervor. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die sinnvollen Anregungen aus dem Antrag haben wir im Ausschuss ernsthaft diskutiert. Ich empfehle, der Beschlussempfehlung des Ausschusses zu folgen und den Antrag der AfD-Fraktion abzulehnen. Vielen Dank.

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