Christian Meyer
Niedersachsens Mooroffensive vorantreiben
Herr Christian Meyer, Sie haben das Wort! Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich freue mich sehr, dass drei Fraktionen eine große Mooroffensive wollen, denn die Moore sind wirklich die Superhelden des Klimaschutzes. Sie können CO2 aufnehmen, wenn sie intakt sind. Sie sind Wasserspeicher. Sie säubern. Und wir haben beim Hochwasser gemerkt: Sie sind Schützer gegen Hochwasser. Sie speichern Wasser, sodass es nicht in die Orte kommt. Dieser Lebensraumtyp ist für den Naturschutz ganz wichtig. Er ist mittlerweile auch wichtig für die Menschen, für den Tourismus und die Erholung. Es ist dort kühler. Moore sind deshalb ein ganz wichtiger Faktor für uns im Moorland Nummer eins. Es ist auch richtig, dass wir in der Vergangenheit schon viele Ansätze hatten, weshalb Niedersachsen hier auch vorne ist. Herr Kollege Schmädeke, ich weiß, wie begeistert Sie von der Moorflurbereinigung Lichtenmoor sind, bei der Sie mitgemacht haben. Dort wird mit EU-Mitteln wiedervernässt. Wir haben also viele gute Ansätze. Die Moorverwaltung, der NLWKN, die bereits angesprochenen Ökologischen Stationen, die Kommunen, die Stiftungen, das Grünlandzentrum, 3N, die Wasserwirtschaft – alle sind Partner und tauchen im Antrag auf. Sie arbeiten schon jetzt daran, Moore zu vernässen. Bei der Hannoverschen Moorgeest ist man fast fertig. Es gibt das große Moor in Gifhorn. Wir haben viele Projekte. Jetzt können wir auf diesem Know-how aufbauen. Wir können zusammen mit der Landwirtschaft, mit den Kommunen und mit der Wasserwirtschaft diese Mooroffensive starten. Jetzt sind endlich die Gelder vom Bund, die genannt worden sind, freigegeben worden, die ja schon lange vorhanden waren. Jetzt in diesen Tagen wird endlich die Möglichkeit gegeben, dass das Land, die Kommunen, die Umweltverbände und viele andere Förderanträge stellen können. Wir wollen möglichst viel in Niedersachsens Moorschutz organisieren. Wir machen das mit Freiwilligkeit und mit Anreizen. Ich war sehr froh: Es gab einen Moorgipfel in Osterholz. Dort hat der Landkreis mit vielen gesprochen. Die Agrarministerin und ich und auch das Landvolk waren da. Überall hingen große Plakate vom Landvolk-Präsidenten Herrn Hennies. Ich zitiere mal, was darauf stand: „Ich begrüße die Absicht der Landesregierung, den Moorboden zu schützen und eine Landesmoorgesellschaft sowie ein Moor-Kompetenzzentrum einzurichten.“ Das fordert das Landvolk! Dann geht es weiter, auch dort hat er recht: „Wir brauchen ein finanziell und gesellschaftlich tragfähiges Konzept, das die Unsicherheiten auf den Höfen beseitigt.“ Da hat er recht. Deshalb müssen wir in Partnerschaft – das werden wir mit allen machen – schauen, welche Erwerbsperspektiven es gibt: von Moor-PV über Paludikulturen. Wir müssen aber auch fragen: Wo gibt es freiwillige Anreize? Wo können wir helfen, zum Beispiel im Rahmen von Flurbereinigungen, von Maßnahmen, um die Landwirtschaft auf diesen Böden zu verbessern und gleichzeitig ökonomische Vorteile zu haben? Wir müssen bei den Werten, die wir damit auch für den Klimaschutz schaffen, vorankommen. Ein ganz wichtiger Passus ist angesprochen worden: Die 2,2 Millionen t haben nichts mit Landwirtschaft zu tun, sondern sie werden genutzt, weil wir unsere wertvollen Moore in unsere Blumenerden packen. 40 % des deutschen Torfverbrauchs gehen in den Hobbygartenbau. Deshalb steht hier auch: Wir wollen, dass nicht mehr so viel Torf in Blumenerden verwendet wird. Bald kommen die Ostertage. Schauen Sie darauf! Es gibt viele torffreie Erden auch aus Niedersachsen mit Komposten und verschiedenen Ersatzstoffen. Man kann zum Klimaschutz beitragen, indem man nicht unsere Moore in den Blumentopf packt. Das Land Niedersachsen hat – da bin ich Olaf Lies sehr dankbar – in den Beschaffungsrichtlinien im Dezember für seine Landeseinrichtungen gesagt: Wir werden als Land Vorbild sein und keine torfhaltigen Produkte mehr einsetzen. Das ist ein ganz wichtiger Beitrag zum Moorbodenschutz. Der Torf soll in der Erde bleiben und dem Klimaschutz dienen. Darauf setzen wir mit dieser gemeinsamen Mooroffensive. Ich glaube, dass wir das mit allen demokratischen Fraktionen, mit den Landwirten und den Kommunen gut hinkriegen.
