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Tim Julian Wook

SPD 18.04.2024 4:55 min Tagungsabschnitte 19/15

Die Wirtschaftskraft des Flughafens Hannover-Langenhagen erhalten und ausbauen

Der Flughafen in Langenhagen ist nicht nur für die Stadt Langenhagen selbst, sondern genauso für die gesamte Region Hannover, Niedersachsen und ganz Norddeutschland von entscheidender Bedeutung. Das liegt zum einen am Passagierverkehr. Jahr für Jahr starten zahlreiche Ferienflieger in Norddeutschland aus Langenhagen, begünstigt auch durch eine gute infrastrukturelle Anbindung an den hannoverschen Hauptbahnhof. Damit ist der Flughafen nicht nur ein ganz entscheidender Standort für denTourismus, sondern auch ein Aushängeschild für die Region Hannover. Zum anderen ist unser Flughafen in Langenhagen als internationales Drehkreuz für Frachtverkehr der wirtschaftliche Motor im Norden der Region Hannover und in Niedersachsen. Tagtäglich werden Tonnen von Waren an- und abgeliefert, Lieferketten bedient und unsere Wirtschaft vorangetrieben. Damit haben wir einen echten Standortvorteil. Wir sind uns in einem einig: Ohne einen Flughafen in Hannover wird es nicht gehen. Denn gleichzeitig ist der Langenhagener Flughafen auch eine der größten Arbeitsstätten in der Region. In Zahlen ausgedrückt, sind am Flughafenstandort rund 10 000 Personen beschäftigt. Dazu kommen viele weitere Unternehmen, die vom Flughafen abhängig sind. Diesen Arbeitgeber zu erhalten und zukunftsfähig zu fördern, ist somit eine der wichtigsten Aufgaben der niedersächsischen Politik und erklärtes Ziel der SPD-Landtagsfraktion. Fakt ist nämlich, dass der Flughafen für das Jahr 2024 keine Gewinne erwirtschaften wird. Damit wird nach Einschätzung des Flughafenbetreibers erst im Jahr 2026 wieder begonnen werden können. Es ist ebenfalls Fakt, dass die SPD-Landtagsfraktion, um dieses Ziel zu erreichen, ein generelles Nachtflugverbot ablehnt, um den durchgehenden Betrieb aller Geschäftsfelder weiterhin zu gewährleisten. Ich sage es hier noch einmal ganz deutlich: Die SPD-Landtagsfraktion steht hinter dem Langenhagener Flughafen und hinter all seinen Beschäftigten. Gleichwohl heißt es im aktuellen Koalitionsvertrag, dass Gespräche zwischen der Landesregierung und dem Flughafen über die Verminderung von Nachtflügen geführt werden sollen. Als Abgeordneter der Flughafenstadt, der fünf Minuten von der Landebahn entfernt wohnt, kenne ich sowohl die inhaltliche Diskussion zum Nachtflugverbot als auch die jeweiligen Standpunkte aller beteiligten Interessensvertreter. Denn die Flieger gehen ja auch über mein Haus. Dieser Diskurs war und ist sicherlich nicht immer einfach. Denn natürlich stehen die Bürgerinnen und Bürger vor allem Langenhagens hinter ihrem Flughafen und sehen die ökonomische Relevanz des Flughafens für ganz Niedersachsen. Ebenso versteht aber auch der Flughafenbetreiber den Diskurs über Lärmimmissionswerte eines Flughafenbetriebes, die von lokalen Bürgerinitiativen vorgetragen wurden. Beide Standpunkte werden in einem 2023 in Auftrag gegebenen Lärmgutachten zum Bereich der Nachtflüge berücksichtigt. Dabei wird auch - das haben Sie richtig gesagt - die Wirtschaftlichkeit der Nachtflüge konsequent untersucht. Sie wird ebenso in die Gesamtbewertung einfließen. Das Gutachten zur Wirtschaftlichkeit des Nachtfluges dient somit sowohl als wissenschaftlicher Einigungspunkt, auf den sich die verschiedenen Interessensparteien gleichermaßen stützen können, als auch als Basis dafür, dass alle Beteiligten sich hinter dem Flughafen vereinen können. Der heute hier vorgestellte Antrag der AfD fordert hingegen das genaue Gegenteil, nämlich die Absage dieses Gutachtens. Genau damit treten Sie den Prozess, der jetzt begonnen wurde, mit Füßen. Die Bürgerinnen und Bürger, die sich die Mühe gemacht haben, wiederholt für ihre Anliegen einzutreten und den Dialog zu suchen, verdienen Respekt dafür. Und Respekt verdient auch die Seite des Flughafens, der hinter seinen Beschäftigten steht und der sich, wohl wissend um die ökonomische Relevanz von Zahlen des Flugbetriebes, trotzdem der Debatte stellt. Wenn wir nun die Forderung der AfD folgen würden, auf das zweite Gutachten zu verzichten, würden zu der wirtschaftlichen Bedeutung des Nachtfluges keine auf einem objektiven Gutachten beruhenden Erkenntnisse vorliegen. Das ist nicht im Interesse aller Beteiligten, und das müssten Sie eigentlich auch ganz genau wissen. Fakt ist aber, dass Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen der AfD-Fraktion, während dieses gesamten Arbeitsprozesses nicht einmal mit einem Vertreter des Flughafens oder der Bürgerinitiativen gesprochen haben. Sie können also gar nicht wissen, welche Standpunkte und Interessen insbesondere der Flughafenbetreiber und die Bürgerinitiativen vertreten. Das ist einfach nur schlechte parlamentarische Arbeit. Herr Kollege Wook, ich möchte Sie einmal kurz unterbrechen. Es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage: des Kollegen Scharrelmann. Möchten Sie dem entsprechen? Ja, gerne! – Sehr geehrter Herr Kollege Wook, herzlichen Dank für das Zulassen der Zwischenfrage und ganz herzlichen Dank für diese klare Positionierung im Namen der SPD-Fraktion

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