landtag-niedersachsen.de ↗

Julia Willie Hamburg

GRÜNE 16.05.2024 3:09 min Tagungsabschnitte 19/16

Schulfrieden nicht gefährden: für eine zukunftsfeste Bildung unserer Kinder mit individueller Förderung statt Einheitsschule und Einheitslehrern

zwölf Jahren nicht mehr. und das aus gutem Grund. Ich erinnere mich dunkel an die Zeit zurück, als Herr Althusmann Kultusminister war, als Herr Busemann Kultusminister war und wir genau solche ideologischen Debatten geführt haben, zum Beispiel über das Verbot von IGSen. Ich war froh, als wir im Landtag diese ideologischen Debatten überwunden hatten und uns endlich miteinander um die wirklichen Probleme der Schulen vor Ort gekümmert hatten, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben doch wirklich ‑ das haben doch auch Sie, Herr Fühner, deutlich gemacht ‑ viele große Themen in der Schulpolitik, die wir miteinander beackern müssen, und da sind wir dabei. Die Schulen vor Ort brauchen wirklich alles, liebe Kolleginnen und Kollegen, aber eben keine Verunsicherung durch ideologische oder Schulstrukturdebatten. Auf solche Debatten haben die Schulen keine Lust, und dafür haben sie auch keine Kraft. Wenn Sie sagen, die Schulen sind verängstigt, dann drängt sich, ehrlich gesagt, der Eindruck auf‑ ‑ ‑ Moment, bitte, Frau Ministerin! - Die Frau Ministerin hat das Wort. Ich bitte um etwas mehr Ruhe hier im Plenarsaal bei dieser doch sehr wichtigen bildungspolitischen Debatte. - Vielen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen. Es drängt sich, ehrlich gesagt, der Eindruck auf, dass diese Verunsicherung nur da ist, weil Sie sie schüren, liebe Kolleginnen und Kollegen, und nicht, weil wir sie vorantreiben. Ich kann Ihnen deutlich sagen: Wir führen keine Schulstrukturdebatten, und deshalb lasse ich die heutige Debatte an dieser Stelle auch komplett bei Ihnen. Worüber reden wir hier eigentlich? Warum werden die Kerncurricula in Niedersachsen derzeit überarbeitet? - Schlichtweg, weil es neue KMK-Vorgaben gibt! Und wenn es die gibt, dann ist es ein üblicher Gang, auch die Kerncurricula entsprechend anzupassen. Und das steht jetzt an. Was macht die KMK an dieser Stelle? - Sie sagt, alle Abschlüsse müssen vergleichbar sein. Das heißt, egal, ob man an der Oberschule oder an der Hauptschule seinen Hauptschulabschluss macht, egal, ob man an der Realschule, an der Oberschule oder an der IGS seinen Realschulabschluss macht - er muss immer vergleichbar sein. Wenn man das Abitur machen will, muss man, um in die Oberstufe zu kommen, bestimmte Leistungen erbringen - und die müssen, egal an welcher Schule man gewesen ist, gleich sein. Das gibt die KMK deutlich vor. Und jetzt überlegen Sie mal, wozu es führt, wenn die KMK entscheidet: Egal, an welcher Schule man seinen Abschluss macht, er muss gleichwertig, vergleichbar und gleich sein. Das führt dazu, dass wir auch gewährleisten müssen, dass, egal an welcher Schule der Abschluss vergeben wird, er gleichwertig ist. Vor diesem Hintergrund sind die Kerncurricula schon heute, wo sie schulformbezogen sind, in weiten Teilen wortgleich, inhaltsgleich und auch in ihren Kompetenzniveaus logischerweise gleich. Frau Ministerin, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage, des Herrn Fühner. Lassen Sie die zu? Natürlich. Danke schön.

Alle Reden von Julia Willie Hamburg Rede ansehen ↗