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Christoph Willeke

SPD 22.05.2025 7:09 min Tagungsabschnitte 19/25

Startups und Gründungskultur in Niedersachsen stärken, verankern und Innovationen fördern

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute geht es um Startups, um Gründungen, um Neubeginn und Weiterentwicklung. In Niedersachsen wird jede Menge produziert. Wir sind ein starker Industrie- und Produktionsstandort, und wir fertigen auf höchstem Niveau Autos, Schiffe, Elektrolyseanlagen, Waffensysteme, Komponenten für Computer und Handys und so vieles mehr. Die Unternehmen, die dies tun, haben alle irgendwann mal klein angefangen. Und das Schöne ist: Wer genau hinschaut, sieht: In fast allen Bereichen der Wirtschaft wird auch immer wieder neu angefangen. Es wird sich immer wieder neu erfunden, erweitert, modernisiert, vernetzt, ergänzt, optimiert und neu gedacht. Das geht auch gar nicht anders. Der technische Fortschritt und ein globaler Markt erlauben keinen Stillstand, und das berühmte Innovator's Dilemma beschreibt eindrücklich, was passiert, wenn wir nicht bereit sind, uns neu zu erfinden: Wir werden überholt, verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, darf unserer Wertschöpfung nicht widerfahren. Und eine Technologie beschleunigt die Produktentwicklung: künstliche Intelligenz, eine branchenübergreifende Chance. Kaum eine Branche ist nicht betroffen. Nun gibt es viele hier, auch im Parlament, die bekommen es ein bisschen mit der Angst zu tun. Die ängstliche Frage lautet: Was können wir tun, damit sich nichts verändert? Die bessere Frage lautet aber: Was können wir tun, damit wir den Takt angeben? Um es mit Willy Brandt zu sagen: „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten." Jetzt geht es auch darum, dass wir unsere Wertschöpfung zukunftsfähig machen. Wir wollen Wertschöpfung in diesem Land, und zwar auch morgen und übermorgen. Deswegen ist es richtig, dass wir Startups in den Fokus rücken, dass wir die Gründerszene stärken und in unsere jungen Unternehmerinnen und Unternehmer investieren. Es liegt ein Startup-Antrag auf dem Tisch, der sagt: Wir wollen Zukunft, wir wollen Wertschöpfung. Wie sieht so etwas aus? Wie kann man Startups unterstützen? Dazu haben wir uns gefragt, was Startups brauchen, und natürlich in den Startup Monitor und auch in den Startupdetector Report geschaut. Das Ergebnis war nicht ganz überraschend. Wir müssen auch im Bereich der Finanzierung und auch im Bereich der Vernetzung etwas tun. Und da viele Startups aus neuen technischen Entwicklungen entstehen und Forschung und Startups nicht voneinander zu trennen sind, ist auch beim Thema Wissenschaftstransfer ein Schwerpunkt gelegt. Auch der ländliche Raum, besonders in Niedersachsen, darf natürlich nicht vergessen werden. Die Gründerszene darf keine Frage des Wohnorts sein. Wir wollen regionale Startup-Zentren einführen, mit den Kommunen vernetzen und gezielt dort fördern, wo es bisher noch keine starke Gründerdynamik gibt. Weil Märkte oft global sind, müssen auch unsere Startups international denken können. Der Antrag sieht daher vor, gezielt bei der Internationalisierung zu unterstützen, sei es durch Messebeteiligungen, Partnerschaften oder internationale Plattformen. Noch mal zur Finanzierung. In Punkt 3 des Antrags heißt es: „den Ausbau von Business-Angel-Netzwerken und weiteren Projekten mit Fokus auf Venture Capital in Niedersachsen zu unterstützen, um die Finanzierungsmöglichkeiten für Startups zu verbessern". Im Punkt 14 setzen wir auf möglichst flexible Förderinstrumente für Startups, insbesondere Fördermittel für Hightech-Inkubatoren, Gründungsstipendien und NSeed. All das soll langfristig und auskömmlich gesichert werden. Das ist ganz wichtig. Jetzt gibt es natürlich Stimmen, die sagen: Wer soll das denn alles bezahlen? Aber neue Unternehmen sind doch keine Einbahnstraße! Das sind Investitionen, die sich rechnen. Es ist wirklich teurer für Niedersachsen, auf junge Unternehmen zu verzichten. Zum Netzwerk. In den Punkten 7 und 8 binden wir die Startups enger in den wirtschaftlichen und auch politischen Dialog für eine startup-freundlichere Wirtschaftsförderung. Wir stärken innomatch als digitale Plattform, um gezielt passende Kontakte herzustellen. Zum Transfer, also der Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft, heißt es unter Punkt 5: Universitäten und Hochschulen eine vereinfachte Beteiligung an Startups zu ermöglichen und dabei die Nutzung von Patenten und Forschungskapazitäten zu prüfen. Wir stärken auch die Förderung für Science-Startups und damit die Third Mission in diesem Bereich an den Hochschulen. MWK und MW gehen diesen Weg gemeinsam - ein ganz wichtiger Schulterschluss. Was darüber hinaus besonders wichtig ist: Diese Maßnahmen sollen nicht von der Haushaltslage abhängen, sondern fest im Haushalt 2026 verankert werden. Ich werde da gerne konkret. Damit gibt es langfristige Planungssicherheit, denn die Zukunft unserer Wertschöpfung darf kein Projekt auf Zeit sein. An der Spitze Niedersachsens steht seit Dienstag jemand, der die Startup-Branche sehr gut kennt und sich um diese verdient gemacht hat. Auch in seiner Regierungserklärung diese Woche erwähnt der Ministerpräsident die Gründungsszene Niedersachsen und auch unser Unicorn „Cardior". Wenn ich Ihnen sage, dass es ein Unternehmen in wenigen Jahren geschafft hat, einen Wert von 1 000 Millionen Euro zu erreichen das bedeutet nämlich Unicorn, dann sollte das hier alle im Saal wachrütteln, die dieses Thema belächeln und für nicht relevant halten. Es ist relevant, und es ist ein großer Erfolg, dass wir diesen Antrag hier heute einbringen. Was meine ich, wenn ich sage, der Herr Ministerpräsident hat sich als Wirtschaftsminister verdient gemacht? Es geht bergauf, was die Zahl der Gründungen in Niedersachsen angeht. Das zeigt der Startup Monitor der vergangenen Jahre - und das in dieser Zeit bei allen Herausforderungen. Es werden immer mehr Startups in Niedersachsen gegründet. Das ist eine richtig gute Entwicklung. Was hat sich getan? Wir haben ein starkes Agri-Food-Startup-Ökosystem. Als Stichwort sage ich hier gerne DeHub, ein Leuchtturm für Startups deutschlandweit. Das freut mich. Das Thema moderne Landwirtschaft, Agri-Food - das gehört nach Niedersachsen. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Und auch das Thema HTI, also Hightech-Inkubatoren, ist ein Erfolgsmodell, an dem Olaf Lies als Wirtschaftsminister natürlich maßgeblich beteiligt war. Wir werden in Zukunft noch viel Neues entdecken. Ich kann Ihnen auch sagen, was das alles sein wird, sonst wäre es ja auch nicht neu. Aber bei einer Sache bin ich mir sicher: Es wird in Zukunft schneller, sowohl die Produktentwicklung als auch die Skalierung. Und wir tun gut daran, unsere Ökosysteme in Niedersachsen zu stärken. Ich freue mich über diesen Antrag und die folgende Beratung. Ganz liebe Grüße an die Startups in Niedersachsen! Wir wünschen Ihnen von dieser Stelle ganz viel Erfolg. Danke schön.

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