Christian Schroeder
Wie ist die Wiederbewaldung des Harzes geplant?
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Ministerin hat es deutlich gemacht: „Harz mit Herz", haben wir heute gelernt, ist unser Vorgehen, und ich finde, das ist ein supergutes Wortspiel, das wir uns merken sollten. Die Wälder im Harz stehen vor einem tiefgreifenden Wandel, und wir gestalten diesen Wandel aktiv mit. Es ist nicht alles negativ, was passiert, auch, wenn das manchmal so dargestellt wird, und wir wissen auch nicht alles besser. Aber wir diskutieren das miteinander, suchen den besten Weg und hören auf die Fachleute. Als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßen wir ausdrücklich, dass das Land den konsequenten Ansatz zur Wiederbewaldung fährt. Dieser setzt auf standortgerechte, vielfältige und klimaresiliente Mischwälder. Ja, die Klimakrise ist in unseren Wäldern angekommen, nicht erst jetzt, sondern schon vor einiger Zeit. Lange haben die Menschen auf der Straße das nicht so verfolgt, aber als sie dann vor rund fünf Jahren durch den Harz gefahren sind, sehr wohl. Die Folgen sind heute auch noch deutlich sichtbar und werden auch noch eine ganze Zeit sichtbar sein. Die durch wirtschaftliche Interessen geprägte Fichtenmonokultur war nie ökologisch stabil. Die Antwort, die Niedersachsen nun gibt, ist ein wichtiger Schritt nach vorne: Weg von den reinen Holzproduktionen, hin zu einem ökologischen Waldumbau, der Biodiversität, Klimaschutz und die Erholung der Menschen im gleichen Maße mitdenkt. Dass mindestens zwei Drittel der Landesfläche, wenn ich das richtig verstanden habe, im Harz künftig Laubmischwälder sein sollen, ist ein deutliches Signal. Mischwälder sind artenreicher, besser gegen Extremwetter geschützt und speichern mehr Wasser. Sie sind damit ein aktiver Schutzschild gegen die Klimakrise. Aber die ökologische Erneuerung des Waldes gelingt nur, wenn sie politisch und gesellschaftlich nachhaltig gesichert und begleitet wird. Dazu gehört natürlich auch ein durchdachtes Wildtiermanagement die Ministerin hat es gesagt zum Schutz der jungen Baumbestände, Pflege und Förderung der Naturverjüngung, anstatt allein auf Pflanzungen oder Aussaaten zu setzen, und eine klare politische Priorität, Mittel nicht nur bereitzustellen, sondern sie am Ende auch wirksam vor Ort ankommen zu lassen. 105 Millionen Euro ist eine große Summe, aber sie muss auch eingesetzt werden. Wir begrüßen ausdrücklich, dass das LÖWE+-Programm als Leitplanke bestehen bleibt. Gerade in der außergewöhnlichen Lage des Harzes braucht es aber auch Spielraum und Mut für alternative Ansätze. Dazu gehört aus meiner Sicht eben auch, mal etwas falsch machen zu dürfen, liebe AfD. Natürlich wissen wir nicht alles besser als die Fachleute - das habe ich eingangs gesagt. Aber auch FSC kann vielleicht mal ein Versuch wert sein. Deshalb haben wir auch schon in einem anderen angekündigt, dass wir FSC auf einzelnen Pilotflächen ausprobieren möchten. Im Vorfeld zu sagen, was alles nicht geht, hilft uns da nicht weiter. Darüber hinaus wollen wir das Thema Umweltbildung und die Bürgerbeteiligung stärken. Die Akzeptanz für den Waldumbau muss wachsen. Menschen müssen verstehen, warum nicht jeder abgestorbene Baum ein Problem ist. Das muss begriffen und erklärt werden: Er ist eben Teil eines lebendigen Prozesses. - Die Ministerin hat darüber gesprochen: Wir müssen erklären. Auch ein toter Baum hilft uns am Ende, um Schatten zu spenden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Wiederbewaldung im Harz ist mehr als eine forstpolitische Aktion, ein Vorhaben, was wir hier gemeinsam besprechen. Es ist eine Investition in unsere Zukunft - ökologisch, klimatisch, aber auch gesellschaftlich. Wir danken der Ministerin für ihr Engagement und rufen Sie dazu auf, diesen Weg gemeinsam mit uns konsequent weiterzugehen - mit Mut, Transparenz und einem klaren Kompass: dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage. Danke schön. Vielen Dank. - Jetzt hat das Wort: aus der Fraktion der
