Alfred Dannenberg
Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen stärken - DGE-Standards verbindlich umsetzen
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Gutes Essen ist gesund, schenkt Kraft und steigert das Wohlbefinden. Und wodurch zeichnet sich gutes Essen aus? Der vorliegende Antrag will es an den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung festmachen und stellt zugleich auch einige Merkmale heraus: Ausgewogen und vollwertig - jawoll! Nach Möglichkeit regional und saisonal - sehr gut! Und Biolebensmittel einbeziehen - na gut, wenn das Budget das hergibt, auch das. Also, dann kann ich mich ja darauf freuen, dass meine beiden Lütten etwas Ordentliches auf'n Teller kriegen, wenn sie in die Kita oder in die Schule kommen. Doch dann schaute ich auf die Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), und meine Zuversicht trübte sich ein wenig. Eine Pressemitteilung der DGE aus diesem Jahr, sinngemäß: Die Ernährung müsse viel stärker pflanzenbetont sein. Ja, der Knüller! 300 g Fleisch und Wurst pro Woche seien genug. Vor allem die Gentlemen hier in der Runde, kurz vor der Mittagspause: Haben Sie gehört? 300 g pro Woche. Ein Erklärfilm der DGE zu ihren Standards fordert ganz offen, der größte Anteil unseres Essens solle aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen. Hingegen sollen Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier unser Essen nur ergänzen. Gezeigt wurde eine Kita, wo die Betreuer bewusst begeistert mitessen bzw. mitessen sollen, um die Kinder, wie es wörtlich heißt, „positiv zu beeinflussen". So, so. Also, wenn ich mal für andere koche, ist es nie nötig gewesen, dass ich am Tisch mein eigenes Essen belobhudele - nur mal nebenbei angemerkt. Ferner heißt es in dem Erklärvideo: „Diejenigen, die die Speisen planen", sollen „die Wünsche der Tischgäste möglichst mit einbeziehen". „Möglichst" - aha. Und das in Einrichtungen, wo Ihnen die Kundschaft sowieso nicht so schnell weglaufen kann. So ist das ja nun mal in der Schule oder in der Kita. Und diese Denke wollen Sie, liebe Rot-Grüne, verbindlich umsetzen. Siehe Punkt 5 Ihres Antrages, wo es heißt: die rechtssichere Implementierung dieser Standards. Da haben wir es wieder: Ihren Wahn, alles vorschreiben zu wollen. Rot-Grün will schon die Bevormundung bei der Mobilität, bei der Heizung, bei der Sprache. Und jetzt auch noch beim Essen? Ach, nicht doch! Überreizen Sie die an sich gute Idee einer ausgewogenen Ernährung doch bitte nicht auch noch an diesen Stellen ideologisch! Kein Mensch braucht dieses manchmal schon übergriffige Hineinregieren in Dinge. Denn der Mensch muss immer frei entscheiden können. Dafür stehen wir von der AfD. Die DGE ist grundsätzlich eine anerkannte und ernst zu nehmende Herr Dannenberg, lassen Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Schroeder zu? Ich würde gerne weiter ausführen, Herr Präsident. Danke. Die DGE ist grundsätzlich eine anerkannte und ernst zu nehmende Institution außer Frage, wenn es um Fragen rund um unsere Ernährung geht. Aber es stellt sich schon eine Frage: Ob Rot-Grün nicht auch über die ehrwürdige Institution DGE versucht, ihre zeitgeistige Agenda zu befördern? Welch seltsamer Zufall: Just diesen Sommer hat die DGE ihre eher kritische Grundhaltung zum Veganismus mal eben so ganz woke über Bord geworfen. Aber welche bahnbrechenden neuen Erkenntnisse in der Ernährungsforschung haben denn zu der Kehrtwende geführt? Ich sag's Ihnen: Gar keine. Es ist nur so, dass die DGE jetzt auch die Kategorien Tierwohl, Soziales sowie Klima und Umwelt einbezieht - oder einbeziehen muss? Denke sich jeder seinen Teil! Jedenfalls: Dieser Regierungsantrag, der an sich mit hehren und unterstützenswerten Zielen aufwartet, hat an einer Stelle eben diesen schalen Beigeschmack. Und den möchte ich nicht zuletzt meinen eigenen Kindern ersparen. Ich bin sehr gespannt auf die Beratungen im Ausschuss. Vielen Dank und schon mal einen guten Appetit an uns alle gleich in der
