Dr. Andreas Philippi
Gefahren der Humanen Papillomviren: Welche Maßnahmen unternimmt die Landesregierung zur Bekämpfung?
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst einmal: Seit Zulassung der Impfung wurden weltweit mehr als 270 Millionen Dosen der zugelassenen Präparate verabreicht. Sowohl vor als auch nach der Zulassung wurde die Sicherheit der HPV-Impfung immer wieder in diversen umfangreichen Studien untersucht und kritisch überprüft. Dabei ‑ das kann man mit wissenschaftlicher Sicherheit sagen - wurden keine schweren Nebenwirkungen, das heißt, keine Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen, im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt. Dies kann ‑ das wissen Sie als ärztlicher Kollege auch ‑ Einzelfälle von Nebenwirkungen im weiteren Verlauf nicht sicher ausschließen. Leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Abgeschlagenheit sind nicht selten, aber entwickeln sich selten zu schweren Verlaufsformen. In der Regel sind sie zeitlich begrenzt und vollständig reversibel. Wie bei anderen Impfungen kann auch bei der HPV-Impfung in ganz seltenen Fällen ‑ in 1,7 Fällen pro einer Million Impfungen ‑ eine Anaphylaxie ‑ für die Nicht-Mediziner: ein Schockgeschehen ‑ auftreten. Das ist also extrem selten. Die häufigsten Nebenwirkungen bei der HPV-Impfung sind lokale Reaktionen in der Einstichstelle wie Schwellungen, Rötungen und Schmerzen, die sich aber nach wenigen Tagen verflüchtigen. Gelegentlich werden auch Kreislaufreaktionen wie Schwindel oder ein Schwarz-vor- den-Augen-Werden beschrieben. Diese kurzfristigen Kreislaufreaktionen lassen sich bei Jugendlichen in vergleichbarem Maße auch bei allen anderen Impfungen beobachten. Daher sollten die Impfungen logischerweise nicht im Stehen, sondern im Liegen oder im Sitzen erfolgen. Nun zu Ihrer Frage nach den zwei verschiedenen Impfstoffen. Das eine ist ein bivalenter Impfstoff, der in der Regel gegen zwei Subtypen wirkt. Ich habe vorhin versucht, dies zu beschreiben. Gardasil 9 wirkt gegen neun verschiedene Subtypen. Wichtig ist, zu wissen, dass in den Impfstoffen Aluminium verwendet wird. Das Aluminium ist in Form von Aluminiumsalz enthalten, das als Adjuvans, als Wirkungsverstärker, als Turbo wirkt, der den Wirkstoff sozusagen zur vollen Entfaltung bringt und somit eine stärkere Immunreaktion erzeugt. Die Menge liegt aber mit 0,5 mg deutlich, sogar weit unterhalb des normal erlaubten Aluminiumgehalts von 1,25 mg pro Impfdosis. Die Impfstoffe mit Aluminium zeigen keinen Zusammenhang mit dauerhaften oder schwerwiegenden Nebenwirkungen. Deshalb ist die Frage, ob man sich bivalent oder mit dem Neunfachimpfstoff impfen lässt, in der Regel eine Frage der ärztlichen Beratung und auch der Einwilligung ‑ in der Regel ‑ der Eltern bei 9-bis 14-Jährigen. Vielen Dank, Herr Minister. - Liebe Kolleginnen und Kollegen, es
