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Dr. med. vet. Ingo Kerzel

AfD 04.03.2026 4:27 min Tagungsabschnitte 19/32

Netzausbau und -planung konkret beschleunigen - Energieziele schneller erreichen

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Antrag will Transformation mit Turbo - ohne Rücksicht auf Versorgungssicherheit, Kosten und Akzeptanz. Die AfD-Fraktion lehnt diesen Antrag ab. Worum geht es genau? Integrierte Planung von Erzeugungsanlagen, Speichern und Netzbetreibern, Förderung der NVP-Überbauung, Planungs- und Genehmigungsstandards, Digitalisierung usw. Die Landesregierung will Erzeugung, Speicher und Netze aus einem Guss. Damit zeigen Sie doch nur eines: Ideologische Ziele bedeuten Ihnen mehr als die Realität der Physik, des Marktes und der Umwelt. Energieziele ersetzen nicht die Anforderungen an Stabilität, Resilienz und Wirtschaftlichkeit. Eine Top-down-Taktung verengt die Technologieoptionen. Sie macht den Staat zum Projektmanager. Das ist Planwirtschaft - mit einem hohen Risiko an Fehlplanungen, die am Ende die Bürger und Betriebe zahlen. Wird Überbauung politisch belohnt, drohen überdimensionierte Knoten, Mitnahmeeffekte und Kosten, die sozialisiert werden, während die Risiken lokal bleiben. Wer profitiert wirklich? Projektierer, Beratungsfirmen oder die Stromkunden? Um es klar zu sagen: Wer macht das Rennen im Beratungsmachtpoker? Wer berät besonders transformiert? Und dann wollen Sie einheitliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Aber Niedersachsen ist vielfältig. Topografie, Siedlungsstruktur, Natur- und Schutzgebiete unterscheiden sich erheblich. Ein „One Size Fits All" schafft keine Rechtssicherheit, wenn Betroffene sich übergangen fühlen. Tatsache ist, dass ein fragiles und empfindliches Netz geschaffen wird. Digitale Werkzeuge können beschleunigen. Sie ersetzen aber kein Fachpersonal. Die Prozesskette wächst immer mehr, wenn Digitalisierung neue Melde- und Schnittstellenpflichten schafft. Nun zu den Musterverträgen: Die Gefahr ist, Kommunen, Grundeigentümer und Bewohner in vorgefertigte Vertragskorsetts zu zwingen. Durch regionale Netzentgelte und Bundeszuschüsse wird Entlastung versprochen. Tatsächlich wird aber nur verschoben - von der Stromrechnung auf die Steuerrechnung. Am Ende zahlt der Bürger - als Kunde oder als Steuerzahler. Dauerhafte Zuschüsse sind kein Strukturprinzip einer soliden Politik. Herr Präsident, können Sie mal für ein bisschen Ruhe sorgen? Danke schön. Das entscheidet das Präsidium. Zwischenrufe sind hier nicht ganz unüblich. Aber Frau Hanisch weiß bestimmt auch die parlamentarischen Mittel zu nutzen, wenn sie sich an der Diskussion noch beteiligen möchte. Bitteschön, Herr Dr. Kerzel! Fahren Sie fort. So sollte es unter anderem sein: Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit vor politischem Zielzahlen-Aktionismus; Technologieoffenheit statt ideologischer Verengung; konsequente Einbindung der Kommunen und Betroffenen vor Ort; Beteiligung, die den Namen verdient. Dieser Antrag aber macht den Staat zum Taktgeber einer Transformation, deren Kosten, Risiken und Nebenwirkungen nicht bilanziert sind. Er verlagert Lasten, verstärkt zentrale Steuerung und ignoriert die Vielfalt der Realitäten. Die Intention ist ja klar. Es sind nur noch 32 Monate bis zur Deadline. Dann soll Deutschland zu 80 % über sogenannte erneuerbare Energie versorgt sein. Weil das Netz bis dato nicht darauf ausgelegt ist, kommt jetzt die Axt - auf Biegen und Brechen. Wer kritisiert, ist für Sie mehr als nur ein Gegner. Man ruft propagandistisch immer lauter: „Du hast Schuld, wenn das Klima uns bestraft." Herr Dr. Kerzel, lassen Sie eine Zwischenfrage zu? Nein, danke. Das will ich nicht. Ich komme jetzt zum Schluss. Mein marktliberaler Rat an die Landesregierung: Suchen Sie sich Sponsoren für Ihre Träume, und verschonen Sie endlich Bürger, Steuerzahler und die Jugend! Die nächste Wortmeldung: aus der Fraktion der CDU der

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