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Nadja Weippert

GRÜNE 26.02.2025 3:06 min Tagungsabschnitte 19/23

Von Lootboxen zu problematischem Glücksspiel? Jugendschutz und Suchtprävention konsequent umsetzen und simuliertes Glücksspiel regulieren

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe KollegInnen! Der Titel dieses Antrages „Von Lootboxen zu problematischem Glücksspiel? Jugendschutz und Suchtprävention konsequent umsetzen und simuliertes Glücksspiel regulieren" ist erst mal relativ sperrig, und trotzdem war das mediale Interesse bei der Einbringung dieses Antrags hier im Haus sehr, sehr hoch. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand. Wie viele Menschen kennen Sie persönlich, die mal zocken, ob unterwegs am Handy, zu Hause am PC oder abends auf dem Sofa vor der Konsole? Gaming ist für Millionen Menschen in diesem Land ein Teil des Alltags. Gerade für junge Menschen ist es einfach die Lebensrealität. Ob man das nun gut findet oder nicht: Man muss sich diesem Thema stellen. Das haben wir gemacht. Mit dem Verbraucherschutzausschuss waren wir auf der Gamescom und haben dort grob begreifen können, wie groß und vielfältig Gaming eigentlich ist. Wir konnten dort mit vielen Studios sprechen, die Spiele entwickeln. Wir waren bei kleinen, die noch in den Startlöchern stehen, und bei den ganz großen. Bei einem großen Entwickler, der jährlich ein Fußballspiel herausbringt, war ein Mitarbeiter vor Ort, der uns Fragen ausführlich beantwortet hat. Auf die Frage, ob man Lootboxen nicht aus den Spielen entfernen könnte, sagte er sinngemäß: Na ja, ohne diese Elemente geht ein Teil vom Spielspaß verloren. Es ist doch dieser Reiz, nicht zu wissen, was kommt, dieses Bauchkribbeln - Sie wissen schon! Liebe KollegInnen, ich hätte gar nicht besser beschreiben können, wie Glücksspiel funktioniert. Und genau das ist doch das Problem. Unsere Kinder und Jugendlichen werden systematisch an Glücksspiel herangeführt, und wir können nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie sie im stillen Kämmerlein auf sich allein gestellt sind. Das Gespräch ging aber noch weiter. Laut dem Mitarbeiter muss man Lootboxen nicht kaufen, man kann sie auch erspielen. Aber das ist, als wenn man Kindern in einem Casino täglich einen Jeton zum Ausprobieren gibt, sodass sie entweder warten müssen oder zum Sonderangebot greifen, das aggressiv beworben wird. Genau das ist doch kein Argument für Lootboxen, sondern dagegen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das können und dürfen wir so nicht akzeptieren. Das Internet ist kein Raum, in dem auf Jugendschutz und Schutz vor Glücksspielsucht gepfiffen werden kann. Da möchte ich Frau Jensen von der CDU danken. Ich weiß, Sie hätten gerne die Industrie noch mehr ins Boot genommen. Am Ende haben wir hier aber einen guten Kompromiss gefunden. Denn es geht nicht um Parteienprofilierung oder um den letzten Spiegelstrich in einem Antrag, sondern um den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen. Aus meiner Sicht haben wir lange genug gewartet. Lootboxen müssen reguliert werden! Vielen Dank.

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