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Julia Willie Hamburg

GRÜNE 16.05.2024 3:45 min Tagungsabschnitte 19/16

Schulfrieden nicht gefährden: für eine zukunftsfeste Bildung unserer Kinder mit individueller Förderung statt Einheitsschule und Einheitslehrern

Ich kann Ihnen deutlich sagen: Wir führen keine Schulstrukturdebatten, und deshalb lasse ich die heutige Debatte an dieser Stelle auch komplett bei Ihnen. Worüber reden wir hier eigentlich? Warum werden die Kerncurricula in Niedersachsen derzeit überarbeitet? - Schlichtweg, weil es neue KMK-Vorgaben gibt! Und wenn es die gibt, dann ist es ein üblicher Gang, auch die Kerncurricula entsprechend anzupassen. Und das steht jetzt an. Was macht die KMK an dieser Stelle? - Sie sagt, alle Abschlüsse müssen vergleichbar sein. Das heißt, egal, ob man an der Oberschule oder an der Hauptschule seinen Hauptschulabschluss macht, egal, ob man an der Realschule, an der Oberschule oder an der IGS seinen Realschulabschluss macht - er muss immer vergleichbar sein. Wenn man das Abitur machen will, muss man, um in die Oberstufe zu kommen, bestimmte Leistungen erbringen - und die müssen, egal an welcher Schule man gewesen ist, gleich sein. Das gibt die KMK deutlich vor. Und jetzt überlegen Sie mal, wozu es führt, wenn die KMK entscheidet: Egal, an welcher Schule man seinen Abschluss macht, er muss gleichwertig, vergleichbar und gleich sein. Das führt dazu, dass wir auch gewährleisten müssen, dass, egal an welcher Schule der Abschluss vergeben wird, er gleichwertig ist. Vor diesem Hintergrund sind die Kerncurricula schon heute, wo sie schulformbezogen sind, in weiten Teilen wortgleich, inhaltsgleich und auch in ihren Kompetenzniveaus logischerweise gleich. Frau Ministerin, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage, des Herrn Fühner. Lassen Sie die zu? Natürlich. Danke schön. Vielen Dank, Frau Ministerin, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Ich möchte Sie fragen, ob es richtig ist, dass es für das Kerncurriculum Naturwissenschaften der IGSen bei der Überarbeitung Bestandsschutz gibt, während es für alle anderen Bereiche keinen Bestandsschutz gibt. Es ist so, dass diese fächerübergreifenden Curricula eine eigene Verfasstheit haben, weil sie anders sind. Aber natürlich orientieren diese sich auch an den gleichen Kompetenzniveaus und enthalten die gleichen Kompetenzstufen, die dann überführt in die anderen Kerncurricula da sind. Wenn ich Ihre Frage damit nicht beantwortet habe oder Sie eine andere Frage gestellt haben, dann stellen Sie sie gerne erneut. Ansonsten würde ich gerne fortfahren. Sie sagen jetzt, dass die Kerncurricula am Ende dazu führen, dass wir Einheitscurricula haben. Ich habe Ihnen gerade deutlich gemacht, dass das nicht der Fall ist, weil sie nach zwei Kompetenzstufen unterscheiden und somit einfach transparent zusammengeführt sind. Denn wie verwirrend ist es denn, wenn ein KGS-Curriculum, ein gymnasiales Curriculum und ein IGS-Curriculum fast komplett wortgleich sind, aber unter unterschiedlichen Überschriften stehen? - Liebe Kolleginnen und Kollegen, das hat nichts mit Einfachheit zu tun, das hat nichts mit Transparenz zu tun, und das hat auch nichts mit Klarheit zu tun. Wenn wir den Oberschulen sagen, das ist das, was Schülerinnen und Schüler können müssen, um ans Gymnasium in die Oberstufe zu kommen, dann stärken wir an dieser Stelle sogar die Gymnasien, weil sie sich darauf verlassen können, dass das gleiche Qualitätsniveau vorherrscht. Wenn Sie jetzt sagen, wir würden damit die Schulen abschaffen bzw. vereinheitlichen, dann ist auch das falsch. Denn wo werden die Fragen, die sie beschäftigen, geregelt? ‑ In den Organisationserlassen! Und diese bleiben für die jeweiligen Schulformen erhalten. Die stellt hier niemand infrage. Insofern werden die Schulen auch weiterhin in ihren Schullernplänen genau das berücksichtigen, was für ihre Schulform der richtige Weg ist, liebe Kolleginnen und Kollegen. Frau Ministerin, ich unterbreche ungerne. Es gibt noch einmal den Wunsch nach einer Zwischenfrage, von dem Kollegen Althusmann. Natürlich, Herr Althusmann! Frau Ministerin, können Sie mir ein Beispiel aus den vergangenen Jahren

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