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Karola Margraf

SPD 10.10.2025 6:03 min Tagungsabschnitte 19/28

Hauswirtschaft und Alltagskompetenzen in Niedersachsen weiter stärken

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich, dass hier einige Abgeordnete vor Ort sind und dieses wichtige Thema hören. Das ist ja das Abschlussthema und jetzt eigentlich das Thema, das ich als wichtig betrachte. Aber ich freue mich, dass Sie alle hier sind, um das auch entsprechend zu unterstreichen. Wie viele Kilokalorien ergeben ein Kilojoule? Welchen Energiebedarf hat ein Mensch pro Tag? Wie sieht ein Vertrag aus, und was gibt es eigentlich vor dem Vertragsabschluss zu beachten? Welche Bedeutung haben unterschiedliche Pflegesymbole an Kleidungsstücken, und welche Folgen ergeben sich daraus für die Wäsche? Mit all diesen und vielen weiteren Alltagsfragen rund um hauswirtschaftliche Tätigkeiten setzen sich Jugendliche in Niedersachsen im Rahmen ihres Hauswirtschaftsführerscheins auseinander. Seit seiner Einführung 2019 ergänzt der Hauswirtschaftsführerschein die breiten Bildungsangebote in Niedersachsen in Bezug auf den hauswirtschaftlichen Bereich. Das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen kurz: ZEHN stellt hier neben vielen weiteren Angeboten eine komplette Beratung für Lehrkräfte zur Verfügung. Den SPD-geführten Landesregierungen war die hauswirtschaftliche Ausbildung seit jeher sehr wichtig. In allen Lebensbereichen, über jede Altersgruppe und Einkommensklasse hinweg sind wir im Alltag mit den gleichen hauswirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Im schulischen Bereich gibt es für diesen Bildungsauftrag an Gesamtschulen bereits seit den 80er-Jahren das Fach Arbeit, Wirtschaft, Technik. 2024 wurde das Kerncurriculum für AWT aufsteigend mit dem 5. und 6. Jahrgang verpflichtend für integrierte Gesamtschulen in Niedersachsen eingeführt. Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer Alltagskompetenz und Selbstwirksamkeit gefördert, mit grundlegenden hauswirtschaftlichen Kenntnissen ausgestattet oder auch zu einer reflektierten Technikfolgenabschätzung im Alltag befähigt werden. Hauswirtschaftliche Kompetenzen sind in Niedersachsen Gegenstand lebenslangen Lernens und sind in den weiterführenden Schulen schon längst etabliert. Neben dem schulischen Bereich der hauswirtschaftlichen Bildung bietet sich mit der Ausbildung zum Hauswirtschaftler oder zur Hauswirtschaftlerin auch eine professionelle Ausbildung in diesem Bereich an. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisiert den Rahmen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Mit dem Programm „Hauswirtschaft ist angesagt" werben die Landwirtschaftskammern und das ZEHN gezielt bei jungen Erwachsenen um Nachwuchs für diesen wichtigen Bereich. Zahlreiche Hauswirtschaftlerinnen und Hauswirtschaftler kümmern sich in Niedersachsen täglich um die Bereitstellung von Lebensmitteln, die Organisation von Budget, Wäschepflege, Betreuung, Hygiene oder den Umgang mit neuesten Techniken in der Hauswirtschaft. An dieser Stelle geht mein Dank und ich denke, auch der des gesamten Hauses an diese Alltagshelden. Was wollen wir mit unserem Antrag erreichen? Wir wollen die Hauswirtschaft noch breiter und tiefer fördern. Wir setzen uns für eine bessere Bezahlung hauswirtschaftlicher Fachkräfte ein, und wir wollen den Sprung in die Selbstständigkeit mit Programmen zur Existenzgründung vereinfachen. Auch soll eine stärkere Verknüpfung zwischen Hauswirtschaft und Pflege geprüft werden. All das wollen wir anstoßen, weil sich auch die Hauswirtschaft in der sich schnell ändernden Welt verändert. Der demografische Wandel lässt die Nachfolge nach pflegerischen Tätigkeiten wachsen, und vieles überschneidet sich im Bereich der Nahrungsmittelversorgung, Hygiene und vielen weiteren Aufgaben mit dem hauswirtschaftlichen Berufsbild. Eine Stärkung der Hauswirtschaftlerinnen und Hauswirtschaftler stärkt somit erstens ihr Berufsfeld und kann uns als Gesellschaft zweitens dabei unterstützen, dem demografischen Wandel zu begegnen. Eine lückenlose Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger im Flächenland Niedersachsen erreichen wir nur mit einer starken Hauswirtschaft. - Herzlichen Dank! Auch die Digitalisierung hat die Hauswirtschaft längst erreicht. Robotik hat Einzug in die tägliche Arbeit erhalten, die Steuerung vieler Haushaltsgeräte erfolgt per App, und Lebensmittel werden zunehmend online bestellt und nach Hause geliefert. Technologie revolutioniert auch dieses Berufsfeld und erfordert von den Mitarbeitenden Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Mehr Vernetzung und stärkere Kooperation zwischen den Einrichtungen und die Arbeit in interprofessionellen Teams sollen vor Ort helfen, auf neue Aufgaben und Technologien besser reagieren zu können. Die Expertise in Sachen Anpassungsfähigkeit ist in allen mit Hauswirtschaft verbundenen Berufen seit jeher stark ausgeprägt. Sie sehen, Hauswirtschaft ist kein Randthema. Sie ist zentral für unsere Gesellschaft. Mit diesem Antrag stärken wir ein Berufsfeld, das uns hilft, den demografischen Wandel zu bewältigen, Nachhaltigkeit zu leben und die Versorgung im Flächenland Niedersachsen sicherzustellen. Auf die Beratung im Ausschuss freuen wir uns, um das Beste für den Alltag der Menschen in unserem Land herauszuholen. Danke schön.

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