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Verena Kämmerling

CDU 26.09.2024 3:27 min Tagungsabschnitte 19/19

Schutz unserer Artenvielfalt: Landeseigene Flächen nutzen und Vertragsnaturschutz stärken!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mir kommen fast die Tränen bei diesem deutlichen und emotionalen Vortrag. Bezogen auf den Antrag: Es ist wirklich eine Glanzleistung, einen Antrag zum Schutz der Artenvielfalt zu bringen, aber darin fast alle Ursachen für den Verlust der Biodiversität zu vergessen. Zur Wahrheit gehört nämlich, dass der Rückgang der Insektenvielfalt auch durch die Auswirkungen des Klimawandels bedingt wird. Hinzu kommt die Lebensraumverknappung unter anderem durch Flächenversiegelung, aber auch durch Einflüsse der Landbewirtschaftung. Interessant ist der Antrag auch bezüglich Ihrer Feststellung zum Rückgang des Niederwildes; denn die Feldhasenpopulation nimmt in Niedersachsen nicht ab, sondern seit sechs Jahren stetig zu, wie die Wildtiererfassung der Landesjägerschaft zeigt. Es gibt in Teilen Niedersachsens sogar Hasenhochburgen mit bis zu 100 Tieren pro Quadratkilometer. Dramatischer sieht es bei den Bodenbrütern aus. Jeder Landwirt und jeder Jäger wird Ihnen sagen, dass das größte Problem für deren Rückgang die Prädatoren sind. Füchse und Rabenvögel haben die Bestände von Rebhuhn, Feldlerche und Co. massiv dezimiert. Dazu sagen Sie in dem Antrag nichts. Wir hatten im Ausschuss eine Unterrichtung zu Ihrer Forderung, landeseigene, nicht verpachtete Flächen aufzuwerten. Es hat sich herausgestellt, dass es zwar Flächen gibt, aber dass das Land auf diesen Flächen bereits umfassende Naturschutzmaßnahmen umgesetzt hat. Je nach Zielsetzung dieser Maßnahmen würde eine Umsetzung der Forderungen aus dem Antrag sogar dem gesetzlichen Biotopschutz entgegenstehen. Auch der Ausbau stillgelegter Bahnstrecken zu Insektenkorridoren ist ein frommer Wunsch; denn auf die Flächen besteht überhaupt gar kein Zugriff durch das Land. Sie gehören nämlich in den meisten Fällen Privateigentümern und der Deutschen Bahn. Viel wichtiger wäre also, dass die Landesregierung bei der Umsetzung des „Niedersächsischen Weges" besser vorankommt. Da ist noch reichlich Luft nach oben. Die Forderung, die Sie in dem Antrag zur Fortführung einzelner Agrarumweltmaßnahmen stellen, hat sich nach der Unterrichtung, die wir im Ausschuss hatten, als erledigt erwiesen. Die angesprochenen Maßnahmen waren zum Großteil Maßnahmen aus der alten Förderperiode und sind fast alle leicht verändert wieder aufgelegt worden. Natürlich kann man Maßnahmen im Detail kritisieren; das tun wir auch. Insgesamt müssen Antragstellung und Kontrollen unbürokratischer werden. Denn viele Landwirte stellen gar keine Anträge mehr, weil sie schlichtweg auf diese Bürokratie keinen Bock mehr haben. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, für die CDU lehne ich den Antrag ab. Wir brauchen wesentlich zielführendere Maßnahmen für die Artenvielfalt, und zwar erstens die konsequente Umsetzung des „Niedersächsischen Weges", zweitens eine Entbürokratisierung der Antragsverfahren und drittens eine vernünftige Strategie zur Bejagung von Prädatoren, um die Bodenbrüter besser zu schützen. Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Abgeordnete Kämmerling. - Für die SPD-Fraktion hat das Wort: Herr Abgeordneter Christoph Willeke. Bitte!

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