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Christian Schroeder

GRÜNE 23.06.2026 5:15 min Tagungsabschnitte 19/35

Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! In den letzten zwei Jahren wurde sehr intensiv diskutiert. Es wurde gestritten, und es wurde sogar demonstriert. Es gab Exkursionen. Unter anderem waren wir in Dänemark. Es wurde abgewogen, und zum Schluss hat auch das neue Bundesjagdgesetz noch Impulse gegeben, die mitgedacht werden sollten. Ich nenne nur das Stichwort „Wolf". Dieser Abwägungsprozess und der Versuch des Interessenausgleichs zeigten, wie schwer es ist, bei solch einem emotionalen Thema, das so hitzig diskutiert wird, einen Konsens zu finden. Auch gab es zahlreiche, ganz unterschiedliche Petitionen, die beachtet werden sollten. Wie schwer es war, möchte ich mittels einer kleinen Geschichte aus der Sitzung zur Einbringung des Gesetzentwurfs erzählen. In der Sitzung zeigte sich, dass selbst unter den jagenden Mitgliedern der CDU ganz unterschiedliche Sichtweisen in Bezug auf das neue Gesetz existieren. Es gab die gesamte Bandbreite von fundamentaler Ablehnung durch Herrn Dorendorf, der sich in erster Linie darum sorgte, ob er dann noch einen Wolfspelz bekommt, über eine sehr parteipolitische Sicht durch den Generalsekretär ich finde, das ist durchaus legitim und auch sein Job; das wird heute sicherlich ebenso sein bis hin zu doch sehr konstruktiver Kritik mit dem Anspruch, im laufenden Prozess tatsächlich noch Verbesserungen hinzubekommen. So hat dann die eine oder andere Bemerkung durch Herrn Toepffer zum Nachdenken angeregt. Vielen Dank dafür! Stichwort: Übergangsregelungen bezüglich der Abschusspläne, die nun zu einem Änderungsantrag der die Regierung tragenden Fraktionen geführt haben. Noch einmal vielen Dank an dieser Stelle. So funktioniert konstruktive Oppositionsarbeit: Es werden Änderungen vorgeschlagen. Wir nehmen sie auf und stellen entsprechende Anträge. Diese kleine Geschichte zeigt vor allem eines, nämlich dass es sehr differenzierte Sichtweisen zu diesem Jagdgesetz gibt. Auch in der organisierten Jägerschaft nehme ich sehr unterschiedliche Meinungen und Stimmen wahr. Auf die Details möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Denn ich glaube, dass nach einer so langen Zeit und einem so intensiven Prozess irgendwann einmal Dinge ausdiskutiert sein müssen. Bei anderen Dingen wissen wir allerdings durchaus, dass es noch weiteren Bedarf für Nachbesserungen gibt. Auch hier sei Herr Toepffer erwähnt, der das Thema der Wildfolge von krankgeschossenem Wild im Nachbarrevier angesprochen hat. Hierfür haben wir bisher keine gute Lösung. Die gab es aber auch nicht unter der Vorgängerregierung. Also: Eine Novelle des Jagdgesetzes ist in der nächsten Regierungszeit durchaus noch einmal angesagt. Schlussendlich gibt es nun aber einen Lösungsvorschlag für ein Gesetz, welches durch den Managementplan für den Wolf ergänzt wird. Beides ist auch darauf ausgerichtet, dass der Wolf weiterhin ein geschütztes Tier bleibt und der gute Erhaltungszustand erhalten bleibt. Das ist wichtig, damit Abschüsse und die Pläne nicht beklagt werden, sondern für alle Beteiligten Handlungssicherheit besteht und so schnell und pragmatisch gehandelt werden kann, wie wir dies jetzt planen. Dieser Plan, meine Damen und Herren - das möchte ich ausdrücklich betonen, ist bundesweit einmalig. Kein anderes Bundesland ist so weit, wie es Niedersachsen jetzt ist. An dieser Stelle sei ausdrücklich der Landesregierung gedankt. Denn es ist nicht einfach, in Bezug auf den Managementplan einen Kompromiss zu finden, der nachher wirklich umsetzbar ist und von den Jägerinnen und Jägern draußen getragen wird. Mein Dank gilt hier Olaf Lies und Christian Meyer als Umweltminister sowie natürlich unserer Jagdministerin Miriam Staudte. Bedanken möchte ich mich auch bei den Fachpolitikerinnen und - politikern der Fraktionen; ausdrücklich bei der SPD-Fraktion, aber auch bei der CDU-Fraktion. Denn eine solch schnelle Abfolge der Beratungen in den Ausschüssen ist nur möglich, wenn wir das alle gemeinsam wollen und uns nicht gegenseitig das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Ein solches schnelles Verfahren konnte nur gemeinsam gelingen. Einen großen Dank deshalb an dieser Stelle auch an Frank Schmädeke und Frau Stürzebecher, die eine so schnelle Abfolge der Sitzungen ermöglicht haben. ‑ Ich glaube, das ist einen Applaus wert. Auch den GBD möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Frau Brüggeshemke stand stets kompetent beratend zur Seite. Klar wurde bei der Beratung dieses Gesetzes aber auch, dass Gesetze generell, immer, auf die aktuellen Herausforderungen in der Gesellschaft und in der Natur angepasst werden müssen. Das wird auch künftig so sein und bleiben. Ich bitte deshalb um einen verantwortungsvollen Umgang bei der Abstimmung zu diesem Gesetz und hoffe auf breite Zustimmung. Danke schön. Die

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