Falko Mohrs
Kulturelle Bildung und Teilhabe fördern - jungen Menschen kostenfreien Zugang zu den staatlichen Museen gewähren!
Herr Mohrs. Bitteschön! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Wir haben aus der Debatte eben gelernt, dass uns ich würde sagen: alle, die geredet haben das Ziel eint, den Zugang zu Museen für Kinder unabhängig von ihrem Familien- und Bildungshintergrund zu unterstützen. Frau Machulla, ich muss Ihnen recht geben, dass wir die Bedeutung der Museen für die Vermittlung von Geschichtswissen, für Identität, für Kultur und damit am Ende auch für das Wissen einer Gesellschaft und die Demokratie nicht geringschätzen dürfen, sondern dass die Bedeutung für unsere Gesellschaft groß ist. Sie wissen aber: Wenn man so anfängt, muss ein dickes Aber kommen, Frau Machulla, und das kommt an dieser Stelle. Denn beim zweiten Blick auf Ihren Antrag muss man sagen, dass Sie dieses Ziel überhaupt nicht erfüllen. Das Thema freier Eintritt in Museen ist in den letzten Jahren intensiv erörtert und von diversen Studien untersucht worden. Dabei ist eindeutig die Erkenntnis gereift, dass ein freier Eintritt höchstens temporär eine leichte Zunahme der Besuche, aber eben keine nachhaltige Wirkung mit sich bringt. Ich nenne Ihnen ein Beispiel, das von der Kollegin Viehoff eben schon genannt worden ist. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg hat den Modellversuch unternommen, den Eintritt für Kinder und Jugendliche kostenlos zu machen. Innerhalb von sechs Monaten sind sage und schreibe 20 zusätzliche Kinder als Besuchende gezählt worden. 20 zusätzliche Kinder in sechs Monaten - das heißt, nicht einmal ein zusätzliches Kind pro Woche, weil der Eintritt kostenlos gemacht wurde. Das zeigt sehr deutlich, Frau Machulla: Es ist eben nicht die Frage, ob man einen kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche einführt zumal die Eintrittspreise in den Landesmuseen, wir haben es gehört, ohnehin zwischen 1,50 Euro und 4 Euro liegen, sondern die entscheidende Frage ist, ob es gelingt, ein qualitativ ausreichend gutes Angebot für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche zu etablieren. Das ist die entscheidende Frage, nicht die, die Sie mit Ihrem Antrag artikulieren. Der geht nämlich völlig an der Realität vorbei. Deswegen ist es unsere Entscheidung in der Prioritätensetzung es ist in der Tat eine Frage der Prioritätensetzung; Sie haben es gesagt, dass wir sagen: Unser Schwerpunkt als Landesregierung mit den regierungstragenden Fraktionen liegt darauf, die Landesmuseen darin zu bestärken, eine gute inhaltliche pädagogische Arbeit zu machen. Das tun sie. Das ist uns wichtig. Und wenn Sie hier sagen, 250 000 Euro wären ja nichts, dann frage ich mich, warum Sie sich in der Vergangenheit, als Sie in der Verantwortung waren, so schwer getan haben, bei vielen Kultureinrichtungen, für die 250 000 Euro unglaublich viel Geld gewesen wäre, solche Beträge zu realisieren, zu verstetigen, zu erhöhen. Hier davon zu reden, dass das Peanuts sind, geht an der Realität der Kultureinrichtungen vorbei. Unsere Priorität ist es, die Angebote in guter Qualität auszubauen, aber nicht mit Maßnahmen, die an der Realität von Kindern und Jugendlichen am Ende vollkommen vorbeigehen. Deswegen können wir nicht empfehlen, diesen Antrag zu unterstützen. Vielen Dank.
