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Lukas Reinken

CDU 31.01.2025 4:35 min Tagungsabschnitte 19/22

Die Fachkräfte von morgen brauchen jetzt unsere bestmögliche Unterstützung - berufliche Orientierung an niedersächsischen Schulen ausbauen und weiterentwickeln!

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir sprechen nun das zweite Mal in dieser Plenarwoche über das wichtige Thema Berufsorientierung. Allein das ist schon ein gutes und wichtiges Signal in das Land. Rot-Grün hat unseren Antrag am Mittwoch abgelehnt. Jetzt, anderthalb Jahre nach unserem Antrag, bringen Sie Ihre eigenen Punkte ein. Auch das ist erst mal ein gutes Signal, dass etwas kommt. Eigentlich wollten Sie ja auf den neuen BO-Erlass der Kultusministerin warten. Der sollte im Herbst letzten Jahres fertig und jetzt eigentlich in der Verbandsanhörung sein. Offensichtlich hat es auch Ihnen jetzt zu lang gedauert. Was also enthält Ihr Antrag? Sie wollen Berufsorientierung an Gymnasien stärken. Dazu wollen Sie auch dort zum Beispiel ein Pflichtpraktikum einführen. Vor 48 Stunden haben Sie das noch abgelehnt. Sie wollen Kooperationen zwischen allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen intensivieren. Vor 48 Stunden haben Sie das noch abgelehnt. Die genauso wichtige Kooperation und Vernetzung mit Unternehmen und Kammern lassen Sie zum Beispiel völlig außen vor. Sie wollen das Thema Berufsorientierung in der Lehrkräfteausbildung stärken. Gut so! Vor 48 Stunden haben Sie das noch abgelehnt. Meine Damen und Herren, ich finde es ziemlich unredlich, dass Sie hier am Mittwoch gegen all diese Punkte stimmen und heute genau das als Maßnahmen vorschlagen. Das ist schon ein ziemlich starkes Stück. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Ausbau inklusiver Angebote in der Berufsorientierung ist in der Tat ein spannender Punkt in Ihrem Antrag, über den wir auch im Gesamtkontext der Inklusion in den Schulen noch sprechen müssen. Gleichzeitig gilt es, die Bildungs-ID voranzutreiben. Gut, dass Sie das aufgenommen haben. Sie schlagen zumindest eine Prüfung vor, wie die Bildungs-ID auch in der Berufsorientierung genutzt werden kann. Ansonsten lassen Sie in Ihrem Antrag allerdings das gesamte Thema der Digitalisierung, der digitalen Angebote, der Apps und auch des Einsatzes von künstlicher Intelligenz vollständig außer Acht. Wie wollen Sie eigentlich Berufsorientierung im Jahr 2025 gestalten, ohne an die Möglichkeiten der digitalen Welt zu denken? Das ist völlig lebensfremd. Denn eines ist doch klar: Eine gute Berufsorientierung, die den Schülerinnen und Schülern Konzepte anbietet, mit denen sie wirklich etwas anfangen können, muss die Schülerinnen und Schüler doch dort abholen, wo sie sind. Das muss dann eben auch über Apps funktionieren. Das muss auch im digitalen Raum stattfinden. Ebenfalls lassen Sie den Punkt vollständig außen vor, was wir eigentlich mit den Schülerinnen und Schülern machen, die keine Perspektive nach der Schule gefunden haben, die keinen Berufsweg einschlagen. Übrigens: Unabhängig davon, ob sie einen Schulabschluss machen oder nicht, dürfen wir diese Menschen nicht übersehen. Die Schulen können bereits heute eine Meldung an die Bundesagentur für Arbeit machen, damit diese eine Beratung anbieten kann. Wir wollen, dass diese Meldung zum Standard wird, sodass kein Mensch im System verlorengehen kann. Weiterhin weigern Sie sich, anzuerkennen, dass die Beauftragten der Berufsorientierung in den Schulen auch Zeit dafür brauchen, diese wichtige Aufgabe zu leisten. Wir bleiben dabei: Die Streichung der Anrechnungsstunden der BO-Beauftragten ist ein Fehler und muss rückgängig gemacht werden. Meine Damen und Herren, ja, Ihr Antrag enthält einige kluge Punkte ohne Frage. Die meisten davon haben Sie aber vor 48 Stunden noch abgelehnt. Darüber hinaus ist Ihr Antrag nicht weitgehend genug. Wichtige Trends und große Fragen ich bin darauf eingegangen lassen Sie unbeantwortet. Aber eines ist nach den Beratungen hier am Mittwoch und auch in den letzten anderthalb Jahren ganz klar: Der Ausschuss hat sich umfassend mit der Berufsorientierung beschäftigt. Wir können Entscheidungen treffen, oder wir können noch ein weiteres Jahr warten. Aber wir haben uns schon ein Jahr lang detailliert damit auseinandergesetzt. Wir haben eine tolle Bereisung nach Oldenburg durchgeführt. Wir haben mit Experten gesprochen. Wir haben viel darüber diskutiert. Ihr Antragstitel enthält eine richtige Feststellung, nämlich dass die Fachkräfte von morgen unsere Unterstützung jetzt brauchen jetzt, nicht in einem Jahr, nicht in anderthalb Jahren, sondern jetzt. Da wir sicherlich alle miteinander kein Erkenntnisproblem haben, was die Berufsorientierung braucht, sondern einfach in der Umsetzung nichts passiert, fordere ich Sie auf Herr Meyn wird ja gleich auch noch sprechen: Wir können eigentlich schon heute über diesen Antrag abstimmen. Wir haben alle Informationen. Beantragen Sie doch die sofortige Abstimmung! Wir wären bereit. Herzlichen Dank.

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