Meta Janssen-Kucz
Moorbodenschutz gemeinsam mit den Menschen in Niedersachsen gestalten: Klima schützen - Wertschöpfung sichern - Akzeptanz bewahren
zu Wort gemeldet für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Frau Kollegin Janssen-Kucz. Bitte schön! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich will mich bei meinen Vorrednern ausdrücklich für die fachliche, sachliche Debatte bedanken. Ich glaube, das ist ein guter Boden für die weitere Diskussion des gesamten Themas Moorbodenschutz. Niedersachsen ist Moorland, und Moorschutz geht uns alle an. Denn Moorschutz ist Klimaschutz par excellence. Wir haben hier einiges an Zahlen gehört. Wenn man sich dann anguckt, dass allein in Niedersachsen 17,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente inklusive Torfproduktion entstehen ‑ das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen; denn der gesamte Verkehrssektor macht nur rund das Doppelte aus ‑ weiß man, vor welchen Herausforderungen wir stehen, man weiß aber auch, welches Potenzial in unseren Moorflächen steckt, um wirklich effektiven Klimaschutz zu betreiben. Aber gerade die Herausforderungen fordern von uns, dass wir das auch wirklich gemeinsam anpacken. Denn nur nasse Moore mit einem intakten Torfkörper dienen dem Klimaschutz; denn nur dann wird kein CO2 mehr aus dem Torf in die Atmosphäre abgegeben. Moorflächen in großem Stil wiederzuvernässen, klingt erst einmal nach einem ganz einfachen Vorhaben. Das ist es aber in der Realität nicht wirklich, da nasse Moorflächen land- und forstwirtschaftlich schwierig zu nutzen sind. Das haben die Vorredner ja auch deutlich gemacht. Gerade aufgrund der großen Herausforderungen wegen der schnell voranschreitenden Klimafolgen müssen wir an dieser Stelle auch noch einmal die Lebensleistung vorheriger Generationen anerkennen. Das ist mir sehr wichtig. Ich bin mit meinem Großvater auch im Moor gewesen. Wir haben noch gestochen und abgelagert. Deshalb glaube ich, die Anerkennung der Lebensleistung früherer Generationen ist auch wichtig, wenn wir über Moorbodenschutz sprechen. Auf dieser Grundlage sollten wir jetzt den Dialog mit Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutz und Wasserwirtschaft intensiv weiterführen, um die notwendige Transformation zur Treibhausgasreduktion gemeinsam zu gestalten. Das ist für uns selbstverständlich. Thema Datenlage ‑ ganz kurz ‑: Ich bin sehr dankbar, dass das Umweltministerium schon eine groß angelegte Studie in Auftrag gegeben hat, um herauszufinden, welche Moorflächen wir tatsächlich haben und in welchem Zustand sie sind. Die Ergebnisse sollen Anfang des Jahres vorliegen. Unseren Moorflächen kommt große Bedeutung zu. Deshalb ist es wichtig, die Landesgesellschaft zum Management landeseigener Moorflächen und ein Kompetenzzentrum Moorbodenschutz als zentrale Koordinierungs- und Beratungsstelle für Renaturierung und moorschonende Bewirtschaftung in Niedersachsen zu etablieren und das Aktionsprogramm Niedersächsische Moorlandschaften zur Landesstrategie Moorbodenschutz weiterzuentwickeln. Es gibt also noch ganz viel, über das wir im Ausschuss gemeinsam reden können. Auch von uns wird noch ein Antrag kommen, auf Grundlage des Koalitionsvertrags. Aber noch einmal, wichtig ist: Wir haben viele positive Beispiele, und ich will mich an dieser Stelle bei den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen bedanken, die sich für mehr Moorschutz einsetzen und einen aktiven Beitrag zur Biodiversität und zum Klimaschutz danken. Lassen Sie uns das gemeinsam weiter anpacken! Danke.
