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Pascal Mennen

GRÜNE 15.03.2024 3:59 min Tagungsabschnitte 19/14

Für jeden eine Perspektive schaffen - Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss minimieren!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Jeder junge Mensch, der die Schule ohne Abschluss verlässt, ist einer zu viel. Das ist hier unstrittig. Das Thema begegnet mir auch in meinen wöchentlichen Schulbesuchen. Glauben Sie mir, als Lehrer tut mir jeder junge Mensch ohne Schulabschluss in der Seele weh. Ich habe wie viele engagierte Lehrkräfte immer um jeden einzelnen gekämpft. Darum zielt dieser Antrag in eine richtige Richtung. Das haben alle Ebenen aber auch bereits erkannt, und es wird bereits an vielen Stellen gehandelt. Im Kern gilt es aber, zum Thema Schulabbruch zunächst drei Dinge zu erkennen: Erstens. Warum brechen Jugendliche die Schule ab? Zweitens. Was können wir rechtzeitig und vor allem präventiv dagegen tun? Drittens. Wie können zuständige Organisationen und vorhandene Projekte effizienter miteinander verzahnt werden, um nach einem Schulabbruch besser zu helfen? Sehr geehrte Kolleg*innen, ein häufiger Grund für einen Schulabbruch sind psychische Erkrankungen und deren Behandlung. Es ist deshalb richtig, dass wir diesen nach Corona zunehmenden Wert erkannt haben und mit unserem ersten eigenen Haushalt die Stellen der Schulsozialarbeit verstetigt und die der Schulpsychologie ausgebaut haben. Zusätzlich gibt es mentale Erste-Hilfe-Kurse mit begleitendem E‑Learning, Schulungen für Klassenlehrkräfte und etwa 1 500 Beratungslehrkräfte mit einem frisch aktualisierten Curriculum. Sehr geehrte Kolleg*innen, eine solche frühzeitige Prävention ist wichtig, aber natürlich nicht alles. Schulabbrüche gibt es an allen Schulformen - mit einem gemeinsamen Problem: Es gibt keine standardisierte Herangehensweise. Vielmehr ist jeder Einzelfall individuell zu betrachten. Für Schüler*innen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen gibt es zusätzlich vielfältige Maßnahmen, um alle Beteiligten mitzunehmen. Dazu stehen auch digitale Lern- und Diagnosetools zur Verfügung, die die individuelle Lernentwicklung begleiten und auch transparent machen. Sehr geehrte Kolleg*innen, um unsere Schulen herum gibt es ein breites Beratungsnetz, zu dem auch die Berufsagenturen gehören. Regelmäßig finden Sprechstunden der Berufsfachkräfte in der Schule statt. Diese können die Schüler*innen sogar direkt kontaktieren. Unter anderem dazu identifizieren Lehrkräfte zweimal im Schuljahr gezielt junge Menschen, die ein Beratungs- und Unterstützungsangebot benötigen. Sehr geehrte Kolleg*innen, Sie sehen selbst in diesem immer noch sehr komprimierten Zusammenfassungsteil: Das Thema ist durchaus bereits im Fokus, auch hier im Land, Frau Ramdor. Können wir noch mehr tun? - Das kann man sich natürlich immer fragen. Und meine Antwortet lautet: Ja, klar, das müssen wir auch. Dabei sollten wir aber vor allem auch einige Aspekte in den Blick nehmen, die hier noch zu kurz gekommen sind: das Thema „Resilienz junger Menschen stärken“, besonders vulnerable Gruppen in den Fokus nehmen, Lernwege individualisieren ‑ Frau Kollegin Lansmann hat es schon gesagt ‑ und die Berufsorientierung ausbauen. Am Lernen im eigenen Tempo und der Stärkung der Resilienz arbeiten wir zum Beispiel durch unseren Freiräume-Antrag, und in der Berufsorientierung ist einiges im Aufbruch, wie wir in einer ausführlichen Unterrichtung im Kultusausschuss gehört haben. Das war auch keine Neuerung nach in Ihrem Antrag, sondern da gab es schon vorweg sehr viel Arbeit. Lassen Sie uns im Ausschuss gemeinsam an weiteren Lösungen arbeiten, damit junge Menschen zukünftig noch besser aufgefangen werden. Ich freue mich auf die Beratungen. Vielen Dank. Herzlichen Dank, Herr Mennen. Weitere Wortmeldungen liegen zu

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