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Pascal Leddin

GRÜNE 19.11.2025 4:53 min Tagungsabschnitte 19/29

Vogelgrippe in Niedersachsen: Wenn die Regierung zaudert, leiden Tiere und Landwirtschaft - es braucht konsequentes Eingreifen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Mohrmann, was war das gerade für eine Rede? Sie haben undifferenziert eine Anschuldigung nach der anderen rausgehauen, ohne auch nur eine wirklich konkrete Antwort zu liefern. Hören Sie gern zu: Sie wissen genauso wie wir, dass eine landesweite Aufstallpflicht das Seuchengeschehen nicht beeinflussen würde. Sie wissen genauso wie wir, dass eine landesweite Aufstallpflicht zu viel Tierleid führen würde. Sie wissen genauso wie wir, dass in den Veterinärämtern Expertinnen und Experten sitzen, die die Situation vor Ort viel besser einschätzen können. Und Sie wissen genauso wie wir, dass eine landesweite Aufstallpflicht aus genau diesen Gründen noch nie durch das Land angeordnet wurde. Noch nie! Und trotzdem fordern Sie die Ministerin auf, eine landesweite Aufstallpflicht anzuordnen. Das ist unredlich, und das wissen Sie auch! Ihre Rede war nicht nur undifferenziert, sondern auch schlichtweg unfair. Weil Sie selbst keine Antworten haben, hauen Sie eine Anschuldigung nach der anderen raus, immer gegen die Ministerin, wobei Sie selbst wissen, dass das nicht stimmt. Das ist unmoralisch, und von Ihnen hätte ich da mehr Anstand erwartet. Herr Mohrmann, Sie brauchen sich gar nicht darüber aufzuregen; denn da draußen wurden weit über 1 Million Tiere getötet. Betriebe kämpfen um ihr Überleben, Kraniche stürzen tot vom Himmel, und in den Veterinärämtern brennt es an allen Ecken und Kanten. Während Sie hier Anschuldigungen formulieren, arbeiten da draußen Menschen an echten Lösungen. Es wäre eine Frage des Respekts, dafür auch einfach einmal Danke zu sagen. Herr Kollege Leddin, lassen Sie eine Zwischenfrage der Kollegin Jensen zu? Gerne gegen Ende. Zwischenfragen müssen immer dazwischen zugelassen werden. Ja. Aber scheinbar hatten Sie einfach keine Zeit dafür. Deswegen danke an alle Menschen, die Tag und Nacht für die Eindämmung des Seuchengeschehens kämpfen. Zumindest wir denken an euch. Trotzdem bekämpfen sie nur Feuer, die woanders gelegt wurden. Jedes Jahr reden wir über dieselben Probleme. Jedes Jahr die gleichen Statements, und jedes Jahr sind alle geschockt, wenn wieder Zehntausende, Hunderttausende oder Millionen Tiere gekeult wurden. Anders, als Sie es gerade vorgetragen haben, liegt die Schuld aber nicht an einem schlechten Seuchenmanagement - im Gegenteil! Auch wenn es weh tut: Wir müssen endlich über die Probleme reden. Viele tun so das haben auch Sie gerade vorgeführt, als wären die Kraniche das Problem, als wäre es gottgegeben, dass das Virus durch den Vogelzug in unsere Ställe kommt. Die Kraniche sind in der Geschichte aber die eigentlichen Opfer, weil sie das ausbaden müssen, was wir hier verzapft haben. Das Virus konnte sich in dicht bepackten Ställen bei Geflügel, das so hochgezüchtet wurde, dass es de facto kein Immunsystem mehr hat, rasant weiterentwickeln. Wir haben Megaställe mit Zehntausenden Tieren. Das Virus kann sich ungehindert ausbreiten und weiter mutieren. Es gibt zig Studien, die das belegen. Es gibt Forschungen zum H5N1- und H7N9-Virus in China und zu H5N8 in Frankreich. Egal, wo auf der Welt, alle kommen doch zu einem Ergebnis: Diese Viren sind vor allem durch Mutationen in dicht bepackten Geflügelstellen entstanden. Das, Herr Mohrmann, ist wissenschaftlicher Konsens, und Sie stellen sich hierhin und verschließen die Augen davor. Sie gucken einfach nicht hin. Aber nur, weil das Kind die Augen verschließt oder sich versteckt und das Feuer nicht sieht, ist es doch nicht weg! Das vermittelt man eigentlich schon im Kindergarten. Herr Mohrmann, Sie haben die Augen davor verschlossen. Aber ich will Ihnen auch ein Angebot machen: Lassen Sie uns doch im Ausschuss darüber sprechen. Lassen Sie uns darüber sprechen, dass die Vogelgrippe vor allem in geflügeldichten Regionen vorkommt. Lassen Sie uns darüber sprechen, dass vor allem Stallhaltungen betroffen sind. Lassen Sie uns darüber sprechen, dass diese Megaställe einfach nicht mehr haltbar sind. Lassen Sie uns darüber sprechen, dass Zoonosen eine der größten Bedrohungen für unsere Gesundheit sind. Wenn wir schon mal dabei sind, dann lassen Sie uns doch auch gleich über den massenhaften Einsatz von Reserveantibiotika reden. Herr Mohrmann, liebe CDU, lassen Sie uns doch nicht die Augen vor dem Problem verschließen, sondern es anpacken und lösen! Eine bessere Oppositionsarbeit muss doch wohl machbar sein. Vielen Dank. -

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