Pascal Mennen
Die Fachkräfte von morgen brauchen jetzt unsere bestmögliche Unterstützung - berufliche Orientierung an niedersächsischen Schulen ausbauen und weiterentwickeln!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Ich bin sicher, fast jeder von uns hat ab und zu PraktikantInnen - oft sind es ja Schulpraktika. Mit Glück ist dann eine Sitzungswoche dabei - das betrifft in dieser Woche sicherlich auch einige. Fast immer ist der Zeitraum zu kurz, und einen Tag in der Sitzungswoche hinten dranzuhängen, ist schulisch und organisatorisch fast nie möglich. Wir wollen mit unserem Antrag mehr Flexibilität für alle und somit bessere Erfahrungen ermöglichen, und darüber freue ich mich nicht nur aus Eigennutz, sondern vor allem auch wegen all der Erfahrungen, die dadurch zukünftig möglich werden. Gerade ist von Herrn Reinken die Kritik geäußert worden, dass Begrifflichkeiten wie „mehr Flexibilität ermöglichen" und andere nicht konkret genug formuliert worden sind. Ich bin sicher - und im Kultusausschuss können wir das auch immer wieder feststellen, dass im Kultusministerium sehr kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, die genau für diese Aufgabe verantwortlich sind: eine konkrete Umsetzung unserer Richtungsentscheidungen vorzulegen. Als Lehrer habe ich auch Praktika betreut, bin zu meinen SchülerInnen in die Betriebe und Einrichtungen gefahren und habe bei der Reflexion geholfen. Im Rahmen meiner Schulbesuche war ich kürzlich an einer Schule in Lüneburg in der Woche nach den Praktika und habe eine gute Methode kennengelernt: Alle SchülerInnen haben ihre Praktikumserfahrungen vor der Klasse vorgetragen und sich anschließend den Fragen ihrer MitschülerInnen zum erlebten Beruf und dem Praktikum gestellt. Es gibt unzählige Stellschrauben in diesem System, die wie in diesem Fall oft auch pädagogische sind. Auch dabei wollen wir mit Qualifizierungsangeboten für die Fachlehrkräfte unterstützen. Vor allem wollen wir aber insgesamt den Rahmen der Berufsorientierung weiter verbessern. Sehr geehrte Abgeordnete, wir können es uns schlicht nicht leisten, Berufsorientierung als „Schnickschnack" nebenher laufen zu lassen. Fachkräftemangel, unbesetzte Ausbildungsstellen, Zukunftsängste und unklare Perspektiven für SchulabgängerInnen: Um diese vielschichtigen Probleme zu lösen, muss Berufsorientierung eine wichtige Dauermaßnahme in Schulen sein, und zwar fächerübergreifend. Genau das bezwecken wir mit diesem Antrag. Außerdem beschließen wir Folgendes mit unserem Antrag einige Highlights hat mein Kollege gerade schon genannt: Wir helfen den SchülerInnen künftig, frühzeitig durch ein verpflichtendes flexibles Schulpraktikum in der Sekundarstufe I auszuloten, wo ihre Interessen und ihre Begabungen sind. Wir beziehen - auch das ist neu - die Eltern in diesen Prozess ein. Ihr inhaltlicher Rat und ihre organisatorische Unterstützung sind dabei nämlich wichtig. Last, but not least: Wir forcieren die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Agenturen für Arbeit bzw. den Jugendberufsagenturen. Sehr geehrte Abgeordnete, das ist mir ein besonders wichtiges Anliegen. Deshalb habe ich mich in der vergangenen Woche mit dem Vorsitzenden der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen und dem Leiter der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen getroffen. Wir haben über die Stellschrauben gesprochen, damit letztlich keine SchülerInnen ohne Anschluss an die Schule durch das System fallen, und auch über den vorliegenden Antrag. Tenor: Nichts auszusetzen, viele richtige und wichtige Entschließungen für klare Verbesserungen und somit genau der richtige Weg. Das lese ich auch aus der Stellungnahme des Landesschülerrats Niedersachsen heraus. Ihre Kritik greift hier also überhaupt nicht. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag. Danke schön.
