landtag-niedersachsen.de ↗

Julia Willie Hamburg

GRÜNE 28.04.2026 2:46 min Tagungsabschnitte 19/33

Sprache als Schlüssel zur Bildung von Anfang an stärken: Frühkindliche Sprachförderung neu denken!

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin Ihnen dankbar, dass wir heute einmal mehr über dieses wirklich wichtige Thema diskutieren. Auch mich und uns im Kultusministerium treibt das Thema Sprachförderung natürlich um. Denn jedes Kind, das hier die Sprache nicht lernt, ist eines zu viel. Unser Ziel muss es sein, dass wir hier alle Kinder bestmöglich begleiten und fördern. Insofern ist Sprachförderung auch in den Kitas unglaublich relevant. Mich betrübt, Frau Kollegin Ramdor, dass Sie offensichtlich außer Acht lassen, wie viel in den Kitas zu diesem Thema passiert. In Kindertagesstätten haben wir umfassende alltagsintegrierte Programme und Angebote. Wir haben es gerade gehört. Warum? - Weil alltagsintegrierte Sprachförderung nun mal am wirksamsten ist, wenn Kinder in diesem Alter spielerisch mit Sprachvorbildern zu tun haben. Wir haben den Kitas auch Tools zur Verfügung gestellt, um den Sprachstand zu erheben. Sie wissen auch bereits, dass die Kitas den Sprachstand regelmäßig und nicht erst mit vier Jahren erheben, um dann mal zu gucken, sondern dass das ein fortwährender Prozess ist. Auch deswegen haben wir die Sprach-Kitas in Niedersachsen mit Landesmitteln verlängert, weil es einfach ein ganz wichtiger Punkt ist, hier auch Know-how in die Kitas zu tragen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben mit Bundesministerin Prien auch eine dieser Kitas besucht. Sie hat sich hoch beeindruckt von den Angeboten gezeigt, die unsere Kitas machen, und sich sehr positiv zu dem geäußert, was in Niedersachsen passiert. Sie, Frau Kollegin Ramdor, haben gerade gefragt, warum es eigentlich diese Sprachdefizite gibt. Ich werde Sie nicht damit überraschen, dass auch in vielen der Länder, die Sie zitiert haben, dieser negative Entwicklungstrend genauso besteht wie hier bei uns in Niedersachsen. Warum ist das so? Das liegt unter anderem daran, dass Eltern viel weniger mit ihren Kindern sprechen, übrigens bereits ab der Geburt. Ich möchte hier noch einmal eindringlich appellieren: Wenn wir glauben, dass Kitas das Thema alleine lösen, dann unterschätzen wir, wie wichtig es ist, viel Zeit mit den eigenen Kindern zu verbringen, permanent mit ihnen zu sprechen, ihnen vorzulesen und sie gerade nicht vor dem Handy oder dem iPad zu parken. Denn die Spracharmut gibt es in Niedersachsen und in Deutschland in allen Schichten. Das erklärt sich ganz maßgeblich damit, dass wir zu wenig mit unseren Kindern sprechen. Also: Sprechen Sie mit Ihren Kindern, und lesen Sie ihnen vor! Frau Ministerin Hamburg, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage von dem Kollegen Fühner. Wollen Sie dem entsprechen? Selbstverständlich, ja. Bitte, Herr Kollege Fühner! Vielen Dank,

Alle Reden von Julia Willie Hamburg Rede ansehen ↗