Thore Güldner
Handys, Smartphones, Smartwatches - verlässliche Rahmen für die Mediennutzung für Schulen, Eltern, Kinder und Jugendliche erarbeiten
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir leben längst in einer digitalisierten Gesellschaft. Das gilt für uns Erwachsene genauso wie für unsere Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag. Digitale Endgeräte, Social Media, KI - sie prägen Kommunikation, sie prägen Freizeitverhalten, sie prägen Informationsbeschaffung und zunehmend auch Lernprozesse und politische Meinungsbildung. Und ich finde, daran ist per se erst mal überhaupt nichts auszusetzen. Im Gegenteil, ich finde nach wie vor, dass die Chancen der Digitalisierung und neuer Kommunikationsmittel deutlich gegenüber den vorhandenen Risiken überwiegen. Gleichzeitig müssen wir diese Risiken aber auch klar benennen. Dazu gehören vor allem bei Schülerinnen und Schülern Konzentrationsprobleme sie wurden gerade eben benannt, andere Auffälligkeiten, Cybermobbing, manipulative Inhalte, Deepfakes, Scams oder auch gefährliche Algorithmen in sozialen Netzwerken, die gerade junge Menschen besonders betreffen. All das macht deutlich: Die digitale Welt verändert sich schnell, und sie verändert damit auch Schulen. Vor diesem Hintergrund ist es richtig auch wenn der Kollege Reinken das gerade anders gestellt hat, dass wir seit geraumer Zeit intensiv darüber diskutieren, wie der Umgang mit digitalen Endgeräten in Schulen geregelt werden sollte und wie wir Kinder und Jugendliche dazu befähigen, sich sicher und verantwortungsvoll in einer digitalen Welt zu bewegen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße ausdrücklich die Handlungsempfehlungen, die gerade eben durch die Expertenkommission und die Bundesministerin veröffentlicht wurden. Ich glaube, sie stützen in weiten Teilen den Kurs, den die Niedersächsische Landesregierung eingeschlagen hat. Welcher Kurs ist das? Es ist der Kurs, der darauf angelegt ist, klare Rahmenbedingungen zu setzen, statt pauschal einfach herumzuverbieten. Man kann das machen, wenn man in der Opposition ist und sich mit ganz wichtigen gesetzlichen Fragen offensichtlich nicht auseinandergesetzt hat, was wir ja gerade eben auch in der Rede des Kollegen Reinken gehört haben. Wir wollen Orientierung geben, ohne die pädagogische Verantwortung vor Ort zu entziehen. Dazu gehört die von uns im Antrag geforderte und umgesetzte Handlungsleitlinie des Landes. Diese ist kein bloßes Begleitpapier, als das sie oft interpretiert wird, sondern ein konkreter Orientierungsrahmen für Schulen, welcher aufzeigt, was gesetzlich möglich ist und was eben nicht möglich ist. Sie macht übrigens auch deutlich, dass insbesondere in der Grundschule und in niedrigen Klassen im Sekundarbereich die Nutzung digitaler Endgeräte ausdrücklich nicht empfohlen wird, gerade weil Kinder in diesem Alter nur eine bedingte Selbstregulierungskompetenz haben. Gleichzeitig vertrauen wir in höheren Klassenstufen im Sekundarbereich den Schulen vor Ort. Wir trauen Schulleitungen und ihren Gremien zu, passgenaue Regelungen zu entwickeln, die zur jeweiligen Schule und ihren Rahmenbedingungen passen. Auch wenn die CDU das offensichtlich nicht teilt - dieses Vertrauen in Eigenverantwortung ist ein zentraler Bestandteil unseres Bildungs- und Schulverständnisses. Herr Kollege Güldner, lassen Sie eine Zusatzfrage des Kollegen Fühner zu? Ja. Bitteschön! Vielen Dank, Herr Kollege Güldner, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Sie sprechen von Vertrauen
