Britta Kellermann
a) Kranichnistplätze sichern - Moorflächen von beeinträchtigendem Bewuchs befreien b) Klimaschutz durch Moorbodenschutz: Daten- und Wissenslücken jetzt schließen! c) Moorbodenschutz gemeinsam mit den Menschen in Niedersachsen gestalten: Klima schützen - Wertschöpfung sichern - Akzeptanz bewahren d) Niedersachsens Mooroffensive vorantreiben
Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Im März letzten Jahres haben wir unseren Antrag zum Moorbodenschutz hier im Plenum eingebracht. Seitdem ist viel passiert. Herr Pott hat es bereits gesagt: Die Landesregierung hat bereits zentrale Maßnahmen umgesetzt. Vor allem wurde die von uns geforderte Steuerungseinheit Moorschutz beim NLWKN bereits eingerichtet. Sie plant und koordiniert nun die Wiedervernässung landeseigener Moorflächen. Auch das Koordinierungszentrum Moorbodenschutz im Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg hat seine Arbeit als Stabstelle für eine klimaschonende Nutzung der Moorflächen aufgenommen. Mit dem neuen Klimagesetz ist klar: Über bereits genehmigte Flächen hinaus darf kein Torf abgebaut werden. Aber Verbote allein reichen nicht. Wir müssen Alternativen schaffen, die für LandwirtInnen wirtschaftlich funktionieren. Paludikulturen sind dabei ein zentrales Element - der Anbau von Pflanzen auf nassen Moorböden wie Schilf, Rohrkolben oder eben Torfmoos. Sie sind ein echter Gamechanger; denn sie geben LandwirtInnen wirtschaftliche Perspektiven nach der Wiedervernässung, sie liefern der Erdenindustrie und vielleicht auch den Pilzanbauern für ihre Deckerden einen dringend benötigten Ersatz für Torf, und sie bringen einen großen Mehrwert für Klima und Artenvielfalt. Im Laufe der Anhörung ist außerdem deutlich geworden: Nicht nur komplette Wiedervernässung ist sinnvoll; auch teilvernässtes Grünland kann CO2-Emissionen deutlich senken. Das ist eine wertvolle Perspektive des Grünlandzentrums, die wir bewusst in den Antrag integriert haben. Denn klar ist: Moorschutz muss auch die Realitäten der Menschen berücksichtigen, die in den betroffenen Regionen leben und wirtschaften. Frau Jensen, da kann ich Ihnen nur recht geben. Das ist so. Doch wir können die akute Problemstellung nicht ignorieren. Unsere Wirtschaftsweise reißt uns zunehmend den Boden unter den Füßen weg. Wir brauchen auch Lösungen für mehr Klima- und Naturschutz. Politisch muss es uns darum gehen, die notwendigen Lösungen anzureizen und die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Moore sind dabei doppelt wichtig: Sie speichern Kohlenstoff, und sie sind Hotspots der Artenvielfalt. Die Umweltverbände haben zu Recht betont: Der Erhalt und die Entwicklung der Biodiversität auf Moorböden müssen Teil der Wiedervernässung sein. Für uns ist das selbstverständlich. Denn die beiden größten Krisen unserer Zeit Klimakrise und Artensterben lassen sich nicht getrennt voneinander lösen. Zum Schluss ein Dank an alle, die mit ihren Hinweisen und Stellungnahmen unseren Antrag verbessert haben! Auch die Opposition lässt der Moorschutz offenbar nicht kalt. Mit gleich fünf Gegenanträgen haben Sie uns in den Ausschüssen ordentlich auf Trab gehalten. Ehrlicherweise sind Sie uns ganz schön auf den Geist gegangen. Aber am Ende ist es wie so oft die Vielfalt der Positionen, die eine Sache rund macht. Genau das ist der Antrag jetzt: rund. Vielen Dank.
