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Falko Mohrs

26.06.2025 8:14 min Tagungsabschnitte 19/26

Position niedersächsischer Universitäten im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes

Mohrs abgegeben. Sie haben das Wort. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Frau Abgeordnete Schütze, vielen Dank. Ich glaube, ich kann an den Anfang stellen, dass die Entscheidung der Exzellenzkommission am 22. Mai 2025 einen Meilenstein für die Spitzenforschung in Deutschland, für die Spitzenforschung in Niedersachsen dargestellt hat. Das war ein Tag, an dem die niedersächsischen Universitäten und auch ich das kann ich persönlich sagen mit einer hohen Anspannung in Bonn dabei waren oder nach Bonn geblickt haben. In diesem Sinne werde ich Ihre Fragen beantworten. Ich werde mit einer Gesamteinordnung beginnen und dann auf die weiteren Aspekte eingehen. In einer Zeit, in der die Wissenschaft und vor allem auch die Freiheit der Wissenschaft international unter Druck stehen, ist dieses Programm von Bund und Ländern, das sich insbesondere an die Exzellenz und damit an die Freiheit der Forschung und der Wissenschaft wendet, ein klares Bekenntnis der Länder und des Bundes, wie wichtig, wie zentral die Freiheit der Wissenschaft, wie zentral die Spitzenforschung für die Gesellschaft, für die Innovation und damit für den Fortschritt und für die Zukunftstüchtigkeit in Deutschland in seiner Gesamtheit sind. Das unterstreicht Sie haben es gesagt, Frau Schütze, wie zentral dieses Förderprogramm für uns in Deutschland ist. Die Exzellenzkommission hat entschieden, sechs Exzellenzcluster aus Niedersachsen für die siebenjährige Förderperiode von 2026 bis 2032 auszuwählen. Das ist ein starkes Zeichen für die Innovationskraft, für die Stärke, für die Spitzenforschung in Niedersachsen. Die Wirkungskraft dieser erfolgreichen Exzellenzcluster darf nach meiner und unserer Überzeugung nicht geringgeschätzt werden. Denn die Exzellenzforschung die Exzellenzinitiative mit dem, wie sich die Strategie über die Jahre entwickelt hat sorgt dafür, dass sich erstens eine internationale Sichtbarkeit und damit eine Attraktivität sowohl für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber, wie wir sehen, auch für die Studierenden entfaltet. Zweitens kann man deutlich sagen, dass die Standortprofilierung also das Profil der Universitäten, die hier erfolgreich sind durch die Exzellenzstrategie deutlich ausgebaut wird und damit eben auch zum Erfolg dieser Standorte beiträgt. Ich will an den Beispielen der Optik an der LUH, der Infektionsforschung an der Medizinischen Hochschule, des Themas Quanten in Braunschweig und in Hannover und der Hörforschung, ausgehend von Oldenburg, deutlich machen, wie wichtig die Profilbildung ist. Dadurch entstehen außerdem Kooperationen und Netzwerke: außeruniversitär, international und über Bundeslandgrenzen hinweg. Zudem ist es wichtig, in der Exzellenzstrategie deutlich zu machen, wie gerade auch Karrierewege von Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftlern einen wichtigen Beitrag zur Innovationskraft der Universität leisten und damit auch ein deutliches Zeichen dafür sind, wie gut es für kluge Köpfe ist, nach Niedersachsen zu kommen. Zu guter Letzt legt dies nicht nur einen deutlichen Akzent darauf, wie die Verzahnung zwischen universitären und außeruniversitären Bereichen, sondern vor allem auch, wie wichtig der Transfer in die Wirtschaft und in die Gesellschaft ist. Ich glaube, man kann deswegen deutlich sagen, dass der Erfolg in der Exzellenzstrategie auch ein Erfolg für den Wissenschaftsstandort Niedersachsen ist. Die Auswahl der Exzellenzcluster erfolgt dabei wissenschaftsgeleitet. Ich will Ihnen der Vollständigkeit halber einmal aufzählen, welche Cluster in Niedersachsen mit welchen Themen erfolgreich waren. Da ist zunächst das Thema Hearing4all, an dem sich die Universität Oldenburg, die LUH hier in Hannover und die MHH beteiligen, bei dem es jetzt in der dritten Förderperiode darum geht, deutlich zu machen, welche Dimensionen für einen Großteil der Gesellschaft mit dem Thema Hörforschung verbunden sind und wie hier durch innovative technologische Möglichkeiten wie KI, aber eben auch auf der molekularen Ebene Therapieansätze ermöglicht werden. Im Cluster „The Ocean Floor" der Universitäten Bremen und Oldenburg geht es darum, wie insbesondere die Kenntnisse über Stoffkreisläufe an dem Übergang zwischen Ozean und Meeresboden wesentlich zum Verständnis des Klimawandels beitragen. Im Cluster NaviSense geht es um die Frage, wie sich Tiere über große Distanzen orientieren. Dies geschieht höchstwahrscheinlich auf Basis von Quanteneffekten. Das zu verstehen, wird auch wesentliche, neue technologische Möglichkeiten für uns als Gesellschaft bereithalten. Im Cluster QuantumFrontiers der Universität Hannover und der TU Braunschweig geht es um die Grundlagen der Quantenphysik und damit um eine wesentliche Treiberfunktion für den wirtschaftlichen Fortschritt, und bei PhoenixD geht es in der Leibniz-Universität um neuartige optische Systeme. Zu guter Letzt nenne ich RESIST als Kern, Element und Profilgebung der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie sehen also, meine Damen und Herren, das, was ich eben beispielhaft aufgezählt habe, ist im Konkreten ein Riesenerfolg und trägt dazu bei, dass diese Standorte sichtbar und erfolgreich sind. - Dies auch zur Einordnung seitens der Landesregierung, was die Bedeutung angeht. Ich will dann dazu kommen, welche Unterstützung die Landesregierung leistet. Das sage ich auch mit Blick auf die Vorgängerlandesregierung; denn Exzellenz in der Spitzenforschung ist nichts, was in einer Legislaturperiode entsteht, sondern wird über einen wirklich langen Zeitraum kontinuierlich aufgebaut. Deswegen kann ich bei all dem, was ich gleich sage, zu Teilen auch an die letzte Legislaturperiode anknüpfen und mit dieser fortsetzen. Wir waren bei der Begutachtung in Bonn, wenn es um die Exzellenzcluster ging, immer persönlich vertreten, entweder durch den Staatssekretär oder durch mich, um deutlich zu machen, dass wir als Landesregierung hinter diesem Ansatz, hinter diesen Exzellenzcluster-Bewerbungen persönlich, aber auch im Namen der ganzen Landesregierung stehen. Wir haben auf einem Prozess aufgebaut, der in der letzten Legislaturperiode mit einem Profilbildungsprozess, mit der Potenzialanalyse für Niedersachsen, gestartet ist. Das MWK hat das im weiteren Verlauf mit der Volkswagen Stiftung in einer Größenordnung von 26 Millionen Euro unterstützt, sodass die Universitäten, die sich auf den Weg gemacht haben, hier erfolgreich zu sein, finanziert werden. In den letzten Monaten haben wir das um weitere fast 4 Millionen Euro aufgestockt, um auch eine bestmögliche Vorbereitung zu garantieren. Jetzt komme ich zu dem Blick nach vorn. Damit besteht die Voraussetzung, dass sich drei Universitäten als Exzellenzuniversität in der zweiten Förderlinie der Exzellenzstrategie bewerben können. Wir betreiben das zum einen in Oldenburg zusammen mit Bremen. Wir haben uns gerade am letzten Samstag mit der Senatorin aus Bremen und den Präsidien beider Universitäten getroffen, um diese Strategie weiterzuentwickeln. Wir haben weitere finanzielle Orientierung gegeben und Zusagen für die Exzellenzcluster im Erfolgsfall gemacht, damit auch hier erfolgreich weitergearbeitet werden kann. Zum anderen führen wir die gleichen Gespräche jetzt jeweils mit der MHH und mit der LUH. Denn uns ist wichtig: Diese Universitäten stehen vor einem richtig, richtig harten Wettbewerb. Wir alle können nicht sagen, wie dieser Wettbewerb ausgeht. Aber dass drei niedersächsische Universitäten in diesem nächsten Schritt so ambitioniert dabei sind und sagen: „Wir haben den Anspruch" ich kann das für die Landesregierung unterstreichen: Auch wir haben den Anspruch, in Niedersachsen endlich wieder eine Exzellenzuniversität zu haben, werden wir nach Kräften sowohl finanziell als auch politisch unterstützen. Insofern ist diesen Standorten diese Unterstützung absolut sicher. Vielen Dank.

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