Falko Mohrs
Studieren in Niedersachsen - Attraktivität steigern, Konkurrenzfähigkeit erhalten
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Gäste! Ich kann für die Landesregierung am Anfang feststellen, dass wir die Ziele des Entschließungsantrags ausdrücklich teilen und darin eine Rückenstärkung für das sehen, was wir konkret tun wollen. Herr Reinken, ich werde Ihnen gerne einige Dinge nennen, die wir daraus ableiten und umsetzen wollen. Ich will mich gleich am Anfang auf die Abgeordnete Hillberg beziehen und die Schülerinnen- und Schülergruppe auf der Tribüne ansprechen. Ich will Ihnen sagen: Studieren in Niedersachsen ist eine wirklich gute Idee. Denn wenn Sie in Niedersachsen studieren, haben Sie die Chance, an unseren Hochschulen zu lernen, wie man kreative Lösungen entwickelt, wie man die Probleme der heutigen Zeit tatsächlich angeht und wie man aus Innovationen am Ende für sich, für sein Umfeld und für die Gesellschaft tatsächlich etwas richtig Gutes machen kann. Ich nenne ein paar Beispiele - eines aus Niedersachsen und eines von außerhalb. Ich fange einmal mit dem von außerhalb an: Sie kennen mit Sicherheit die Online-Erfolgsgeschichte Instagram. Alle haben es auf dem Handy. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die ehemalige Studierende entwickelt haben, aus der reinen Überlegung heraus: Wir haben unendlich viele Fotos auf dem Handy und wollen sie mit Freunden teilen - machen wir eine App dafür! In den ersten Tagen ist der Server zusammengebrochen, weil die Idee so gut ankam. Wir wissen heute, wie groß das geworden ist. Ein weiteres Beispiel aus dem Umfeld der Medizinischen Hochschule Hannover Sie haben es bestimmt mitbekommen: Eines der größten Start-ups aus Niedersachsen, das vor wenigen Monaten für 1 Milliarde Euro verkauft wurde, ist Cardior. Das ist eine richtige Erfolgsgeschichte, die am Ende das Ökosystem von Innovation, Forschung und Studieren hier im medizinischen Bereich um Hannover richtig voranbringen wird, meine Damen und Herren. Insofern kann man sagen: Studieren, insbesondere in Niedersachsen, ist eine richtig gute Idee. Und man muss sagen: auch wirtschaftlich. Hier bin ich mit Ihnen, Frau Schülke, an vielen Stellen überhaupt nicht einer Meinung - wieder einmal nicht. Auch wirtschaftlich ist es dringend notwendig, dass wir Fachkräfte ausbilden, und zwar sowohl in den notwendigen Bereichen als auch in der notwendigen Anzahl. Und das werden wir nicht alleine aus Deutschland heraus stemmen können. Dazu brauchen wir Zuwanderung. Dafür brauchen wir eine große Anzahl an ausgebildeten Fachkräften. Hören Sie sich doch einmal in den Unternehmen um! Das ist eines der größten Wachstumsprobleme, die die Unternehmen aktuell haben. Deswegen ist es wichtig, dass wir die Zugangsbarrieren zum Studieren, auch die sprachlichen, reduzieren und dass wir ich beziehe mich auf die Abgeordnete Schneider dann, wenn Care-Arbeit entweder für die eigenen Kinder oder auch für Angehörige notwendig ist, die notwendigen Freiräume und Flexibilität für die Menschen, die studieren, wirklich schaffen. Und es ist auch notwendig, Herr Reinken, dass wir unsere Hochschulen finanziell gut ausstatten. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann in der Vergangenheit mal eine Aufstockung der Sachkostenbudgets von Ihnen mitverantwortet stattgefunden hat. Im Haushalt 2025 haben wir das vorgesehen: Allein für die Tarifkostensteigerung sehen wir über 100 Millionen Euro vor; für den Energiebereich sehen wir über 35 Millionen Euro vor, und wir schaffen es endlich, die Medizinstudienplätze in Oldenburg auszubauen. Das alles sind Dinge, die wir mit dem nächsten Haushalt vorlegen. Also sagen Sie doch nicht, da sei nichts drin! Gucken Sie in den Haushalt, dann finden Sie es selber! Und es ist wichtig, dass wir die Studienorientierung vorantreiben. Denn es ist wichtig, dass die, die zweifeln, ob ihr Studiengang der richtige für sie ist, eine Orientierung bekommen, ob sie ihn weiterstudieren, ob ein anderer Studiengang oder eine Ausbildung für sie das Richtige ist. Wir brauchen diese Fachkräfte in unserer Wirtschaft. Dafür sind die Hochschulen der richtige Ort - in Kombination mit vielen anderen Bildungseinrichtungen, die wir haben. Das ist unser Versprechen; so machen wir weiter. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Herr Minister Mohrs, entschuldigen Sie bitte! Lassen Sie eine Zwischenfrage des Kollegen Reinken zu? Ja. Ich danke für die zusätzliche Redezeit und lasse die Zwischenfrage gerne zu.
