Thorsten Paul Moriße
Werkmeister und Werkmeisterinnen im niedersächsischen Justizvollzug besser unterstützen
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ein wesentliches Element ist die berufliche Qualifizierung der Gefangenen für ein Zurück in die Gesellschaft. An dieser Stelle ist die entsprechende Unterstützung des dafür zuständigen JVA-Personals essenziell. Auf dem immer anspruchsvoller werdenden Arbeitsmarkt ist es unerlässlich, dass Strafgefangene Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, um sich nach ihrer Entlassung wieder sinnvoll in die Gesellschaft einfügen zu können. Unsere Meister und Ausbilder im Justizvollzug leisten hierbei eine unverzichtbare Arbeit. Sie vermitteln den Gefangenen praktische Fertigkeiten und begleiten sie auf ihrem Weg in ein neues Leben. Meine Damen und Herren, als Handwerksmeister im Hochbau kann ich aus langjähriger Erfahrung sagen: Wir haben einen gravierenden gesellschaftlichen Fachkräftemangel - in diesem wie auch in vielen anderen Bereichen. Die Zahlen der Meisterabschlüsse sind schon seit Jahren rückläufig. Das macht sich natürlich ebenfalls bei den Ausbildern der Justizvollzugsanstalten bemerkbar. Wenn wir dem gesellschaftlichen Fachkräftemangel langfristig entgegentreten wollen, dann kann es nur heißen: Mehr Meister statt immer mehr Master. Kurzfristig ist es notwendig, die Besoldung auf ein zeitgemäßes Niveau anzupassen. Eine faire Entlohnung schafft entscheidende Anreize, diese wichtige Tätigkeit zu ergreifen und auszuüben. Wenn die üppige Anhebung des Gehalts bei der Büroleiterin unseres Ministerpräsidenten so einfach funktioniert hat, dann sollte das bei den Ausbildern in den Justizvollzugsanstalten, die einen wichtigen Dienst für unsere Gesellschaft leisten, doch sicherlich auch kein Problem sein. Die gezielte Unterstützung zur Meisterqualifikation kann ebenfalls dazu beitragen, dieses Berufsfeld für junge Menschen sowie bereits im Vollzug tätiges Personal attraktiver zu machen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir ausreichend qualifiziertes Personal im Justizvollzug haben. Zusammen mit Maßnahmen zur beruflichen Integration nach dem Strafvollzug müssen wir eng mit den Unternehmen zusammenarbeiten. Das ist ganz klar. Laut verschiedenen Medienberichten gelten ehemalige Strafgefangene auf dem Arbeitsmarkt mit den in Justizvollzuganstalten erworbenen Kenntnissen als gefragte Mitarbeiter. Ja, so ist es. Durch ein effektives Netz aus Unterstützungs- und Qualifizierungsprogrammen können wir die Rückfallquote senken und die beruflichen Chancen der ehemaligen Strafgefangenen nachhaltig verbessern. Meine Damen und Herren, die AfD wirkt. Aufgrund einer Anfrage ist dieser Antrag wohl zustande gekommen. Die AfD-Fraktion würde deshalb einer umfassenden Qualifizierungsoffensive positiv entgegensehen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Schönes Wochenende!
