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Olaf Lies

SPD 12.10.2023 6:03 min Tagungsabschnitte 19/10

Digitale Transformation gestalten - Niedersachsens Wirtschaft und Arbeitnehmer*innen in Zeiten des Wandels unterstützen

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal bin ich sehr dankbar, dass mit dem Entschließungsantrag und übrigens auch mit der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen, die im System sind, deutlich wird, dass wir uns verstärkt auch um kleine und mittelständische Unternehmen kümmern. Große Unternehmen sind sehr wohl in der Lage, sich über ihre Innovations- und Zukunftsabteilungen Lösungen zu erarbeiten. Sie sind in der Lage, Lösungen zu definieren. Für die kleinen und mittelständischen Unternehmen brauchen wir Unterstützung. Sie sind nun einmal die tragende Säule unserer Wirtschaft. Genau darum geht es dabei: Begrenzte finanzielle Ressourcen verursachen das Problem. Wie kriegen wir das gelöst? Oft gibt es auch nicht das spezielle Digitalisierungs-Know-how. Auch das Thema Fachkräftemangel spielt eine Rolle. Das heißt, neue Kolleginnen und Kollegen können nicht direkt morgen eingestellt werden. - Wie gehen wir eigentlich damit um? Ich glaube, das Wichtige dabei ist auch die Frage: Wie nutzen wir das, was in den letzten Jahren erfolgreich auf den Weg gebracht worden ist? Ich will deswegen noch einmal betonen, dass es hier nicht darum geht, etwas gänzlich Neues zu schaffen, sondern darum, das, was wir schon haben ‑ viele einzelne Bereiche ‑ auf eine Aufgabe zu fokussieren, um dazu beizutragen, dass das Thema digitale Transformation mit all den Schlagworten, die wir gehört haben, vorangeht. Das Positive ist: Wir starten mit etwas, das 2018 auf den Weg gebracht worden ist, mit der Digitalagentur Niedersachsen. Sie ist ein guter Schritt gewesen, weil sie dafür gesorgt hat, dass wir uns wirklich fokussieren und damit beschäftigten, wie Beratungs- und Unterstützungsleistungen eigentlich genau aussehen. Und bitte ‑ das klang vorhin an ‑, es geht nicht darum, dass die öffentliche Hand mit der Digitalagentur eine Konkurrenz für die Privatwirtschaft ist. Warum sollten wir das sein? Wir können uns nur nicht darauf verlassen, dass die Erstberatung, die Kontaktherstellung und die Unterstützung ausschließlich von KMU zu privaten Unternehmen stattfinden, sondern wir müssen eine Bündelungsrolle einnehmen und vermitteln. Wir müssen wissen, dass der Prozess nicht einfach so funktioniert, sondern selber einen Teil dazu beitragen. Die Digitalagentur als One-Stop-Shop für Mittelstand und Handwerk und als Think Tank, den wir dort auch haben, eingebettet in das Innovationszentrum, ist ein gutes Vorbild gewesen. Denn auch Thüringen, Brandenburg, Berlin und Sachsen haben sich dazu entschlossen, mit einer Digitalagentur den Weg nach vorn zu gehen. Wie nehmen wir das, was wir haben, nämlich die Digitalagentur, die ich gerade beschrieben habe, unsere Mittelstand-Digital-Zentren ‑ Niedersachsen ADDITIV ‑, das Innovation Hub Zentrum für digitale Innovationen, Innovation Hub? Wir haben so unglaublich viele Bereiche, die sich gerade entwickelt haben, die aufzeigen, jeweils für sich, wie stark unsere Lösungen sind. Aber wie binden wir die eigentlich zusammen? Also wie sorgen wir dafür, dass ein Handwerksunternehmen, das morgen in der Lage wäre, eine additive Fertigung aufzunehmen, den richtigen Ansprechpartner haben und den auch finden? Unser Ziel für die Lösungen zum Thema der Weiterentwicklung der Digitalagentur ist daher der One-Stop-Shop. Dass das funktioniert. Dass man sich nicht Gedanken machen muss: Wo ist für mich die richtige Lösung? Ich glaube, das ist klug. So hätten wir die Chance, die Digitalagentur, die ja stark ist, zu einer echten Serviceagentur für die Wirtschaft weiterzuentwickeln. Wir haben die Finanzierung bis Ende 2026 gesichert. Noch einmal; denn das ist die Chance: Die Digitalagentur, mit all dem, was ich aufgezählt habe ‑ dem Know-how aus vielen Bereichen ‑, hilft mit seinen spezialisierten Bereichen und dem vorhandenen Netzwerk, eine Lösung für das jeweilige KMU-Unternehmen zu finden. Digitallotsen: Wir haben einen großen Erfolg beim Thema Netzwerkbildung, und den müssen wir weiterentwickeln. Wie vernetzen wir die Themen miteinander zu einem System, damit wir eine Digitalisierungsoffensive Niedersachsen haben? Die Digitallotsen können die Unternehmen durch die Verzahnung der Einrichtungen und die zentralen Ansprechpartner in die Richtungen führen, wo die Lösungen für sie liegen. Als dritten Aspekt will ich den Digitalbonus nennen. Auch hierfür ein Blick zurück in die abgelaufene Legislaturperiode: Der Digitalbonus war ein starkes Signal in schwierigen Zeiten. Das will ich an dieser Stelle betonen. Die Corona-Zeiten waren herausfordernd. In dieser Zeit ist es sehr niederschwellig gelungen, mit 68 Millionen Euro, die bewilligt wurden, immerhin 180 Millionen Euro Investitionen auszulösen. Es war die Idee, diesen Weg sehr einfach und niederschwellig zu gestalten. Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, den Digitalbonus weiterzuentwickeln, und zwar zu einem Digitalbonus, der ganz stark auf innovative Technologien wie zum Beispiel KI setzt und wirklich dabei hilft, einen echten Mehrwert in der nächsten Stufe der Digitalisierung der Unternehmen zu schaffen. Auch der Digitalbonus gehört also dazu. Wir haben eine Digitalagentur als Serviceagentur, wir haben Digitallotsen, wir haben Programme und Unterstützungen, mit denen wir helfen können. Ich glaube, das alles greift wunderbar ineinander. Ich will noch einen letzten Punkt aufgreifen: Das alles wird ohne Fachkräfte, ohne Weiterbildung, ohne Qualifizierung nicht funktionieren. Auch hier brauchen wir ein System aus einer Hand. Wir sind gerade dabei, das Thema Fachkräftesicherung gemeinsam mit dem Arbeitsminister, Andreas Philippi, aufzugreifen. Bei diesem Thema spielt gerade die Frage, woher die Fachleute für die Digitalisierungsprozesse herkommen können, eine entscheidende Rolle. Auch da zeigt es sich, wie klug eine enge Verzahnung ist; denn das Netzwerk, das wir jetzt schon haben, ist natürlich die ideale Grundlage, um neue Leute zu gewinnen, zu qualifizieren und zu schulen. Insofern bitte ich Sie alle um Zustimmung ‑ zumindest um Zustimmung in der Sache ‑, weil es klug ist, das Thema Digitalisierung konzentriert und fokussiert anzugehen. Darin steckt eine Riesenchance, die wir nutzen sollten. Wir helfen damit denen, die unsere Hilfe gebrauchen können, nämlich den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Deswegen: Vielen Dank. Ich hoffe, dass wir diesen Weg dann auch gemeinsam gehen werden.

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