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Dr. med. vet. Ingo Kerzel

AfD 28.04.2026 3:50 min Tagungsabschnitte 19/33

Niedersachsens Biotopverbund stärken und der Biodiversitätskrise begegnen

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Schutz von Biotopen und Biodiversität sind ernst zu nehmen. Diesen Antrag lehnen wir jedoch ab. Biodiversität ist Lebensgrundlage, Landschaftszerschneidung bedroht Arten. Aber die vorgeschriebene Ausweisung eines flächendeckenden Biotopverbundes von 15% der Landesfläche und 10 % der Offenlandfläche ist ein pauschales Flächenziel. Quoten ersetzen nicht die fachliche Priorisierung, wo Lebensräume wirklich aufgewertet und vernetzt werden müssen. Sie drängen die Menschen vor Ort, Landwirte, Waldbesitzer, Kommunen in die Rolle von Bittstellern, obwohl gerade sie die Lebensräume seit Jahrzehnten pflegen. Der Antrag verspricht Verbesserung und Verbindung von Lebensräumen durch Korridore und Trittsteinbiotope. Das klingt gut, in der Praxis bleibt aber vieles unkonkret. Schon heute erleben wir, dass faunistische Untersuchungen, Prädatorenmanagement, Schutzmaßnahmen, Monitoring als Schlagworte im Raum stehen, ohne klare Zuständigkeiten, ohne belastbare Abläufe, ohne Transparenz. Das wirkt wie ein okkultes Programm, das mehr verdeckt als aufklärt. Regelmäßige Berichterstattung und Fortschrittskontrolle: Auch das liest sich schön, wird aber schnell zum Papiertiger, wenn Messlatten, Methoden und Verantwortlichkeiten nebulös bleiben. Wer die Zerschneidung der Landschaft beklagt, darf seine eigene besessene Politik nicht ausklammern. Grüne wollen Biotope verbinden und schützen. Aber es wird das Gegenteil gemacht. Da wirbelt der Windpropeller jeden Sachverstand herum. Der massive Ausbau technischer Infrastruktur in sensiblen ländlichen Räumen torpediert das Ziel zusammenhängender Lebensräume. Und genau dazu schweigt der Antrag. Die im Ausschuss angeführte Habitat-Net-Methode bestätigt, wie Sie mit der Natur umgehen. Die Realität wird per Algorithmus abstrahiert und konterkariert. Wo bleibt der konkrete Artenschutz? Ein Beispiel: Stelle ich eine Frage ans Kabinett, sich in der Vogelgrippe-Zeit mit der Erfassung der Beringung veränderter Kraniche zu befassen, wird erst gar nicht geantwortet und dann an anderer Stelle irrelevant. Ergo: Hat schon mal der Kranich kein Biotop verdient? Auch der kooperative Dialog mit Landwirtschaft und Naturschutz funktioniert nicht, wenn zuerst Quoten und Karten festgelegt werden und später die Betroffenen eingebunden werden. Der Antrag verspricht viel und liefert nichts. Starre Quoten werden zum Maß aller Dinge gemacht, während echte Schutzbedarfe, Transparenz und Praxisnähe zu kurz kommen. Ihr Antrag ist ein reiner Alibiantrag und ist komplett paradox zu der von Ihnen geschaffenen Realität in diesem Land. Ihnen scheint es restlos egal zu sein, wenn die Libelle Slalom um Rotorblätter fliegen muss, um irgendwie noch zum Laichplatz zu kommen. Sollte Ihnen Biodiversität wirklich am Herzen liegen, dann stoppen Sie endlich Ihre Symbolpolitik! Ich wünsche Ihnen einen schönen Monat Mai. Gehen Sie wandern, und machen Sie einfach mal die Augen auf! Vielen Dank. Die nächste Wortmeldung: aus der Fraktion der SPD die

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