Pascal Leddin
Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch: Wie gut ist Niedersachen auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet?
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Viele von uns erinnern sich noch sehr gut an den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Emsland im Jahr 2022. Schon ein einziger Ausbruch hat damals dazu geführt, dass etwas 300 Betriebe drei Monate lang stillstehen mussten. Das hatte enorme wirtschaftliche Folgen. Trotz intensiver Untersuchungen wissen wir bis heute nicht genau, wie es dazu kommen konnte. Jetzt sehen wir leider, dass die ASP wieder verstärkt in Deutschland auftaucht. Die ASP ist ein großes Risiko. Niedersachsen mit 6,9 Millionen Schweinen ist besonders stark betroffen. Ein Ausbruch hier hätte gravierende Folgen für die Landwirte und die Landwirtinnen und die ganze Region. Deshalb ist es so wichtig, dass wir alles tun, um die ASP frühzeitig zu verhindern. Wenn sie erst einmal im Wildbestand ausgebrochen ist, lässt sie sich kaum mehr bekämpfen. Prävention ist also unser oberstes Ziel. Im vergangenen Jahr hat eine Arbeitsgruppe intensiv an Lösungen zur ASP gearbeitet, darunter auch unsere Agrarministerin Miriam Staudte. Dadurch konnten wir einige wichtige Fortschritte erreichen. Ein großer Erfolg ist die Unbedenklichkeitserklärung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Damit ist es möglich, Schweinefleisch aus bestimmten Sperrgebieten zu nutzen, was hilft, den Markt für Schweinefleisch aus diesen Regionen zu schützen. Wenn das umgesetzt wird, ist das ein echter Durchbruch. Der Lebensmitteleinzelhandel - also unsere Supermärkte - muss ebenfalls mitziehen und dieses Fleisch vermarkten. Schweinefleisch aus den Sperrgebieten ist gründlich geprüft und sicher. Wir sprechen hier nicht von infizierten Schweinen, sondern von gesunden Tieren, die nur in diesen Zonen gehalten werden. Das Fleisch ist völlig unbedenklich, und es wäre aus ökologischer, wirtschaftlicher und auch moralischer Sicht falsch, dieses Fleisch einfach wegzuwerfen. Auch im Transitverkehr, also auf den Hauptverkehrswegen, gibt es jetzt mehr Informationen über die Risiken der ASP, um das Bewusstsein zu stärken. Vor rund anderthalb Monaten haben wir eine große Krisenübung durchgeführt, um die Eindämmung der ASP im Ernstfall zu proben. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber es gibt immer noch viel zu tun. Für den Fall eines regionalen Ausbruchs sind bereits wichtige Vorbereitungen getroffen worden: Im Landeshaushalt stehen 1,6 Millionen Euro bereit, um erste Maßnahmen gegen die Seuche zu finanzieren. Zudem arbeiten Fachleute aus verschiedenen Bereichen an Krisenplänen, die dabei helfen sollen, gesunde Schweine aus den Sperrzonen weiterhin vermarkten zu können. Es gibt auch ein Positionspapier, das die rechtlichen Maßnahmen auf das wirklich notwendige Maß beschränken soll, um die Auswirkungen auf die betroffenen Gebiete zu mildern. Unser Ziel ist es, betroffene Regionen zu unterstützen und ihnen verlässliche Abnahmemöglichkeiten zu bieten. Damit können wir die wirtschaftlichen Folgen im Ernstfall abschwächen. Auch die Rezepturen für Fleischerzeugnisse können im Falle eines Ausbruchs angepasst werden, um den Verkauf weiterhin zu ermöglichen. Auch das ist ein Riesenerfolg. In Niedersachsen sind wir gut aufgestellt, um auf die ASP zu reagieren. Aber wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden. Wir müssen eng mit unseren Landwirtinnen und Landwirten sowie Jägerinnen und Jägern zusammenarbeiten und regelmäßig Kontrollen durchführen, um die ASP zu verhindern. Unser Ziel bleibt, die Seuche zu stoppen, bevor sie überhaupt ausbrechen kann. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Veterinärämter und der Bauhöfe sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des FLI, die gerade mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes arbeiten, bedanken. Lassen Sie uns weiterhin zusammenarbeiten, um die ASP in Niedersachsen zu verhindern. Vielen Dank.
