Dr. Frank Schmädeke
Trockenheit und Starkregen beeinträchtigen Erntebilanz - Niedersachsens Landwirtschaft auf die Herausforderung der Klimakrise vorbereiten
Herr Schmädeke, bitte schön! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Aber vor allen Dingen meine Kollegen der Grünen! Gerade haben wir uns daran gewöhnt, täglich über Ihre Ideen zum Wolfsmanagement in den Zeitungen zu lesen, die exakt einige Grundforderungen zum Wolfsmanagement unserer zukunftsweisenden Anträge aus 2019 ‑ man höre und staune ‑ und 2022 darstellen. Nun greifen Sie das nächste von uns gut vorbereitete Thema auf und angeln in unserem Entschließungsantrag zum Wassermanagement aus dem vergangenen April - auch wenn Sie sich jetzt besonders auf die AfD fokussiert haben. Ich werte das grundsätzlich als Zustimmung zu unseren Vorschlägen, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. In unserem Entschließungsantrag „Wassermengenmanagement“ aus dem März 2023 fordern wir die Landesregierung unter anderem auf, dafür Sorge zu tragen, unter Einbeziehung der verschiedenen Nutzer und Bewirtschafter von Wasser ‑ unter anderem also auch der Landwirtschaft ‑ Wassermanagementkonzepte zu entwickeln und abzustimmen, und zwar zur Anpassung an den Klimawandel und zum fairen Ausgleich konkurrierender Ansprüche an das Wasser. Außerdem enthalten sind Bildungs- und Aufklärungskampagnen zum sparsamen Umgang mit Wasser, die Förderung des Einsatzes sparsamer Bewässerungstechnik, die Förderung von Maßnahmen zur regionalen Verbesserung des Wasserrückhalts ‑ Regenwasser und Prozesswasser ‑, zur nachhaltigen Beregnung usw. usf. Was will man mehr? Als CDU-Fraktion wollen wir das Wasser als solches managen und nicht nur die Landwirtschaft. Meine Damen und Herren, Landwirte sind immer Land-, Pflanzen- und Wasserwirte. Den Herausforderungen von Wasserknappheit oder Bodenerosion kompetent zu begegnen, lernen junge Frauen und Männer bereits in ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung. Sie sind Fachleute, um auf leichten Böden zu wirtschaften und mit wenig Wasser zurechtzukommen. Hierzu wird die Auswahl der angebauten Früchte dem ortsüblichen Wasserangebot angepasst. Darüber hinaus werden die Art und die Ausrichtung der Bodenbearbeitung so gewählt, dass der Boden nach Starkregenereignissen nicht durch Erosion davongetragen wird. Dieses ist gleichzeitig der Beitrag der Landwirtschaft und des Ackerbaus dazu, Überschwemmungen vorzubeugen. Meine Damen und Herren, es ist also nicht das Handwerkszeug, das den Männern und Frauen auf unseren Höfen fehlt, um dem Klimawandel erfolgreich zu begegnen. Es sind einfach die Hülle und Fülle und die Intensität der Maßnahmen, die dem Klimawandel geschuldet sind. Das überfordert zurzeit tatsächlich viele Betriebe emotional und vor allen Dingen auch finanziell. Hier ist die Hilfe des Staates einfach unabdingbar, damit unsere Höfe mit den Herausforderungen nicht sprichwörtlich im Regen stehen, der dann nicht den Boden erodiert, sondern diese Höfe in einer Welle aus Belastungen und Bürokratie einfach wegspült. Das ist doch das eigentliche Problem! Und es ist unser Problem. Wir brauchen nämlich unsere Landwirte, denen ich an dieser Stelle ganz großen Respekt zolle. Wir brauchen die Landwirtschaft, um die effiziente Produktion von heimischen, hochwertigen und bezahlbaren Nahrungsmitteln sicherzustellen. Wir brauchen die Landwirtschaft, ihre Expertise und ihre Fläche zur Wasserbewirtschaftung. Meine Damen und Herren, das höchste mengenmäßige Potenzial der Grundwasserneubildung haben landwirtschaftliche Ackerflächen. Unter ihnen wird etwa doppelt so viel Grundwasser neu gebildet wie unter Wald. Dort kann nachhaltig qualitativ einwandfreies Grund- und Trinkwasser erzeugt werden. Wenn wir unsere Landwirtschaft wirklich stärken wollen, dann entlasten und unterstützen wir sie mit Maßnahmen, die wir in unserem Entschließungsantrag „Wassermengenmanagement“ bereits im März 2023 aufgeführt haben. Unterstützen wir sie bitte nicht nur mit guten Ratschlägen und weiteren Aktuellen Stunden, sondern mit Geld, welches unsere Landwirte mit ihrem Fachwissen einsetzen, um den Herausforderungen der Klimakrise entgegenzutreten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
