Thore Güldner
Handys, Smartphones, Smartwatches - verlässliche Rahmen für die Mediennutzung für Schulen, Eltern, Kinder und Jugendliche erarbeiten
und dann ist gut. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei allen Regelungsfragen dürfen wir eines ohnehin nicht vergessen: Selbst dort, wo klare Nutzungsregeln gelten, oder dort, wo Smartphones in ihrer Nutzung schon heute eingeschränkt sind, bleibt die digitale Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler bestehen, und die Konflikte aus sozialen Netzwerken und auch diejenigen vom Smartphone enden eben nicht an der Schultür. Deshalb ist es wichtig, dass wir digitale Kompetenzen systematisch stärken. Medienbildung, Aufklärung über Risiken sozialer Netzwerke und der Umgang mit digitalen Inhalten müssen weiter ausgebaut werden und vor allem dann auch fachübergreifend in der Schule wirken. Dabei ist für mich deutlich: Lehrkräfte alleine können diese Aufgabe gar nicht schultern. Es braucht einen bunten Strauß an verschiedenen Maßnahmen. Es braucht vor allem Köpfe in der Schule, es braucht Multiprofessionalität, die die Schulen gerade in den Fragen unterstützen, wie wir mit Themen wie Cybermobbing, Social Media und digitaler Prävention umgehen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, aus meiner Sicht kommen wir wohl nicht umhin auch das ist in den Handlungsempfehlungen deutlich geworden, die heute Mittag vom Bund herausgegeben wurden, auch die Frage der elterlichen Verantwortung in den Blick zu nehmen. Denn bei aller Berechtigung der Debatte hier müssen wir uns in einer ohnehin gesellschaftlich stark aufgeladenen Zeit ehrlich die Frage stellen, welche Erwartungen wir eigentlich an Schule richten und wann auch Grenzen der Erwartungshaltung erreicht sind. Schule kann und muss zu Recht viel leisten. Sie kann begleiten, sie kann auffangen, unterstützen und präventiv wirken. Aber alles das wird an Grenzen stoßen, wenn wir es nicht gleichzeitig schaffen, ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein hinzubekommen, dass die Verantwortung für Kinder und Jugendliche und ihr Medienverhalten nicht alleine in Schule liegt. Liebe Kolleginnen und Kollegen, dazu kommt dann auch die soziale Frage. Damit bin ich beim dritten Teil des heutigen Tagesordnungspunktes. Digitale Kompetenzen zu stärken kann nur dann gelingen, wenn wir auch digitale Teilhabe ermöglichen. Ich bin deshalb stolz darauf, dass es dieser rot-grünen Regierung gelungen ist, einen Einstieg in das Thema der digitalen Endgeräte in Schulen für alle zu finden und jetzt zunächst mit 160 000 Geräten zu starten. Diese gehen nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern auch an Lehrerinnen und Lehrer. Ich finde, das ist ein echter Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in diesem Land. Damit hängt es künftig nicht mehr davon ab, welcher Schüler, welche Schülerin aus welchen familiären Verhältnissen kommt. Es hängt nicht davon ab, wie die finanziellen Rahmenbedingungen zu Hause sind. Es hängt nicht davon ab, welche Schulform eine Schülerin oder ein Schüler besucht. Ich finde, das ist ein richtig gutes Zeichen. Das war kein einfacher Weg. Gerade auch mit dem Blick auf die kommunale Seite das wurde gerade angesprochen hatten wir auch als Fraktion einige Fragen, die sich dann auch hier als Arbeitsauftrag an die Landesregierung im Antrag wiedergefunden haben. Das ist beispielsweise die Frage, wie unkompliziert wir eigentlich Bestellungsprozesse gestalten können, wie wir die Wartung und Administration sicherstellen können und wie es eigentlich mit der Langfristigkeit aussieht. Umso erfreulicher ist es, dass das Land und die Kommunen gemeinsam eine Vereinbarung gefunden haben, die funktionieren wird. Der Niedersächsische Städtetag hat das Modell mit den kommunalen Pauschalen von 125 Euro pro Gerät und den zusätzlichen Mitteln, die wir jährlich für die Administration geben, gestern ausdrücklich gelobt. Ich glaube, wir schaffen damit eine verlässliche Grundlage für die Umsetzung vor Ort, und ich finde, da muss die Verantwortung für diese Umsetzung auch unbedingt liegen. Wir haben gehört, was die CDU grundsätzlich zur Digitalisierung in Schulen sagt. Es wird darüber geredet, dass Endgeräte gar nicht in der Schule sein sollten. Das war die Forderung. Das steht in Ihrem Entwurf zum Niedersächsischen Schulgesetz, den wir gestern behandelt haben. Darin ist von mobilen Endgeräten und nicht von Smartphones die Rede. Es wird auch gesagt, wir wollen das Geld lieber für Schulsozialarbeit geben, obwohl Sie selber ganz genau wissen, dass das natürlich nicht aus diesen Mitteln finanziert werden kann. Daraus entwickelte sich Vorwurf, ob wir es überhaupt noch brauchen. Es wird auf Skandinavien abgestellt, wo jetzt im Primarbereich die Digitalisierung zurückgefahren wird. Ja, das ist richtig, da wollen wir sie auch gar nicht einführen. Die Tablets kommen ab Klasse 7, wie Sie vielleicht gemerkt haben. Ich glaube, liebe Kolleginnen und Kollegen, es wird die selbstverständliche Realität von Schülerinnen und Schülern sein, insbesondere in den höheren Schulklassen, dass Lernstandserhebungen, Schulbücher, Materialien und komplexe Aufgaben an unseren Schulen mit digitalen Endgeräten bearbeitet werden, so wie es auch in der Arbeitswelt da draußen übrigens ganz selbstverständlich ist. Ich finde, davor sollten Sie nicht so viel Angst haben. Ich bin mir sicher: Das jetzige Austeilungsprogramm für Endgeräte wird ein echter Meilenstein für die digitale Bildung in Niedersachsen sein. Ich freue mich auf die Umsetzung, ich freue mich jetzt auf die Auslieferung und dass wir das in einigen Jahren als ein echtes Erfolgsprojekt dieser rot-grünen Landesregierung abfeiern können. Das wird wunderbar. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Für die Landesregierung hat nun das Wort:die Kultusministerin Hamburg. Bitteschön!
