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Nadja Weippert

GRÜNE 27.09.2024 5:44 min Tagungsabschnitte 19/19

Niedersachsen für Olympia 2040 in Deutschland

Bitteschön! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe KollegInnen! 7,8 Sekunden gehen schnell vorbei. Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie lange das circa ist: Meine Anrede inklusive des ersten Satzes dieser Rede haben ungefähr so lange gedauert. Aber bekanntlich ist Zeit ja relativ. Je nach Situation, Beschäftigung oder aber Gesprächspartnerin nehmen wir sie ganz unterschiedlich wahr. In einem Spiel, in dem die reguläre Spielzeit nur zehn Minuten beträgt, können einem also ein paar Sekunden auch wie eine Ewigkeit vorkommen. So erging es wahrscheinlich den Spielerinnen und Live-ZuschauerInnen bei dem diesjährigen olympischen Finale der Frauen im 3x3-Basketball in Paris. Am Ende trennten ebendiese 7,8 Sekunden die deutschen Basketballspielerinnen beim Stand von 17: 16 vom größten olympischen Erfolg der deutschen Basketballgeschichte: dem erstmaligen Gewinn einer olympischen Goldmedaille. Im Herzschlagfinale gegen Spanien am 5. August 2024 war die Silbermedaille ja bereits sicher. Aber dank einer guten Defense war nach Ablauf der regulären Spielzeit sogar die Situation perfekt: olympisches Gold für Deutschland, olympisches Gold im 3x3-Basketball der Frauen, olympisches Gold für Svenja Brunckhorst, Elisa Mevius, Marie Reichert und Sonja Greinacher, die das Spiel sogar mit einer gebrochenen Hand bestritt. Der Olympiastützpunkt unserer Basketballerinnen befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe dieses Hohen Hauses in Niedersachsens Hauptstadt Hannover, am Maschsee. Stellvertretend für alle olympischen und paralympischen SportlerInnen und MedaillengewinnerInnen möchte ich an dieser Stelle Danke sagen - danke für die Emotionen, danke für die Spannung und vor allem danke für das Wir-Gefühl, das ganz Deutschland und Europa erfasst hatte. Wir sind stolz auf Sie! Was in diesem Sommer des Sports bei der Leichtathletik-EM in Rom, bei der Fußball-EM hier bei uns im eigenen Land und, last, but not least, bei den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in Paris ganz deutlich wurde: Keine Stunde im Leben, die man mit Sport verbringt, ist verloren das wusste übrigens auch schon Winston Churchill, denn Sport bringt Menschen zusammen, und zwar über alle Altersgrenzen, Nationalitäten oder Sprachbarrieren hinweg. Gemeinsame Werte wie Verlässlichkeit, Fairplay, Teamgeist, Freundschaft und gegenseitiger Respekt sind gerade in der heutigen Zeit ein unschätzbarer Beitrag für den Zusammenhalt unserer vielfältigen Gesellschaft. All das konnten wir insbesondere beim großartigen Fest des internationalen Sports in Paris erleben und vor allem spüren. Die Presseberichterstattungen während der Wettkämpfe und Veranstaltungen wurden weltweit von emotionalen Bildern friedlich rund um den Eiffelturm feiernder Menschen, aber auch von dem Nachhaltigkeitskonzept dieser Olympischen Spiele 2024 dominiert. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen haben in einer Zeit der weltweiten multiplen Krisen und Verunsicherung buchstäblich verkörpert, worauf es nicht nur im Sport, sondern im Leben ankommt: auf Gemeinschaft und Zusammenhalt, auf Verständnis und Toleranz sowie auf Freude und Zuversicht. Die Bundesregierung und der Deutsche Olympische Sportbund haben diese positive Stimmung unmittelbar aufgegriffen und durch die Ankündigung einer deutschen Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele im Jahr 2040, in dem sich die Deutsche Einheit zum 50. Mal jährt, ein starkes, weltoffenes Signal nach außen gesendet. In ihrem Bewerbungskonzept haben sie die umfassende Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien benannt. Auch die Einhaltung von UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sollten unserer Meinung nach Berücksichtigung finden, und BürgerInnen unseres Landes sollten möglichst frühzeitig am Prozess beteiligt werden. Als mögliche Hauptaustragungsorte kommen Berlin, Hamburg, Leipzig, München und Rhein-Ruhr infrage. Niedersachsen aber könnte für einzelne Sportarten ein ergänzender Austragungsort werden. Schließlich gibt es in unserem Bundesland Sportstätten, die schon bei der Olympiabewerbung der Hansestadt Hamburg im Jahr 2015 in Betracht gezogen worden sind. Ich denke dabei beispielsweise an die Schießsportanlage in Garlstorf oder das Turniergelände in Luhmühlen. Niedersachsen sollte, falls Deutschlands Bewerbung erfolgreich ist, von den dann folgenden Investitionen profitieren - insbesondere mit Blick auf die Sportstätten und Verkehrsinfrastruktur sowie auf Tourismus und Wirtschaft. Deshalb sollte Niedersachsen schon jetzt prüfen, ob und wie es den von der Bundesregierung angestoßenen Prozess unterstützend begleiten, sich einbringen und letztlich auch von einer möglichen Austragung in Deutschland profitieren kann. Liebe KollegInnen, Paris hat dieses Jahr gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Sportgroßereignisse kein Widerspruch sein müssen, sondern, im Gegenteil, eine große Standortchance bieten. Liebe KollegInnen, viele Menschen in unserem Land brennen für Sport. Deshalb wollen wir das Olympische Feuer 2040 zu uns nach Niedersachsen holen. Auch wenn 2040 vermeintlich noch so weit weg ist - wir wissen: Zeit ist relativ. Lassen Sie uns daher keine Zeit verlieren, sondern schnellstmöglich ein positives Signal aus Niedersachsen in die ganze Welt senden! Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Weippert. - Für die Fraktion der

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