Philipp Meyn
Lehrkräfteausbildung praktisch und vernetzt denken - Qualität stärken, Fachkräftemangel bekämpfen!
dass jetzt eine liberale Stimme kommt. Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Ich muss das nicht lernen, das macht ChatGPT für mich". Diesen Satz hören Lehrkräfte immer häufiger. Doch dahinter steckt keine Bequemlichkeit oder Faulheit der Schülerinnen und Schüler. Wenn KI auf alles eine Antwort weiß, dann ist das einfach eine sehr effiziente Form, zu arbeiten. Genau hier beginnt die neue Aufgabe von Schule: Lernen neu zu begründen, Neugier und Begeisterung zu wecken und Schülerinnen und Schüler zum eigenständigen Denken zu befähigen. Dazu reicht ChatGPT nicht aus. Wir müssen also die Inhalte setzen und auch das nötige Rüstzeug dazu bereitstellen. Insofern war es ein Pfund, dass in der Regierungserklärung unseres Ministerpräsidenten Olaf Lies ganz deutlich wurde: Die Tablets ab Jahrgang 7 kommen, sodass wir das alles zusammendenken und Schule innovativ aufbauen können. Viele junge Lehrer und Lehrerinnen berichten das ist ein weiteres Thema, mit dem wir uns in diesem Antrag befassen, dass sie vor einer Klasse stehen und sich nicht bereit fühlen. Das gilt besonders für das gymnasiale Lehramt. Dieses Gefühl der Überforderung ist kein Einzelfall. Diesen Praxisschock gehen wir an. Praxis muss von Anfang an systematisch und verlässlich integriert werden. Studierende brauchen Selbstvertrauen, Urteilsvermögen und praktische Kompetenzen nicht erst im Referendariat, sondern bereits im Studium. Die berufliche Orientierung haben wir in diesem Punkt sehr gut vorangebracht. Da haben wir gesagt: Das kommt jetzt ins Gesetz: Raus aus der Schule, rein in die Betriebe! Im übertragenen Sinne könnte man zu den Studierenden sagen: Raus aus den Hörsälen, rein in die Schulen! Man muss ergänzen: Rein in die virtuellen Trainingsräume! Denn virtuelle Realität schafft sichere Lernräume für Elterngespräche, Klassenführung oder Konfliktsituationen. Das zeigen auch Studien: VR-Trainings stärken die Selbstwirksamkeit und senken Ängste. Das ist ein konkreter Beitrag zur Professionalisierung und zur Vermeidung des Praxisschocks. Man muss dieses Feld also auf mehreren Ebenen beackern. Dieser Antrag „Lehrkräfteausbildung praktisch und vernetzt denken - Qualität stärken, Fachkräftemangel bekämpfen!" setzt genau hier mit fünf ganz konkreten Schwerpunkten an: Erstens: den Praxisbezug bereits im Studium erhöhen, wie das bereits beim Grund‑, Haupt- und Realschullehramt sehr erfolgreich angegangen wurde. Daran arbeiten wir weiter - auch mit innovativen universitären Mitteln, wie ich eben dargelegt habe. Zweitens: Quereinstieg erleichtern - ein neuer Masterstudiengang an bis zu zwei Hochschulen. Und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse soll verbessert werden. Damit schaffen wir dringend notwendige zusätzliche Wege ins Lehramt. Drittens. Ein dualer Masterstudiengang im Lehramtsstudium an berufsbildenden Schulen soll modellhaft eingerichtet werden. Viertens das ist ein Lieblingspunkt von mir in diesem Antrag: Das Lehramt der Sekundarstufe I soll eingeführt werden. Wir wollen das Lehramt an Haupt- und Realschulen zu einem Lehramt der Sekundarstufe I weiterentwickeln. Die bisherige Schwerpunktsetzung entfällt. Absolventinnen und Absolventen erhalten einen Zugang zu Haupt-, Real-, Ober- und auch Gesamtschulen. Dadurch entstehen mehr Flexibilität und mehr Einsatzmöglichkeiten. Ich prognostiziere: In Kombination mit A 13 werden wir in diesem Bereich, im Sekundarstufe‑I-Lehramt, mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger gewinnen, denn in genau diesem Bereich drückt der Schuh aktuell am meisten. Herr Kollege Meyn, lassen Sie eine Zwischenfrage des Kollegen Fühner zu? Den hören wir ja gleich noch. Ich möchte kurz zu Ende ausführen. Den hören Sie leider nicht. - Okay, Sie möchten das nicht. Danke. Fünftens. Basiskompetenzen gilt es, landesweit zu bündeln. Das ist ein ganz zentraler Punkt, wir brauchen nämlich Fachkräfte in den Kollegien für Punkte wie Inklusion, Vielfalt, Förderdiagnostik. Es wird nicht ausreichen, Lehrkräfte im Bereich Inklusion ausschließlich durch Absolventinnen und Absolventen der Lehramtsstudiengänge in Hannover und Oldenburg zu gewinnen, sondern das muss als ein zusätzliches Profil angeboten werden. Genauso kann auch ein zusätzliches Profil für digitales Lehren und Lernen oder sprachliche Bildung angeboten werden. Das ist etwas, woran wir arbeiten. Das ist ein innovativer Weg, die Kollegien in unserem auch ländlich geprägten Bundesland mit dieser Kompetenz zu versehen, damit es Experten gibt, die im Klassenraum direkt nebenan und ansprechbar sind, und diese Basiskompetenzen im regulären Lehramt eingeführt werden. Das ist ein ganz zentraler Schritt zu mehr und erfolgreicherer, besserer Inklusion in Niedersachsen. Mit diesem Antrag machen wir das Lehramtsstudium attraktiver, praxisnäher und zukunftsorientierter. Der nächste Schritt das kündige ich schon mal an wird das Referendariat betreffen. Auch dort wollen wir ansetzen, es modernisieren und die entsprechenden Phasen weiter verknüpfen. Wir handeln hier kraftvoll, pragmatisch, innovativ. An der Bildung unserer Kinder sparen wir nicht. Herzlichen Dank. Herzlichen Dank. - Für die Fraktion der AfD hat
